Zelot - LinkFang.de





Zelot


Der Begriff Zelot (von griech. ζηλωτής zelotes, ‚Eiferer‘; hebräisch קנאי‎ kanai) leitet sich von der biblischen Person Pinchas ben Eleasar, einem Enkel Aarons, ab, der ein religiöser Eiferer war und mit dem Speer in der Hand „für seinen Gott eiferte“. Dies tat er, indem er einem anderen Israeliten, der sich mit einer „fremden“ Frau eingelassen hatte, in dessen Zelt folgte und ihn und die Frau mit seinem Speer durchbohrte (4. Buch Mose, 25). Im Folgenden wurden bestimmte religiöse jüdische Eiferer jahrhundertelang als „Zeloten“ bezeichnet.

In der deutschen Bildungssprache wird die Bezeichnung „Zelot“ heute manchmal auch allgemein für einen Eiferer oder Fanatiker verwendet, jedoch nach wie vor üblicherweise für einen religiös motivierten.

Im Zusammenhang mit dem sogenannten Synkretistischen Streit werden die orthodoxen Lutheraner (als eine der beiden Streitparteien) als „Zeloten“ bezeichnet.

Hauptverwendung des Begriffs

Die Zeloten waren eine von Judas dem Galiläer und einem Priester mit Namen Zadok (auch: Sadduk) im Jahre 6 n. Chr. gegründete paramilitärische Widerstandsbewegung der Juden gegen die römische Besatzung.[1] 70 n. Chr. fielen zahlreiche von ihnen bei der Eroberung Jerusalems durch römische Legionäre. Die letzten Aufständischen, die sich nach dem Fall der Stadt in die Bergfestung Masada zurückgezogen hatten, konnten sich noch bis 73 n. Chr. den römischen Legionen widersetzen. Als sie erkannten, dass ihr Widerstand nicht mehr aufrechterhalten werden konnte, beschlossen sie gemäß der Überlieferung, als freie Bürger aus dem Leben zu scheiden, töteten alle anwesenden Frauen und Kinder und warfen das Los, um zu bestimmen, wer die Pflicht habe, seine Kameraden in den Tod zu befördern.

Zeloten im Byzantinischen Reich

  • In der byzantinischen Geschichtsschreibung des 8. und 9. Jahrhunderts wird als Zeloten der unversöhnliche Flügel der Bilderverehrer bezeichnet, der jeglichen Kompromiss mit den Bilderfeinden ablehnte. Als ihr Führer galt um 787 Theodoros von Studios.
  • Ebenfalls in der byzantinischen Geschichtsschreibung taucht der Begriff nochmals als Eigenbezeichnung einer Gruppe radikaler Politiker auf, die in Thessaloniki 1342–49/50 eine Stadtrepublik und eine autonome „Revolutionsregierung“ errichtet hatten. Ihre Führer waren Michael und Andreas Palaiologos, ihre Hauptstützen bildeten die Seeleute, Unterstützung kam von den Bauern der Umgebung. Gegner der Zeloten waren die sogenannte Magnatenpartei um Johannes VI. Kantakuzenos und die Hesychasten, innerhalb der Zeloten rivalisierten die Kaufleute und antioligarchische Kräfte miteinander. Die 1343 gestürzte Fraktion der Kaufleute versuchte unter Führung des Johannes Apokaukos, der Michael Palaiologos getötet hatte, 1345 vergeblich, die Macht zurückzuerobern. Die radikalen Zeloten unter Andreas Palaiologos folgten fortan einem sozialpolitischen Reformprogramm, das auch Enteignungen besitzender Schichten und eine blutige Gewaltherrschaft mit sich brachte. Diese größte Volksbewegung des späten Byzantinischen Reiches wurde 1349 mit Hilfe türkischer Truppen niedergeschlagen.

Bekannte Zeloten

Siehe auch

Literatur

  • Martin Hengel: Die Zeloten. Untersuchungen zur jüdischen Freiheitsbewegung in der Zeit von Herodes I. bis 70 n. Chr. AGJU 1. Brill, Leiden u. a. 1961, 2., verb. und erw. Aufl. 1976, ISBN 90-04-04327-6.
  • René Gehring: Die antiken jüdischen Religionsparteien. Essener, Pharisäer, Sadduzäer, Zeloten und Therapeuten. Schriften der Forschung: Historische Theologie, Band 2. St.Peter/Hart 2012, ISBN 978-3-900160-86-9.
  • Morton Smith: The Troublemakers. In: W. Horbury, W. D. Davies, J. Sturdy (eds.): The Cambridge History of Judaism. Vol. 3, Cambridge 1999, S. 501-568.

Weblinks

 Wiktionary: Zelot – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Yinon Shivti’el: Versteckt in Höhlen und Schluchten. Rebellen und Zeloten am See Gennesaret. In: Jürgen K. Zangenberg, Jens Schröter (Hrsg.): Bauern, Fischer und Propheten. Galiläa zur Zeit Jesu. Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-8053-4543-9, S. 65–82.

Kategorien: Historische jüdische Bewegung | Mittelbyzantinisches Reich | Spätbyzantinisches Reich

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zelot (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.