Zistersdorf - LinkFang.de





Zistersdorf


Zistersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Fläche: 88,75 km²
 :
Höhe: 199 m ü. A.
Einwohner: 5.394 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 2225
Vorwahl: 02532
Gemeindekennziffer: 3 08 63
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 12
2225 Zistersdorf
Website: www.zistersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Peischl (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(29 Mitglieder)
17
8
2
2
17 
Lage der Stadt Zistersdorf im Bezirk Gänserndorf
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Zistersdorf ist eine Stadtgemeinde mit 5394 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich.

Geografie

Zistersdorf liegt am Fuße des Steinberges im Weinviertel, inmitten von Weinbergen. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 88,75  km², 8,13 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (in Klammern Einwohner Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Blumenthal (140)
  • Eichhorn (309)
  • Gaiselberg (241)
  • Gösting (295)
  • Großinzersdorf (494)
  • Loidesthal (618)
  • Maustrenk (327)
  • Windisch Baumgarten (194)
  • Zistersdorf (2782)

Nachbargemeinden

Wilfersdorf (Bez. Mistelbach)

Palterndorf-Dobermannsdorf
Mistelbach (Bez. Mistelbach)
Sulz im Weinviertel

Spannberg

Geschichte

Zistersdorf wurde im Jahre 1160 erstmals urkundlich erwähnt und um 1250 von den Kuenringern als mit Mauern umgebene Stadt gegründet. Die Verleihung des Stadtrechtes erfolgte 1284.

Der Ort und seine Umgebung waren mehrmals Opfer feindlicher Einfälle, so wurden im 15. Jahrhundert große Teile des Weinviertels von den Hussiten heimgesucht und geplündert, darunter auch Zistersdorf. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges zog der schwedische General Torstensson nach seinem Sieg bei Jankau 1645 eine Spur der Verwüstung bis nach Wien, wobei er mit seinem Heer auch in Zistersdorf einfiel. Am 17. Oktober 1706 fielen die Kuruzen unter Graf Simon Forgatsch (Forgács) mit 16.000 Mann in Zistersdorf ein, plünderten den Ort und töteten im Schloss rund 400 Menschen.

Nachdem der letzte Kuenringer 1594 verstorben war, wurden danach die Pottendorfer, später die Grafen von Althan die Stadtherren von Zistersdorf. Zu den Stadtherren gehörte auch Rudolf von Teuffenbach, der als Feldmarschall im Dreißigjährigen Krieg in der Armee Wallensteins diente. Er gründete ein Spital und ein Franziskanerkloster mit Kirche, die heutige Pfarrkirche. Um 1820 wurde das Schloss der k.k. Ritterakademie übergeben.

Bekannt wurde Zistersdorf durch seine Erdölfunde. Im August 1930 wurde zum ersten Mal Rohöl gefördert. Allerdings reichte die Fördermenge nicht zur Ausbeutung. Vier Jahre später wurde die Bohrung Gösting 2 fündig und erreichte eine Tagesproduktion von 30 Tonnen Erdöl. Diese Erdölvorkommen hatten im Zweiten Weltkrieg für die Kriegsführung der Wehrmacht enorme Bedeutung. Demzufolge kam es zu Engpässen beim Volumen der verfügbaren Treibstoffe, als am 16. und 26. Juni 1944 die Alliierten die dortigen Erdölförderungsanlagen bombardierten.

Durch den Umstand, dass sich in Zistersdorf und seiner Umgebung die letzten noch funktionierenden Erdölfelder des Dritten Reiches befanden, gehörte der Ort zu den Primärzielen der Roten Armee, als diese am 6. April 1945 die March Richtung Westen überschritt. Das Gebiet wurde von Wehrmacht und Waffen-SS energisch verteidigt, jedoch noch im Verlauf des Aprils von den Russen überrannt.

Seit 1994 bemühte sich der Müll-Konzern ASA um die Errichtung einer Müllverbrennungsanlage im landschaftlich reizvoll gelegenen Ort, im Herbst 2006 wurde mit dem Bau begonnen und 2009 hat die Müllverbrennungsanlage zur thermischen Verwertung von Restmüll und Klärschlamm den Betrieb aufgenommen.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeindevertretung

17
8
2
2
17 
Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
56,43 %
(-4,08 %p)
26,19 %
(+0,63 %p)
9,70 %
(+1,96 %p)
7,68 %
(+1,49 %p)
2010

2015

Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Wolfgang Peischl, Amtsleiter ist Dr. Josef Mötz. Im Stadtgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 29 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 17, SPÖ 8, FPÖ 2, GRÜNE-Liste 2.

Wappen

Die offizielle Beschreibung des Wappens der Stadt Zistersdorf lautet:

„In einem blauen Schild auf grünem Grund eine silberne zinnenbewehrte zum Rund geschlossene Stadtmauer mit einem zinnenbekrönten Torturm, der ein offenes, mit einem goldenen Gatter versehenes Tor und darüber ein Rundbogenfenster zeigt und von zwei runden, gezinnten und mit Fenstern versehenen Wehrtürmen mit roten, mit goldenen Knäufen versehenen Spitzdächern begleitet wird, zwischen denen über dem Torturm ein in Blau und Rot geteilter Schild mit einem aus der Teilung wachsenden silbernen geschwänzten Löwen schwebt.“[2]

Regionalpolitik

In Zistersdorf befindet sich der Sitz der 1997 gegründeten Euregio Weinviertel-Südmähren-Westslowakei.

Städtepartnerschaften

Hauptort der Gemeinde: Die Stadt Zistersdorf

Zistersdorf (Stadt)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Katastralgemeinde Zistersdorf
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Gänserndorf, Niederösterreich
Pol. Gemeinde Zistersdorf
Koordinaten
Höhe 199 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 2532 (2001)
Gebäudestand 949 (2001)
Fläche d. KG 18,7 km²
Postleitzahl 2225
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 03580
Katastralgemeinde-Nummer 06128
Zählsprengel/ -bezirk Zistersdorf-Zentrum, -West, -Nord-Ost (30863 001–3)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
Hauptort der Gemeinde wie auch Ortschaft und Katastralgemeinde ist die Stadt Zistersdorf.

Die Ortschaft umfasst um die 950 Gebäude mit gut 2.500 Einwohnern, also knapp die Hälfte der Gemeindebevölkerung. Das Stadtgebiet gliedert sich in das historische Zentrum, in dem die konzentrisch um den Hauptplatz angelegte alte Kernstadt deutlich wird, Schloss Zistersdorf, sowie die jungen Erweiterungssiedlungsgebiete Zistersdorf-West (entlang der Kaiserstraße, und südwestlich an Gaiselbergerstraße und Albrechtstraße), und Zistersdorf-Nord-Ost (Alte Marktstraße und Schalthausgasse), und südöstlich an Großinzersdorferstraße und Dürnkruterstraße.

Zur Katastralgemeinde mit etwa 1870 Hektar gehören die Gründe über das Albrechtstal bis zum Föhrenwald im Westen, die Stadtlüssln bis zur Hofäckerkapelle (an der Dürnkruterstraße) im Süden, das ganze Rustenfeld bis fast an den Groß-Inzersdorfer Bach im Osten, und die Fluren Dritthalbgwanden, Vierthalbgwanden und Zulüssfeld im Nordosten. Letztere drücken allesamt alte Besitzverhältnisse aus. Sie sind nur marginal besiedelt.

Nachbarorte, -ortschaften und -katastralgemeinden


Eichhorn
Gaiselberg Großinzersdorf Dürnkrut (Gem. Dürnkrut)
die Orte selbst liegen jeweils dahinter, Maustrenk hinter Windisch Baumgarten (Katastralgebiet Maustrenk grenzt südlich davon an); Palterndorf liegt hinter Gösting (Katastralgebiet grenzt im Nordosten an, der Gösting umfasst)

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 205, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 332. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2368. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,98 %.

Verkehr

Zistersdorf ist Endpunkt der nur mehr für den Güterverkehr genutzten Bahnstrecke Drösing–Zistersdorf.

Energiewirtschaft

Heute ist die Gegend auch starkt von Windkraft geprägt. Neben der kleinen Anlage der Straßenmeisterei von 1995[3] entstand 1998 bei Maustrenk ein Windpark mit vier 70-m-Türmen (Windpark Zistersdorf), der 2008 – als einer der ersten in Niederösterreich – ohne Probleme abgebaut werden konnte.[4] Bei Maustrenk ist seit 2005 auch ein Feld mit derzeit 7 2-MW-Anlagen (105 m Turmhöhe) der WEB Windenergie AG in Betrieb (Windpark Maustrenk).[5] Im Osten geht 2014/15 ein Windpark der RENERGIE (Raiffeisen) und ImWind mit 9 140-m-Türmen mit je 3 MW ans Netz (Zistersdorf Ost), der sich dann im Windpark Velm-Götzendorf fortsetzt.[6]

Zistersdorf ist auch der Standort einer Biodieselraffinerie. Im Jahr 2009 hat eine von der .A.S.A. Abfall Service Zistersdorf GmbH errichtete Müllverbrennungsanlage zur thermischen Verwertung von Restmüll und Klärschlamm den Betrieb aufgenommen.

Kultur

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Zistersdorf
  • Schloss Zistersdorf: von 1278, mit Umbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Darin befindet sich seit 1960 die Landesberufschule für das Sanitär-, Heizung- und Lüftungshandwerk.
  • Stadtmauer: teilweise erhaltene Stadtmauer mit Pulverturm und Stadttor
  • Barocke Pestsäule: von 1747
  • Stadtpfarrkirche: wurde als Franziskanerkloster gegründet
  • Wallfahrtskirche Maria Moos: das älteste Quellenheiligtum Niederösterreichs (1160)[7], ursprünglich romanisch, später gotisiert, mit Barockelementen und einem Altarbild von Paul Troger
  • Darüber hinaus gibt es ein Stadtmuseum.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Karl Friedl (1898–1966), Geologe, Förderer der österreichischen Erdölindustrie (Ehrenbürger der damals selbstständigen Gemeinde Gösting)
  • Karl Freiherr Haus von Hausen (1823–1889)
  • Leopold Lederer, Bürgermeister der Stadt Zistersdorf
  • Ferdinand Reiter (1926–2013), Politiker
  • Benedikt Amon, Zisterzienserpater des Stiftes Zwettl, langjähriger Stadtpfarrer von Zistersdorf

Söhne und Töchter der Stadt

Söhne und Töchter der Dörfer

  • Johann Georg Frimberger (1851–1919), österreichischer Dialektdichter und Schriftsteller, geboren in Groß-Inzersdorf

Personen mit Beziehung zur Gemeinde

  • Franz Haas (1948–2004), österreichischer Maler, lebte und arbeitete in Zistersdorf
  • Ferdinand Reiter († 2013), österreichischer Politiker, Hauptschullehrer, Gemeinderat und Bürgermeister der Stadt Zistersdorf

Literatur

  • Franz Binder: 800 Jahre Wallfahrtskirche Maria Moos und 800 Jahre Zistersdorf. Eigenverlag, Zistersdorf 1960
  • Franz Binder: Zistersdorfer Heimatbuch. Eigenverlag, Zistersdorf 1966

Weblinks

 Commons: Zistersdorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Entnommen aus der Märzausgabe der Rathauspost der Stadtgemeinde Zistersdorf
  3. Windpark Zistersdorf/NÖ , elektrotankstellen.net, Fotoarchiv
  4. Zistersdorf: Erster Rückbau im Weinviertel: Windanlagenn hinterlassen nach dem Abbau keine Spuren in der Landschaft , igwindkraft.at, 11.9.2008;
    Zistersdorf Windpark (Österreich) , thewindpower.net
  5. WP Maustrenk , WEA Maustrenk - Erweiterung , beide windenergie.at
  6. Pressemitteilungen 2013: Spatenstich WP Zistersdorf am 25.9.2013 , renergie.at;
    04.10.2013 - Frischer Wind für Energiewende , raiffeisen-klimaschutz.at
    RENERGIE – Windpark Zistersdorf Ost GmbH sowie ImWind ZiOst GmbH, Vorhaben „Windpark Zistersdorf Ost“– Errichtung und Betrieb von 6 Windenergieanlagen in den KGs Loidesthal und Großinzersdorf, Gemeinde Zistersdorf, Bezirk Gänserndorf; Änderungsantrag nach § 18b UVP-G 2000; Kundmachung des Änderungsantrages + Erweiterung Änderungsantrag , noe.gv.at → Umweltschutz → Umweltrecht aktuell, abgerufen 9. November 2013.
  7. Eintrag zu Zistersdorf im Austria-Forum  (im Heimatlexikon)

Kategorien: Hauptort einer Gemeinde in Niederösterreich | Ort im Bezirk Gänserndorf | Zistersdorf | Gemeinde in Niederösterreich

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zistersdorf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.