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Zweisimmen


Zweisimmen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern BE
Verwaltungskreis: Obersimmental-Saanen
BFS-Nr.: 0794
Postleitzahl: 3770
UN/LOCODE: CH ZIM
Koordinaten:
Höhe: 947 m ü. M.
Fläche: 73,1 km²
Einwohner: 3015 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 41 Einw. pro km²
Website: www.zweisimmen.ch

Bahnhof Zweisimmen

Karte

Zweisimmen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen des Kantons Bern und liegt im Berner Oberland.

Geographie

Durch die Gemeinde fliessen die Grosse Simme sowie die Kleine Simme, daher der Name. Die Region um Zweisimmen im Simmental ist von Bergen eingefasst: im Norden von den steil gezackten Kalkriffen der Stockhorn-Gantrisch-Gastlosen-Kette, im Süden vom vergletscherten Hauptkamm der Berner Alpen, aus dem als markanteste Gestalten Wildstrubel, Wildhorn und Diablerets-Massiv herausragen.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Zweisimmen, Blankenburg, Mannried, Grubenwald und den Streusiedlungen Oeschseite und Reichenstein. In Blankenburg mit seinem Schloss ist die Bezirksverwaltung untergebracht.

Geschichte

Um 850 entstanden die Siedlungen Zweisimmen, Grubenwald und Betelried. Das Schloss Blankenburg wird 1325 erstmals urkundlich erwähnt.

Die erste Schule wurde 1608 eingerichtet. Zwischen 1816 und 1821 entstand die Simmentalstrasse, die bis 1828 nach Saanen weiter ausgebaut wurde.[2] Am Niklaustag des Jahres 1862 verwüstete ein Dorfbrand Zweisimmen, die Hälfte der Häuser verbrannte.[3] Nach dem Telegrafenbüro 1868 hält 1900 das elektrische Licht Einzug. Von 1902 bis 1905 erfolgte der Bau der Eisenbahnverbindungen nach Montreux. In den Jahren 1932–1936 wurde die Simmentalstrasse asphaltiert und ausgebaut. Mit dem Winter 1934 begann in Zweisimmen der Skitourismus und ab 1936 verfügten die Skisportler über ein spezielles Transportmittel für Wintersportler, die als Funi (Kurzform von Funiculaire) bezeichnete Schlittenseilbahn. Wie bei einer Standseilbahn fuhren zwei Schlitten gegenläufig hinauf und hinunter, allerdings nicht auf Gleisen, sondern auf dem Schnee. Nach dem Bau der Gondelbahn Zweisimmen-Rinderberg 1957 war diese, bis in die 1970er Jahre, die Längste ihrer Art in Europa. Sie wurde 1987 runderneuert.

Politik

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 47.7 %, BDP 18.0 %, SP 10.3 %, FDP 7.6 %, glp 4.7 %, GPS 4.3 %, EDU 3.3 %, EVP 1.5 %, CVP 0.6 %.[4]

Wirtschaft

Bedeutendster Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Weitere wirtschaftliche Standbeine der Gemeinde sind Dienstleistung, Gewerbe und Landwirtschaft.

  • sechs Hotelbetriebe mit 197 Betten
  • elf Gruppenhäuser mit 600 Betten
  • zwei Campings mit 200 Plätzen
  • 1700 Arbeitsplätze in Dienstleistung, Tourismus, Gewerbe und Landwirtschaft

Tourismus

Die Region eignet sich für Wanderungen, für alpinistische Unternehmungen sowie für Wintersport. Im Winter werden 220 km Pisten mit 57 Bergbahnen angeboten, im Sommer 300 km Wanderwege.[5]

Gesundheitswesen

Am Ort befindet sich das Spital Zweisimmen, ein Spital mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Es gehört zum Klinikverbund der Spitäler STS.

Verkehr

Zweisimmen ist mit Strasse und Schiene sowie mit dem Flugplatz Zweisimmen und dem Flugplatz Saanen gut erschlossen.

Die Gemeinde ist Endpunkt der normalspurigen Eisenbahnlinie der BLS von Spiez. In Zweisimmen beginnen die meterspurigen Bahnlinien der Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB) nach Lenk sowie nach Montreux an den Genfersee. Die BLS wird am 2015 Fr. 58 Mio in den Bahnhofumbau mit einer Umspuranlage investieren. Damit können die Reisenden von Montreux bis Interlaken direkt ohne Umsteigen verkehren.

Das Simmental ist für den Individualverkehr durch das Simmental erschlossen. Strassenverbindungen über den Jaunpass nach dem Freiburgerland, den Col des Mosses und Col du Pillon in den Kanton Wallis galten schon seit Beginn der Besiedlung als wichtige Übergänge.

Sehenswürdigkeiten

  • Die reformierte Kirche St. Maria wurde Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Bau ist aussen und innen mit spätgotischen Fresken bemalt, die Beziehungen zur schwäbischen Malerei (Strigel-Werkstatt) aufweisen und in den Jahren 1470–1500 erstellt wurden. Die Westfassade ist mit Christophorus, mit der Verkündigung an Maria sowie mit Georg im Kampf mit dem Drachen geschmückt. Im Innern befinden sich an den Langhauswänden Szenen aus der Marienlegende und dem Leben Jesu. Der Chor ist bemalt mit einer Apostelreihe und einem Engel mit Weihrauchfass.[6]
  • Das Schloss Blankenburg

Umwelt

Die Umwelt in Zweisimmen ist weitgehend intakt (sehr geringe Feinstaubbelastung und Ozonbelastung). Das Trinkwasser stammt mehrheitlich aus Quellen. Teile der Gemeinde Zweisimmen gehören dem Naturschutzgebiet Spillgerten an.

Partnergemeinde

  • Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall, Baden-Württemberg, Deutschland

Bekannte Persönlichkeiten

Überregional beachtete Ereignisse

  • 6. Dezember 1862: Dorfbrand mit Zerstörung des halben Ortes.
  • 13. April 1885: Erdbeben der Stärke VII[7] bzw. 4,9.[8]
  • 21. Mai 1981: Nach einer Kollision von zwei Kampfflugzeugen bei einer Übung der Schweizer Luftwaffe stürzte eine Mirage IIIs auf ein Wohnhaus mitten in Zweisimmen.[9][10]

Ein Erdbeben hat nach neueren Forschungen am 31. März 1498 in Zweisimmen nicht stattgefunden. Allerdings gab es Aufzeichnungen über ein Erdbeben wenig später in Saanen.[11]

Weblinks

 Commons: Zweisimmen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Faltblatt Zweisimmen: Geschichte und Zahlen (PDF) der Einwohnergemeinde Zweisimmen, abgerufen am 7. Mai 2015
  3. Holger Finze-Michaelsen: 6. Dezember 1862: als Zweisimmen brannte: Zerstörung und Wiederaufbau eines Dorfes im Simmental. Kopp, Zweisimmen 2007
  4. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=794.html abgerufen am 16. Juli 2012.
  5. gstaad.ch: Snowboarden in einem der grössten Skigebiete der Schweiz - Gstaad Tourismus (de) , Zugriff am 24. November 2011.
  6. Andres Moser, Bernhard Rothen, Werner Bieri: Kirche Zweisimmen BE. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 408). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1987, ISBN 3-85782-408-5.
  7. Schweizerischer Ingenieur- und Architekten-Verein: Erdbebenvorsorge in der Schweiz, S. 136
  8. Berner Zeitung: Alle 100 Jahre ist mit einem grösseren Beben zu rechnen
  9. Bundesamt für Bevölkerungsschutz: KATARISK - Katastrophen und Notlagen in der Schweiz, S. 67
  10. Simmental Zeitung vom 21. Mai 2016: Vor 35 Jahren ging in Zweisimmen «die Welt unter»
  11. , Virgilio Masciadri, Philipp Kästli Grundlagen des makroseismischen Erdbebenkatalogs der Schweiz. . vdf Hochschulverlag AG, 2011, ISBN 978-3-7281-3236-9, S. 130–.

Kategorien: Wintersportgebiet in der Schweiz | Schweizer Gemeinde | Ort im Kanton Bern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zweisimmen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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