Zizers - LinkFang.de





Zizers


Zizers
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden GR
Region: Landquart
BFS-Nr.: 3947
Postleitzahl: 7205
Koordinaten:
Höhe: 561 m ü. M.
Fläche: 11,01 km²
Einwohner: 3320 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 302 Einw. pro km²
Website: www.zizers.ch

Zizers

Karte

Zizers (rätoromanisch  Zezras?/i bzw. Zir?/i) ist eine politische Gemeinde in der Region Landquart des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Geographie

Das Strassendorf Zizers liegt in einer flachen Hanglage umgeben von Bergen und Weinbaugebiet 10 km nördlich der Kantonshauptstadt Chur im Bündner Rheintal (auch Churer Rheintal genannt). Auf der rechten Rheinseite erstreckt sich das Territorium vom Fluss über den von den Wildbächen Schlundrüfi und Chessirüfi zerfurchten Hang bis an den Grat, welcher die Wasserscheide zum Tal von Valzeina bildet. Dort wird ganz im Südosten am Cyprianspitz mit 1'774 m die grösste Höhe erreicht. Das früher ebenfalls zu Zizers gehörende Gebiet links des Rheins bildet seit 1854 die eigenständige Gemeinde Mastrils und wurde 2012 mit Igis zur Gemeinde Landquart vereinigt.

Im Jahr 1997 wurden 41,5 % der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt, der Wald nahm 38,5 % ein, die Siedlungen 12,1 %. Als unproduktiv galten 7,8 %.

Zizers grenzt an die Gemeinden Landquart, Valzeina, Trimmis, Untervaz und Maienfeld.

Wappen

Blasonierung: In Silber (Weiss) ein aufrechtschreitender, rot gezungt und so geziert, schwarzer Steinbock, einen gestürzten schwarzen Schlüssel tragend

Bereits das 1527 verwendete Gemeindesiegel zeigte das Wappentier des Gotteshausbundes. Der Schlüssel, das Attribut des Kirchenpatrons Petrus, dient zur Differenzierung.

Geschichte

Das an der Hauptverkehrsroute der Deutschen Strasse, der Verbindung vom Bodenseeraum nach Chur und weiter zu den Bündner Alpenpässen, gelegene Dorf erscheint urkundlich 824 als Zizuris. Funde aus der Bronze- und Römerzeit lassen einen wesentlich älteren Siedlungsursprung vermuten. Unklar ist die Herkunft des Ortsnamens, den manche Forscher auf den römischen Dichter Zizerus oder eine Göttin Ziza zurückführen wollen. 955 schenkte Otto der Grosse den Königshof zu Zizers samt der zugehörigen Kirche dem Bistum Chur, wo er seinen Günstling Hartpert als Bischof eingesetzt hatte. Dieser Königshof wurde 2010 zufällig bei Grabungsarbeiten entdeckt und wird seitdem rekonstruiert.

Die Wirtschaft des mit Marktrecht begabten, kleinstädtisch anmutenden Dorfes ruhte auf mehreren Säulen: Neben der Landwirtschaft (Wein-, Obst- und Ackerbau) sind seit dem Mittelalter diverse Handwerkszweige belegt. Im Umkreis der Sust florierten Handel und Gastgewerbe. 1519 konstituierte sich aus den bischöflichen Herrschaften Friedau und Alt-Aspermont das Hochgericht Vier Dörfer des Gotteshausbundes mit Zizers als Hauptort (3/7 der Stimmrechte). 1649 wurden die letzten bischöflichen Rechte abgelöst und somit die volle Souveränität innerhalb der Drei Bünde erreicht. Seit dem 17. Jahrhundert sind in der Gemeinde beide Konfessionen vertreten.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 1980 2000 2005 2010
Einwohnerzahl 925 1107 1281 2425 2983 3064 3201

Wirtschaft

Auch wenn die Landwirtschaft ihre überragende Bedeutung verloren hat, prägen Obst- und Weingärten das Ortsbild. Zizers, bekannt für seinen Blauburgunder, liegt in einem klassischen Föhntal in Nord-Südausrichtung auf ca. 600 m Höhe und zählt dadurch zu den wärmsten Deutschschweizer Weinbaugebieten. Im übrigen dominiert mittelständisches Gewerbe. Gemeinsam mit der Nachbargemeinde Landquart wird die verkehrsgünstig an Bahnlinie und Autobahn gelegene Industriezone Tardisland erschlossen und vermarktet. In der Land- und Forstwirtschaft waren 74 Personen beschäftigt, im gewerblichen Bereich 144 und im Dienstleistungssektor 447 (Stand 2000–01).

Verkehr

Die Gemeinde besitzt eine Bahnstation an der halbstündlich bedienten Linie Chur–Landquart der Rhätischen Bahn. Ausserdem verkehrt eine Postautolinie vom Bahnhof Landquart nach Zizers. Durch die Lage an der Autobahn A13 ist die Kantonshauptstadt in zehnminütiger Fahrt zu erreichen, Zürich, Sankt Gallen und Davos mit ca. einer Stunde Fahrzeit.

Tourismus

In der Gemeinde Zizers gibt es ein Hallenbad, eine Indooranlage mit Tennis, Sauna, Squash und Billard sowie eine Beachvolleyball-Anlage mit zwei Feldern. Zusammen mit der Einbindung in ein grosses Netz von Wander- und Radwegen in abwechslungsreicher Landschaft – vom Rheinufer mit seinen Auenwäldern bis zu den Wiesen und Obstbäumen am Hang – ist Zizers ein Teil der Tourismusregion Graubünden.

Bildung

In Zizers domiziliert ist die Höhere Fachschule für Sozialpädagogik der Stiftung Gott hilft.

Sehenswürdigkeiten

Nach mehreren grossen Dorfbränden (zuletzt 1767 und 1897) beherrschen moderne Bauten das Bild der Hauptstrasse. Es gibt jedoch eine Reihe hervorragender Einzelobjekte:

  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde im 15. Jahrhundert an Stelle einer romanischen Vorgängerin erbaut und 1767 nach Brandschaden im Barockstil neu ausgestattet[2].
  • Im oberen Dorfteil liegt die reformierte Kirche, die als St. Andreas im Jahr 1340 erwähnt, 1644 der reformierten Gemeinde übergeben und 1711 erweitert wurde.
  • Wahrzeichen von Zizers ist der Kuppelturm des Unteren Schlosses[3]. Als Stammsitz der Linie Salis-Zizers in mehreren Phasen von 1620 bis 1687 erbaut, beherbergt das Schloss seit 1899 ein Altersheim, das St. Johannes Stift. Die Innenräume sind deshalb für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Im St. Johannes Stift verbrachte Zita, die letzte Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, von 1962 bis zu ihrem Tod am 14. März 1989, die letzten Jahre ihres siebzigjährigen Exils.
  • Oberes Schloss[4]
  • Unweit des Bahnhofs erhebt sich die Ruine der im 13. Jahrhundert als bischöfliches Herrschaftszentrum errichteten Burg Friedau. 1649 von den Vier Dörfern erworben, diente der viergeschossige Turm zeitweise als Gefängnis. Beim Dorfbrand 1897 wurde er beschädigt und ist seither Ruine.
  • Aufgezählter Listeneintrag

Persönlichkeiten

  • Bartholomäus Anhorn der Ältere (1566-1642), evangelisch-reformierter Pfarrer und Historiker in Graubünden und Appenzell, in Zizers 1612-1614
  • Zita von Bourbon-Parma (1892-1989), lebte von 1962 bis zu ihrem Tod am 14. März 1989 in Zizers und war als Gemahlin Kaiser Karls I. von 1916 bis 1918 letzte Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn.

Literatur

  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Band VII: Die Stadt Chur und der Kreis der fünf Dörfer. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 20). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1948, DNB 760079668 .

Weblinks

 Commons: Zizers  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul auf www.graubuendenkultur.ch
  3. Unteres Schloss auf www.graubuendenkultur.ch
  4. Oberes Schloss auf www.graubuendenkultur.ch

Kategorien: Schweizer Gemeinde | Ort im Kanton Graubünden

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zizers (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.