Zweigliedrigkeit - LinkFang.de





Zweigliedrigkeit


Zweigliedrigkeit (exakt: Zweigliedrigkeit des Jugendamtes) bedeutet, dass das Jugendamt nicht nur aus der Verwaltung des Jugendamtes besteht, sondern sich aus Jugendhilfeausschuss und Verwaltung des Jugendamtes zusammensetzt.

Die Rechtsgrundlage für diese Zweiteilung befindet sich in §§ 70, 71 SGB VIII, die Organisation, Zusammensetzung, Aufgabenzuschnitt und Beschlussrecht des Jugendhilfeausschusses als Bestandteil des Jugendamtes regeln.

Der Jugendhilfeausschuss ist ein kommunaler Ausschuss besonderer Art. In ihm kommt die reformpädagogische Vorstellung vom lebendigen Jugendamt und von demokratischer Mitverantwortlichkeit zum Ausdruck. Dieses wird besonders deutlich, wenn man die Begründung der Bundesregierung zur Einrichtung der Zweigliedrigkeit des Jugendamtes heranzieht. Dort heißt es:

„Die Institution des Jugendwohlfahrtsausschusses sollte gerade im Jugendamt eine echte Demokratie verwirklichen und die Mitverantwortung für die Erziehung der Jugend den Bürgern übertragen, die durch freie Mitarbeit am Gemeinwohl Gemeinsinn bewiesen haben.“[1]

Der Bundesgesetzgeber wollte vermeiden, dass die Belange von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ausschließlich in den Händen von Bürokraten liegen. Außerdem sollten diejenigen beteiligt werden, die sich für diesen Personenkreis engagieren und über entsprechende Erfahrungen verfügen. Das sind unabhängige Einzelpersonen und Vertreter von freien Trägern.

Diese spielen eine wichtige Rolle, weil ohne ihr Trägerengagement der Staat seinen Verpflichtungen im sozialen Bereich mit den vorhandenen finanziellen Ressourcen nicht nachkommen könnte. Deshalb bestand auch ein besonderes Interesse daran, die freien Träger an den Entscheidungs- und Planungsprozessen der Jugendhilfe zu beteiligen.

In der zweigliedrigen Struktur der Jugendämter sind Kooperation, Partizipation, Vernetzung, breite repräsentierte Fachlichkeit und planerische Abstimmung zugrunde gelegt. Diese fachliche Ausrichtung korrespondiert mit einem modernen Ansatz von Bürger- und Betroffenenbeteiligung.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Begründung der Bundesregierung zu dem Entwurf eines Gesetzes zur Änderung von Vorschriften des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes, BT-Drs. 1/3641

Weblinks

Beachten Sie unsere <a href="/wiki/Rechtshinweise">Rechtshinweise</a>

Kategorien: Kinder- und Jugendhilfe

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zweigliedrigkeit (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.