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Zeiskam


Dieser Artikel behandelt die Ortsgemeinde in Rheinland-Pfalz. Für das nach dem Ort benannte Adelsgeschlecht siehe Zeiskam (Adelsgeschlecht).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: GermersheimVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Bellheim
Höhe: 117 m ü. NHN
Fläche: 8,85 km²
Einwohner: 2230 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 252 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67378
Vorwahl: 06347
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 036
Adresse der Verbandsverwaltung: Schubertstraße 18
76756 Bellheim
Webpräsenz: www.zeiskam.de
Ortsbürgermeister: Klaus Weiß (SPD)
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Zeiskam ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bellheim an.

Geographie

Geographische Lage

Der Ort liegt in der Südpfalz zwischen Germersheim und Landau in der Pfalz.

Gewässer

Im Süden der Gemeinde (Zeiskamer Mühle) verläuft der Unterlauf der Queich, die in Germersheim in den Rhein mündet. Außerdem fließen durch Zeiskam der Fuchsbach, eine Ableitung der Queich, um den sich eine Zeiskamer Legende rankt sowie der von der Haardt kommende Hainbach.

Geschichte

Der Ort wurde 774 erstmals im Lorscher Codex als Zezzincheim urkundlich erwähnt.[2] Er ist Stammsitz der „Edlen von Zeiskam“ (960–1604), deren letzter Vertreter Wilhelm Christof hieß.

In der Nähe von Zeiskam stand die Johanniterorden Komturei Heimbach.[3] Sie wurde im Pfälzischen Bauernkrieg 1525 zerstört. Im Jahr 2000 wurde Zeiskam Landessieger im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden.

Einwohnerentwicklung

Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.[4]

Jahr Einwohner
1802 1.071[5]
1815 1.506
1835 1.703
1849 1.840[5]
1861 1.824[5]
1871 1.769[6]
1905 1.877
Jahr Einwohner
1939 1.892
1950 2.155
1965 1.963
1970 1.902
1975 1.854
1980 1.815
1985 1.755
Jahr Einwohner
1990 1.853
1995 2.043
2000 2.163
2005 2.270
2010 2.205
2013 2.218

Religionen

2012 waren 42,8 Prozent der Einwohner evangelisch und 35 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[7] Im Jahr 1871 waren von insgesamt 1.769 Einwohnern 1.233 evangelisch (70 Prozent) und 536 katholisch (30 Prozent).[6]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Zeiskam besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister Klaus Weiß als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[8]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 6 4 6 16 Sitze
2009 3 4 9 16 Sitze
2004 3 4 9 16 Sitze

Bürgermeister

Ab 1800; Quelle bis 1974:[9]

Jahr Bürgermeister
1797–1812 Tobias Guth
1813–1839 Konrad Guth
1839–1843 Andreas Löffler
1843–1848 Konrad Frey
1848–1879 Jakob Sutter
1879–1885 Peter Wolf
1885–1892 Adam Bräunig
1892–1895 Johannes Sutter
1895–1915 Jakob Bräunig
1915–1919 Johann Friedrich Guth
1919–1920 Friedrich Herzog
1920–1922 Jakob Seiler
Jahr Bürgermeister
1922–1929 Fritz Mees
1929–1933 Theodor Wolf
1933–1934 Hermann Stubenbordt
1934–1945 Jakob Sutter
1945–1946 Theodor Wolf
1946–1953 Otto Wolf
1953–1969 Arthur Bräunig
1969–1981 Heinrich Butz
1981–1989 Emil Först
1989–2009 Roland Humbert
2009–2014 Peter Herzog
seit 2014 Klaus Weiß (SPD)

Wappen

Banner, Wappen und Hissflagge

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber zwei schräggekreuzte natürliche Zwiebeln mit grünen Röhren, oben bewinkelt von einem schwebenden schwarzen Großbuchstaben Z, unten von einem Dorfzeichen in Form einer von einem goldenen griechischen Kreuz überhöhten blauen Scheibe“.

Es geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1571.[10]

Gemeindepartnerschaften

  • Seit 2001 besteht eine Partnerschaft mit Roccastrada in der Toskana in Italien
  • Im Januar 2008 hat der Gemeinderat von Zeiskam beschlossen, eine weitere Partnerschaft mit Monts in Frankreich einzugehen. Die feierliche Besieglung dieser Partnerschaft fand am 11. Oktober 2008 statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus (erbaut 1833, zweistöckig, klassizistisch von Leo von Klenze, dem Architekten des Ludwig I. von Bayern)
  • Katholische Kirche St. Bartholomäus (erbaut 1754/55, zwei Barock-Altäre und eine Rokoko-Kanzel (1838–1844))
  • Evangelische Kirche (erbaut 1838/1844, neuromanisch nach Plänen von Voit erbaut, wertvolle Orgel)
  • Bierkeller (erbaut 1842, historischer Gewölbekeller zur Einlagerung von Natureis, das zur Bierkühlung verwendet wurde)
  • Geburtshaus des napoleonischen Generals Jacob-François Marulaz (1769–1842) in der Kronstraße 26
  • Gotischer Spitzbogen, Denkmal am Standort der ehemaligen Klosterkirche der Komturei Heimbach (seit Frühjahr 2011)

Kunst

Das Künstlergästehaus Gawrisch in der Hauptstraße 14 unterstützt und fördert vorzugsweise osteuropäischer Künstler. Das Stipendium setzt eine fundierte abgeschlossene akademische Ausbildung voraus.

Kultur

In Zeiskam gibt es einige weit über die Region bekannte, kulturell tätige Vereine, unter anderem wurde hier auch der erste Posaunenchorverein Deutschlands gegründet.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Gesellschaftsball (1. Samstag im Januar, Veranstalter: Liederkranz-Chöre)
  • Faschingsball (Veranstalter: TB Jahn Zeiskam)
  • Gesellschaftsball (2. Samstag nach Fasching, Veranstalter: Gesangverein Frohsinn)
  • Osterturnier – Judoturnier Altersklasse U11 und U14 (2 Wochen vor Ostern, Veranstalter: 1. Budoclub Zeiskam)
  • Karfreitag Fischessen (Veranstalter: AV Petri Heil Zeiskam)
  • Fußball – Wochenturnier (Veranstalter: TB Jahn Zeiskam)
  • Pfingstturnier mit Springen und Fahren (Veranstalter: Reit- und Fahrverein)
  • Fischerfest (Veranstalter: AV Petri Heil Zeiskam)
  • Wein- und Musikfest (letztes Juni-Wochenende, Veranstalter: Cäcilienverein)
  • Zwewwelfescht (1. August-Wochenende, Veranstalter: Gesangverein Frohsinn)
  • Kirwe (Letztes August-Wochenende, Veranstalter: Gemeinde Zeiskam)
  • Kirwelauf (Kirwemontag, Veranstalter: 1. Budoclub Zeiskam)
  • Wein- und Kelterfest (Letztes September-Wochenende, Veranstalter: Liederkranz-Chöre)

Die Zwiebelhoheiten

Erstmals im Jahr 1999, zur 1225-Jahr-Feier, wurde mit Miriam I. eine Zwiebelkönigin gewählt. Seitdem wird im Ein- bis Zwei-Jahres-Rhythmus zum Kirweauftakt eine neue Hoheit gekrönt. Die Hoheiten repräsentieren Zeiskam bundesweit bei Messen, Festumzügen und sogar europaweit in den Partnergemeinden. Seit 2006 wird die Zwiebelkönigin durch eine Zwiebelprinzessin an ihrer Seite unterstützt, damit sie zusammen die inzwischen sehr zahlreichen Termine besser wahrnehmen können.

Die Hoheiten:

  • 1999–2000 Miriam I.
  • 2000–2002 Carolin I.
  • 2002–2004 Tanja I.
  • 2004–2005 Stefanie I.
  • 2005–2006 Anna I.
  • 2006–2007 Zwiebelkönigin Anna I. und Zwiebelprinzessin Lisa I.
  • 2007–2009 Zwiebelkönigin Stefanie II. und Zwiebelprinzessin Katharina I.
  • 2009–2010 Zwiebelkönigin Bianca I. und Zwiebelprinzessin Ronja I.
  • 2010–2011 Zwiebelkönigin Bianca I. und Zwiebelprinzessin Lena I.
  • 2011–2012 Zwiebelkönigin Lena I. und Zwiebelprinzessin Alicia I.
  • 2012–2013 Zwiebelkönigin Alicia I. und Zwiebelprinzessin Laura I.
  • 2013–2014 Zwiebelkönigin Laura I. und Zwiebelprinzessin Michelle I.
  • 2014–2015 Zwiebelkönigin Luisa I. und Zwiebelprinzessin Laura II.
  • 2015–0000 Zwiebelkönigin Melanie I. und Zwiebelprinzessin Svea I.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Zeiskam ist für seinen Gemüseanbau bekannt. Dabei ist traditionell bedeutend vor allem der Anbau von Zwiebeln. Die landwirtschaftliche Genossenschaft „Pfalzmarkt“ mit Sitz in Mutterstadt betreibt in Zeiskam eine Außenstelle. Der Anteil der in der Agrarwirtschaft Erwerbstätigen ist zwar rückläufig, es gibt aber große landwirtschaftliche Betriebe mit insgesamt 499 ha Landwirtschaftsfläche, die nach wie vor zum landwirtschaftlichen Charakter beitragen.

Im Süden der Gemeinde befindet sich das Gewerbegebiet „In der Sauheide“, in dem sich mehrere Unternehmen angesiedelt haben, darunter verschiedene Transport- und Baustoffunternehmen, ein Getränkegroßhandel u. a.

Verkehr

Nördlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 272, die von Landau (A 65) nach Schwegenheim (B 9) führt.

Zeiskam war früher über die Bahnstrecke Germersheim–Landau an das Schienennetz angeschlossen. Die Strecke wurde jedoch stillgelegt. Seit 2006 wird sie touristisch für den Draisinenverkehr genutzt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Zeiskam verlieh drei Personen die Ehrenbürgerwürde.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Friedrich Humbert (1887–1941), Politiker (SPD)
  • Josef Braun (1889–1955), Politiker (CDU), Oberbürgermeister von Mannheim, Landtagsabgeordneter
  • Eugen Braun (1903–1975), Landwirt und Politiker
  • Otto Herzog (1900–1945), Politiker (NSDAP)
  • Klaus Sinn (* 1936), deutscher Fußballspieler und -trainer (SV Waldhof Mannheim)

Literatur

  • Kurt Andermann: Die Herren von Zeiskam: Porträt einer Familie des pfälzischen Niederadels. In: Historischer Verein der Pfalz: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz. 98 Verlag des Historischen Vereins, Speyer 2000, S. 97–118; ISSN 0073-2680 , ZDB-ID 502503-5 .
  • Jakob Kling: Zeiskam im Wandel der Zeiten: 774–1974 – Ein Heimatbuch zur 1200-Jahrfeier. 1974.
  • Edgar Schnell: Zeiskam im Dritten Reich - Dokumentation über die Zeit des Nationalsozialismus. Gemeinde Zeiskam, 1995.
  • Edgar Schnell: Zeiskam in Vergangenheit und Gegenwart – ein Porträt in Wort und Bild. Gemeinde Zeiskam, 1999.
  • Edgar Schnell: Zeiskamer unter Napoleons Fahnen. Gemeinde Zeiskam, 2009.
  • Edgar Schnell: Zeiskamer Zwiebelrevier. Gemeinde Zeiskam, Neuauflage 2014.
  • Edgar Schnell: Zeiskam - Vom Leben in der „guten alten Zeit“. 2. Auflage. Gemeinde Zeiskam, 2014.
  • Klaus Sütterlin: König Johann, Ritter auf dem Schauplatz Europa. Knecht Verlag, Landau 2003, ISBN 978-3-930927-77-7.

„Ich bin Johann, Graf von Luxemburg und König von Böhmen. Mein Vater, Heinrich VII, war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Mit 14 Jahren begegnete ich im August 1310 in der Johanniter-Kommende Heimbach zu Zeiskam bei Speyer zum ersten Mal meiner wunderschönen Braut, Prinzessin Elisabeth von Böhmen …“

  • Johann Vogel: Johanniter-Comthurei Heimbach und Nachbarorte in vergangenen Zeiten. Zeiskam, 1910.
  • Johann Weber: Burg und Kirche zu Zeiskam. 1913.

Weblinks

 Commons: Zeiskam  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2112, 29. Dezember 774 – Reg. 1135. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 46, abgerufen am 20. Februar 2016.
  3. Klaus Sütterlin: König Johann, Ritter auf dem Schauplatz Europa. Knecht Verlag, Landau 2003. ISBN 978-3-930927-77-7. S. 64 ff.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Zeiskam
  5. 5,0 5,1 5,2 Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. XLIII des Anhangs
  6. 6,0 6,1 Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 65
  7. Ewois, Stand: 31. Juli 2012
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  9. Jakob Kling: Zeiskam im Wandel der Zeiten: 774–1974.
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.

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