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Zentralvenenthrombose


Klassifikation nach ICD-10
H34.8 Sonstiger Netzhautgefäßverschluss
- Venöser retinaler Gefäßverschluss: zentral
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Eine Zentralvenenthrombose ist ein Verschluss des zentralen blutableitenden Gefäßes im Auge (Vena centralis retinae). Folge ist in erster Linie eine schmerzlose Verschlechterung dessen Sehkraft.

Beschwerden und Befunde

Der Patient bemerkt zumeist eine schmerzlose Visusminderung oder ein Schleiersehen („wie durch eine Gardine“). Der Augenarzt stellt beim Spiegeln des Augenhintergrundes (Funduskopie) streifige Blutungen in der Netzhaut, Cotton-Wool-Flecken oder wenigstens eine Schwellung des Sehnervenaustrittes (Papillenödem) fest.

Ursachen und Folgen

Die Ursache ist nicht ausreichend geklärt. Erhöhungen des Hämatokritwertes, wie sie nach Höhentraining auftreten, und allgemeine Risikofaktoren von Thrombosen sollen eine Rolle spielen. Als Komplikation kann es zu einer bleibenden Visusminderung bis zur Erblindung des Auges kommen. Weiterhin kann eine Erhöhung des Augeninnendruckes (neovaskuläres Glaukom) auftreten. Die Pathophysiologie erinnert an die der Sinusthrombose in der Schädelhöhle.

Therapie

Durch Lasereingriffe (panretinale Photokoagulation) kann die Blutzufuhr im nicht durchbluteten Netzhautareal vermindert und so ein später erfolgender Anstieg des Augeninnendrucks durch ein Sekundärglaukom vermieden werden. Bei einem Makulaödem ist die Injektion von Medikamenten in den Glaskörper Therapie der Wahl. Ferner kann eine Thrombolyse (Auflösen des Blutgerinnsels mit biologisch aktiven Substanzen) oder eine Hämodilution (Verdünnung des Blutes durch Infusionen) versucht werden.[1] In den letzten Jahren wurden auch operative Verfahren entwickelt (beispielsweise „radiale Neurotomie “ oder „Dekompression“ des Sehnerven), deren Nutzen aber noch nicht ausreichend bewiesen ist.[2]

Quellen

  1. L. O. Hattenbach u. a.: Visual outcome after treatment with low-dose recombinant tissue plasminogen activator or hemodilution in ischemic central retinal vein occlusion. In: Ophthalmologica. 1999;213(6), S. 360–366. PMID 10567867
  2. H. Shahid u. a.: The management of retinal vein occlusion: is interventional ophthalmology the way forward? In: Br J Ophthalmol. 2006 Mai;90(5), S. 627–639. PMID 16622095 .
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Kategorien: Krankheitsbild in der Augenheilkunde

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