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Zschorlau


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: ErzgebirgskreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Zschorlau
Höhe: 548 m ü. NHN
Fläche: 21,99 km²
Einwohner: 5390 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 245 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08321
Vorwahl: 03771
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 700
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: August-Bebel-Str. 78
Webpräsenz: www.zschorlau.de
Bürgermeister: Wolfgang Leonhardt (CDU)
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Zschorlau ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen. Zschorlau und die Nachbargemeinde Bockau bilden eine Verwaltungsgemeinschaft.

Geografie

Zschorlau liegt eingebettet in die sanften Hügel des Westerzgebirges etwa 5 km südlich von Aue und wird im Süden vom Steinberg (732,8m) überragt. Der Ort ist, wie viele ehemalige Waldhufendörfer im Erzgebirge, an einem Bachlauf, dem Zschorlaubach, entstanden. Dieser entspringt südwestlich der Gemeinde auf einer weitgestreckten moorigen Hochebene, die im Volksmund "Dr Forst" oder Hoher Forst genannt wird. Bevor der Bach die Ortslage erreicht, speist er mit seinem Wasser den Filzteich, der ein beliebtes Naherholungsgebiet ist. Am Ende der Ortslage folgt mit dem Gößnitzgrund ein Engtal, durch das erst 1907 die Zschorlauer Talstraße gebaut wurde.

Geologie

Die Gemeinde liegt an der Süd-Ost Flanke der "Schneeberger Lagerstätte", die bis an den Rand des Ortes reicht. Äußerlich macht sich dies durch den Förderturm des Türkschachtes bemerkbar, der nur wenige Meter hinter den Häusern auf einer Anhöhe zwischen Zschorlau und Neustädtel steht. Dieser Turm ist das einzige erhaltene Stahlfördergerüst des westerzgebirgischen Altbergbaus und steht unter Denkmalschutz.

Eine Besonderheit bildet das Gebiet des Schaubergwerks St. Anna am Freudenstein. Es gehört geologisch zur Schneeberger Lagerstätte, ist aber als eine gesonderte Teillagerstätte zu betrachten.

Außerdem sind die auf der Gemeindeflur entdeckten und abgebauten Wolframitvorkommen eine interessante geologische Erscheinung.

Ortsgliederung

Zur Gemeinde Zschorlau gehören die Ortsteile Albernau (mit Schindlerswerk) und Burkhardtsgrün.

Geschichte

Der Ort Zschorlau wurde wie die Nachbarorte Neustädtel, Griesbach und Lindenau um 1200 gegründet. Er gehörte, anders als seine Ortsteile, nicht zur Herrschaft Schwarzenberg, sondern zur Herrschaft Wiesenburg und zu dessen Nachfolger, dem Amt Wiesenburg. Im Zschorlauer Ortsteil Albernau gibt es seit dem 17. Jahrhundert ein Blaufarbenwerk, das nach seinem ersten Besitzer Schindler und der erzeugten blauen Farbe ultramarin auch US Sächsisches Blaufarbenwerk GmbH (Schindlerswerk Nr. 9) genannt wird. In der kurzen Selbstdarstellung des Werkes heißt es, dass die Hütte das "wahrscheinlich älteste Farbenwerk der Welt" sei. Nach der NS-Machtübernahme wurde zwischen April und Juli 1933 ein altes Fabrikgebäude in der Albernauer Straße 2 von den örtlichen Nazis zum „Schutzhaftlager“ umfunktioniert. Dort wurden 207 politische Gegner, darunter ein Jude, inhaftiert und gefoltert. Zu den namentlich bekannten Häftlingen zählte Paul Korb. Zahlreiche Misshandelte starben kurz darauf an der erlittenen Folter. Nach Auflösung des Lagers wurden die Häftlinge in das Zuchthaus Zwickau-Osterstein und in das KZ Sachsenburg verlegt. Eine Gedenktafel erinnert an die Opfer.

Am 1. Januar 1996 wurde Burkhardtsgrün, am 1. Januar 1998 Albernau nach Zschorlau eingemeindet.[2]

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 60,2 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,4 %
16,7 %
2,8 %
3,6 %
7,6 %
4,0 %
AA
WGZ
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 12 Sitze
  • SPD: 3 Sitze
  • Albernauer Alternative (AA): 1 Sitz

Gemeindepartnerschaften

Es besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde Dietenhofen im Landkreis Ansbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Schaubergwerk St. Anna am Freudenstein befindet sich am unteren Ende der Gemeinde Zschorlau auf der Verbindungsstraße nach Aue. In der dortigen Quarzhöhle zeigt im Sommer ein Wandermarionettentheater Aufführungen und in der Weihnachtszeit werden öffentliche Mettenschichten veranstaltet.

Seit 2000 findet in Zschorlau alle fünf Jahre ein Passionsspiel statt: mit dieser besonderen Form der Verkündigung christlicher Botschaft wollen ca. 140 Mitwirkende aus der Ev.-Luth. und Ev.-Meth. Kirche sowie der Landeskirchlichen Gemeinschaft die biblischen Berichte vom Passionsgeschehen den Besuchern durch spielerische Darstellung nahebringen.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

Zschorlau verfügt über die Oberschule Zschorlau und die Grundschule Zschorlau.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Richard Steche: Zschorlau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 8. Heft: Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. C. C. Meinhold, Dresden 1887, S. 66.
  • Karl Friedrich Helbig: Geschichte der Kirchfahrt Zschorlau, bei Roßberg, Frankenberg 1896, 61 S., 5 Bl. Ill.
  • Die Bergbaulandschaft von Schneeberg und Eibenstock (= Werte der deutschen Heimat. Band 11). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1967, S. 84–89.
  • Gemeindeverwaltung Zschorlau (Hrsg.): Festschrift 800 Jahre Zschorlau, Zschorlau 2012. ISBN 978-3-9811372-9-3

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1996 und 1998
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  4. http://www.passionsspiel-zschorlau.de/1280/pshome.html

Weblinks

 Commons: Zschorlau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Zschorlau | Ort im Erzgebirgskreis | Gemeinde in Sachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zschorlau (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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