Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr - LinkFang.de





Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr


Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr
— ZSanDstBw —

Aufstellung 1. Oktober 2000
Land Deutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Typ Militärischer Organisationsbereich
Grobgliederung Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr

Aktive Soldaten: 19.625[1] (31. Mai 2016)
davon Frauen:
7.628[2](31. März 2016) Beorderte Reservisten:
13.900 (Soll)

Leitung
Inspekteur des Sanitätsdienstes GenOStArzt Michael Tempel[3]
Stv. Inspekteur und Kommandeur Gesundheitseinrichtungen GenStArzt Stephan Schoeps

Der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr (ZSanDstBw) ist einer der militärischen Organisationsbereiche der Bundeswehr. Der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr leistet für alle Teilbereiche der Bundeswehr, darunter Heer, Luftwaffe, Marine und Streitkräftebasis, den Großteil der sanitätsdienstlichen Betreuung.

Die unter Führung der Teilstreitkräfte stehenden sanitätsdienstlichen Kräfte wie der Bordsanitätsdienst und das Schiffahrtmedizinische Institut der Marine, das Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe und der Sanitätsdienst des Heeres bilden fachlich mit dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr den Sanitätsdienst der Bundeswehr.

Auftrag des Zentralen Sanitätsdienstes

Auftrag des Zentralen Sanitätsdienstes ist es, die Gesundheit der Soldaten zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen.

Dieser Anspruch gilt für das gesamte Spektrum medizinischer Versorgungsleistungen. Der Zentrale Sanitätsdienst stellt mit seinen Kräften und Mitteln auch die medizinische Versorgung und Begutachtung der Soldaten im In- und Ausland sicher. Insbesondere bei Auslandseinsätzen drohen gesundheitliche Gefahren, denen Soldaten im Inland nicht ausgesetzt sind. Dabei gilt die Maxime, den Soldaten im Falle einer Erkrankung, eines Unfalls oder einer Verwundung im Auslandseinsatz eine medizinische Versorgung zuteilwerden zu lassen, die im Ergebnis dem fachlichen Standard in Deutschland entspricht.

Aufgaben des Sanitätsdienstes

  • Medizinische Versorgung der Soldaten im Frieden und im Einsatz. Im Einsatz gewährleisten einer sanitätsdienstlichen Versorgung, die überall und jederzeit deutscher Ergebnisqualität entspricht
  • Rückführung verletzter oder erkrankter Soldaten aus dem Einsatz oder bei Übungen (STRATAIRMEDEVAC)
  • medizinische Aus- und Fortbildung des gesamten Sanitätspersonals
  • Hilfeleistung für zivile Einsatzdienste, z. B. bei Katastrophen oder speziellen Einsatzfällen
  • Mitwirkung im öffentlichen Rettungsdienst (z. B. durch die Stellung von Notärzten und Rettungsassistenten für die Rettungshubschrauber der Bundeswehr bzw. ziviler Betreiber)
  • humanitäre Auslandshilfe im Auftrag der Bundesregierung
  • Herstellung, Lagerung und Verteilung von Medikamenten und medizinischem Hilfsmaterial
  • Forschung im Bereich der Wehrmedizin
  • Laboruntersuchungen zur Erfüllung der öffentlich-rechtlichen Aufgaben
  • Mitarbeit bei der Tauglichkeitsprüfung (Musterung, spezielle Eignungsprüfungen) und betriebsärztlichen Betreuung

Führung und Gliederung

Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr im Rang eines Generaloberstabsarzt oder Admiraloberstabsarztes führt das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr als oberste Kommandobehörde des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr und stellt über dieses Kommando die materielle und personelle Einsatzbereitschaft des Organisationsbereiches sicher. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes untersteht dem Generalinspekteur der Bundeswehr. Alle anderen Dienststellen des Organisationsbereiches sind dem Kommando Sanitätsdienst mittelbar oder unmittelbar unterstellt. Unmittelbar unterstehen die Bundeswehrkrankenhäuser, das Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung, das Kommando Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung, die Sanitätsakademie der Bundeswehr und einige weitere sanitätsdienstliche Einrichtungen.

Ausbildung

Jeder Soldat wird in Erster Hilfe nach der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 49/20 ausgebildet, damit dieser Selbst- und Kameradenhilfe leisten kann. Davon ist die Ausbildung im Sanitätsdienst zu unterscheiden, diese erfolgt u. a. nach ZDv 49/21 (Erste sanitätsdienstliche Hilfe) und ZDv 49/23 (Verbandslehre). Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr gibt dazu entsprechende Weisungen heraus.[4]

Siehe auch: Einsatzersthelfer

Uniform und Dienstgrade

Soldaten des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr (ZSanDstBw) tragen Heeres-, Luftwaffen- oder Marineuniform. Die Dienstgradbezeichnungen im Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr entsprechen den Dienstgraden in den anderen Bereichen der Bundeswehr. Sanitätsoffiziere, die besonders häufig im Zentralen Sanitätsdienst dienen, führen je nach Approbation (Humanmedizin, Tiermedizin und Pharmazie) und Uniformträgerbereich (Luftwaffen- und Heeresuniformträger oder Marineuniformträger) Dienstgrade, die von den Dienstgraden der Offiziere in anderen Laufbahnen abweichen. Anhand ihrer laufbahn- und approbationsspezifischen Dienstgradabzeichen, die sich leicht von dener der übrigen Offiziere unterscheiden, ist ihre Dienstgradbezeichnung abzulesen. Soldaten im niedrigsten Dienstgrad führen häufig die Dienstgradbezeichnung Sanitätssoldat.

Bis 2012 trugen die Angehörigen des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr zudem am Diensthemd einen runden Anstecker mit Äskulapstab auf Eisernem Kreuz, der auf der rechten Seite des Hemdkragens angebracht wurde. Für Uniformträger des Heeres und der Luftwaffe war er silber-, für die der Marine und für Generale war er goldfarben. Zum 1. Oktober 2012 wurde er nach Entscheidung des Inspekteurs des Sanitätsdiensts abgelegt.

Geschichte

Der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr entstand im Zuge der Bundeswehrreform ab 2000 aus den damaligen Zentralen Sanitätsdienststellen und durch eine weitgehende Zentralisierung sanitätsdienstlicher Kräfte und Mittel der Teilstreitkräfte. Ausgenommen waren hiervon lediglich kleine Bereiche wie etwa der Bordsanitätsdienst der Marine, der fliegerärztliche Dienst, sowie der Sanitätsdienst des Heeres und die sanitätsdienstlichen Institute von Luftwaffe und Marine, die organisatorisch weiter Teil der jeweiligen Teilstreitkraft sind.

Am 20. September 2011 gab der damalige Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière bekannt, dass im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr geplant ist, die Anzahl der aktiven Soldaten im zentralen Sanitätsdienst auf maximal 15.120 zu reduzieren. Davon sollen 14.120 Berufssoldaten/Zeitsoldaten und zwischen 500 und 1.000 Freiwillig Wehrdienstleistende (FWD) sein.[5] Im Zuge der Neuausrichtung wurde die Gliederung des Organisationsbereiches geändert. Analog der Gliederung von Heer, Luftwaffe, Marine und Streitkräftebasis wurde die oberste Führung des Organistationsbereiches im neu aufgestellten Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr gebündelt, dessen Kommando der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr übernahm. Die bisher verzweigte Führungsstruktur aus Führungsstab des Sanitätsdienstes und den nachgeordneten Sanitätsführungskommando und Sanitätsamt der Bundeswehr entfiel.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium der Verteidigung: Stärke: Militärisches Personal der Bundeswehr Bundeswehr, 14. Juni 2016, abgerufen am 21. Juni 2016 (Stand: 31. Mai 2016).
  2. Susanne Lopez/Frank Bötel: Gelebte Normalität: Frauen in der Bundeswehr Bundeswehr, 20. April 2016, abgerufen am 20. April 2016 (Stand: 31. März 2016 – Die Zahlen werden quartalsweise aktualisiert.).
  3. Uwe Henning: „Ich melde mich ab“. In: Sanitätsdienst. Bundeswehr, 14. Juli 2015, abgerufen am 15. Juli 2015.
  4. Weisung mit Ausbildungsplan des Inspekteurs des Sanitätsdienstes der Bundeswehr (PDF-Datei , Stand 6. Februar 2006)
  5. Thomas Wiegold: Die Grobstruktur steht. Augen geradeaus!, 21. September 2011, abgerufen am 21. September 2011.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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