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Zirl


Zirl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 57,24 km²
 :
Höhe: 622 m ü. A.
Einwohner: 8.022 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 6170
Vorwahl: 05238
Gemeindekennziffer: 7 03 69
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bühelstraße 1
6170 Zirl
Website: www.mg.zirl.at
Politik
Bürgermeister: Josef Kreiser (Zirl Aktiv)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
5 SPÖ,
7 Zirl Aktiv,
1 FPÖ,
4 Zirler Volkspartei,
2 Frischer Wind und Grüne
Lage der Marktgemeinde Zirl im Bezirk Innsbruck-Land
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Zirl ist eine Marktgemeinde mit 8022 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Telfs.

Geografie

Lage

Zirl befindet sich am südwestlichen Ende des Karwendelgebirges etwa 10 km westlich von Innsbruck im Inntal am Südostfuß des Zirler Bergs (1057 m). Es liegt am Nordufer des Inns auf dem Schwemmkegel von Ehnbach und Schloßbach.[1]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst neben dem Hauptort Zirl noch das etwa 300 m höher gelegene Hochzirl, die Martinswand, die Ehnbachklamm und einen Teil der Nordkette mit dem 2.637 m hohen Kleinen Solstein. Der Ortsteil Zirl Bahnhof liegt als einziger südlich des Inns. Eigenhofen und Dirschenbach sind zwei westlich vom Ortskern gelegene Weiler an der alten Bundesstraße.[1]

Nachbargemeinden

Geschichte

Auf dem Martinsbühel ist eine Besiedlung seit der La-Tène-Zeit nachgewiesen. Im 4./5. Jahrhundert bestand hier die römische Militärstation Teriolis, die unter dem Römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. um 1500 zu einem Jagdschloss ausgebaut wurde. Die Kaiser-Max-Grotte / Martinswandgrotte erinnert daran, dass sich hier Maximilian I. Ende des 15. Jahrhunderts bei der Gämsenjagd verstiegen haben soll.[1]

Zirl war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Römerstraße Via Raetia nach Augsburg. Hier begann der steile Anstieg zum Seefelder Sattel, dessen Verlauf heute jedoch nicht mehr eindeutig zu klären ist. Urkundlich erwähnt wurde die Gemeinde erstmals 28. Oktober 799.[1]

Die heutige Burgruine Fragenstein wurde vor 1209 gegründet und 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg (Bayrischer Rummel) gesprengt, worauf sie seither verfällt.[2][1] Das Gebiet um die Ruine ist heute Naturschutzgebiet.

Seit dem 17. Jahrhundert war die Gemeinde neben Thaur eines der Zentren des Baus von Weihnachtskrippen. Zirl war immer wieder von Überschwemmungen und Bränden heimgesucht worden, so zuletzt am 21. Juni 1908 bei einem Großbrand, der den Großteil der Häuser vernichtete.[1]

1826 wurde in Zirl der bedeutende Tiroler Kirchenmaler Franz Plattner geboren. Er starb 1887 in Innsbruck.[3]

Von 1910 bis 1912 wurde die Mittenwaldbahn mit aufwändigen Bauten errichtet, von denen in Zirl als bedeutende Bauwerke der Martinswandtunnel, der Schloßbachviadukt, der Ehnbachklammviadukt und der Bahnhof Hochzirl liegen.[1]

Ein großes Bevölkerungswachstum in den letzten Jahrzehnten machte aus Zirl eine Wohngemeinde.

Seit dem 1. Juni 1984 trägt Zirl den Titel Marktgemeinde.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt.

Josef Kreiser („Zirl Aktiv“) wurde als Bürgermeister abgewählt. Zwischen den Kandidaten Iris Zangerl-Walser (ÖVP) & Thomas Öfner (SPÖ) fand am 13. März 2016 eine Stichwahl statt.[4]

Partei Prozent Stimmen Sitze im
Gemeinderat
Koppelung
Für Zirl - SPÖ und Parteifreie 26,50 % 1112 6
Zirl Aktiv - Liste Josef Kreiser 25,07 % 1052 5
Zukunft Zirl - Volkspartei 25,40 % 1066 5
Frischer Wind und Grüne 12,10 % 0508 2
Freiheitliche Partei Österreich - Ortsgruppe Zirl, Margit Gastl - FPÖ Zirl 08,03 % 0337 1

Bei der Stichwahl erreichte Mag. Thomas Öfner (SPÖ) 64,69 % der Stimmen und wurde damit zum Bürgermeister gewählt.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Zirl

Wirtschaft und Infrastruktur

Zirl hat Anschluss an die Inntalautobahn A 12 mit den Ausfahrten Zirl-West und Zirl-Ost.

Der Bahnhof der Arlbergbahn befindet sich südwestlich des Ortskerns, auf der anderen Innseite, wo sich mehrere Industrie- und Gewerbebetriebe niedergelassen haben. Durch die zahlreichen Betriebe ist der Bahnhof Zirl einer der größten Güterbahnhöfe Tirols.

Der oberhalb gelegene Ortsteil Hochzirl mit dem Landeskrankenhaus Hochzirl (eine Sonderkrankenanstalt für Innere Medizin und Neurologische Akutnachbehandlung) hat eine Haltestelle der Mittenwaldbahn. Weiters hat Zirl Anschluss nach Innsbruck und Telfs über Regionalbusse.

Das günstige Lokalklima ermöglicht hier Weinbau, der jedoch wie die Landwirtschaft wenig Bedeutung hat (die Weingärten werden aktuell nicht bewirtschaftet). Bedeutende Betriebe sind in den Bereichen Bauindustrie, Chemische Industrie, Schotterwerk und Recycling zu finden.

Freizeit

Die Martinswand östlich von Zirl bietet einen anspruchsvollen Klettersteig, bei dem Trittsicherheit gefordert ist, und viele Kletterrouten.

Zirl ist Ausgangspunkt von Wanderungen im Bereich des Karwendel, etwa zur Neuen Magdeburger Hütte (Martinsbergalm) oder zum Solsteinhaus.

Das 2015 fertiggestellte Veranstaltungs- & Begegnungszentrum B4 bietet Platz für über 500 Personen. Im B4 sind der Schützenverein, Theaterverein und der Alpenverein eingemietet, das Areal bietet eine Tiefgarage für bis zu 80 Fahrzeuge.

Weblinks

 Commons: Zirl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Zirl – Reiseführer
 Wikisource: Zirle in der Topographia Austriacarum (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Benjamin Flöß, „Zirl in Wort und Bild“, Steiger Verlag, Innsbruck 1983, ISBN 3-85423-021-4
  2. Geschichte Tirol - Schloss Fragenstein
  3. Helmuth Öhler, Franz Plattner (1826-1887). Ein Tiroler Kirchenmaler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (phil. Diplomarbeit), Innsbruck 1992.
  4. [1] Marktgemeinde Zirl (mg.zirl.at)
  5. [2] wahlen.zirl.at

Kategorien: Ort am Inn | Ort im Bezirk Innsbruck Land | Zirl | Gemeinde in Tirol

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zirl (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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