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Zeche Holland


Zeche Holland
Allgemeine Informationen zum Bergwerk

Blick vom Fördergerüst auf das Zechengelände (2007)
Förderung/Jahr bis ca. 1,7 Mio. t
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Beschäftigte ca. 3000
Betriebsende 1988
Nachfolgenutzung Wohn-, Gewerbe- und Grünflächen
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Steinkohle
Geographische Lage
Standort Ückendorf / Wattenscheid
Gemeinde Gelsenkirchen
Kreisfreie Stadt (NUTS3) Gelsenkirchen, Bochum
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier
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Die Zeche Holland war ein Steinkohlenbergwerk mit Schächten in Ückendorf, seit 1903 ein Stadtteil von Gelsenkirchen, und in Wattenscheid, seit 1975 ein Stadtbezirk von Bochum.

Erschließung und Stilllegung

Holländische Kapitalgeber gründeten 1855 die Bergbau-Aktiengesellschaft Holland, um die Grubenfelder Carl Reinhard, Adelbert, Hain, Anton Ernst und Wupperthal in den Gemeinden Ueckendorf und Wattenscheid zu erschließen. Die Konsolidation der Grubenfelder unter dem Namen Holland erfolgte 1861. Der Schacht I in Ückendorf wurde Ende 1856 auf eine Teufe von 68 m ins Karbon abgeteuft und war bis 1963 in Betrieb, Schacht II folgte ebenfalls mit 68 m im selben Jahr und wurde 1958 aufgelassen. Die Wattenscheider Schächte III, IV, V und VI wurden 1873, 1898, 1907 und 1921 gebohrt, und wegen Erschöpfung der Kohle 1964, 1988 (Schacht IV und VI) und bereits 1935 (Schacht V) aufgegeben und mit Abraum verfüllt.

Die höchste Kohleförderung der Zeche Holland erfolgte im Jahr 1969 (als die meisten Schächte schon aufgegeben waren) mit 1,7 Millionen Tonnen bei einer Belegschaft von knapp 3000 Beschäftigten. In den 1970er Jahren wurde Holland mit der Zeche Zollverein zu einem Verbundbergwerk zusammengelegt, wobei der Landabsatz, auch nach Beendigung der Kohlenförderung, weiter bedient wurde. Die Stilllegung der Gesamtanlage erfolgte schließlich Ende der 1980er Jahre.

Wie auch viele andere Industriebauten im Ruhrgebiet wurden die Anlagen der Zeche Holland von den Fotografen Bernd und Hilla Becher dokumentiert. Die Fördertürme der Zeche Holland I/II in Gelsenkirchen sind Malakowtürme (erbaut 1856–1860) und bis heute erhalten, es handelt sich um die einzige in Europa erhaltene Doppelmalakowturmanlage. Heute sind in den Türmen Wohnungen untergebracht.

Gegenwart

Das 22 Hektar große Betriebsgelände der Wattenscheider Schächte III–VI an der Lyrenstraße/Lohrheidestraße westlich der Innenstadt wurde von 1991 bis 1993 aufwändig saniert und wird seitdem als kombinierte Wohn-, Gewerbe- und Grünfläche genutzt. Der denkmalgeschützte Komplex der Lohnhalle wurde im Rahmen der IBA-Emscher-Park renoviert und ausgebaut.[1] Die Lohnhalle selbst wird seit 1998 als Veranstaltungszentrum genutzt, auf der angrenzenden Bürofläche wurde ein Technologiezentrum eingerichtet. Das vom Unternehmer Klaus Steilmann initiierte Zentrum wurde zunächst als „Technologiezentrum Eco Textil“[2] vermarktet. Unter anderem hatte hier die Firma Phenomedia ihren Sitz. Nun firmiert das Zentrum als TGW (Technologie- und Gründerzentrum Wattenscheid). Es war 2012 mit 32 Unternehmen (162 Beschäftigte) bei einer vermieteten Fläche von 3.835 m² zu 97 % ausgelastet und erwirtschaftete erstmals einen Überschuss.[3]

Seit Mitte 2002 wurden die auch die Gelsenkirchener Anlagen der Zeche Holland Schacht I/II von privat restauriert und umgebaut. Dort entstanden Wohn- und Bürogebäude sowie ein Restaurant und ein Weinhandel, der Mitte Juni 2006 in Betrieb genommen wurde.

Erhalt des Förderturms

Im Jahr 2011 erwarb die Entwicklungsgesellschaft Ruhr das Fördergerüst, das 1927 über der Zeche Zollverein errichtet und 1962 zur Zeche Holland versetzt worden war, vom Land Nordrhein-Westfalen. Der Turm sollte für 1,3 Millionen Euro durch Landesfördermittel saniert und als Höhepunkt des Gewerbekomplexes mit einer Aussichtsplattform versehen werden.

Untersuchungen des Turms im Jahr 2013 ergaben jedoch, dass sich der Stahl ebenso in einem schlechteren Zustand als erwartet befindet, wie auch die Gründung des Gerüstes. Letzteres erfordert eine Verstärkung des Bodens für zusätzliche ca. 870.000 Euro, während die Sanierungsarbeiten am Stahl im Frühjahr 2013 noch nicht beziffert werden konnten.[4] Die nicht abgerufenen Fördermittel drohen nun Ende 2013 zu verfallen.

Im November 2013 gründete sich derweil eine Facebook-Initiative, die den nun drohenden Abriss des Turms verhindern möchte.[5][6] Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde Anfang 2015 die marode Schachthalle abgerissen.[7]

Siehe auch

Literatur

  • Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, unter Mitwirkung der Gesellschaften des Ruhrbergbaus. Glückauf, Essen 1957.
  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. In: Die Blauen Bücher. 6., um einen Exkurs nach S. 216 erweiterte und in energiepolitischen Teilen aktualisierte Auflage 2008 der 5., völlig neu bearb. u. erweiterten. Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9.

Weblinks

 Commons: Zeche Holland  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Seite der EGR Bochum zum TGZ online (Abgerufen am 2. Juni 2013)
  2. o.V.: Steilmann eröffnete Zentrum EcoTextil. In: TextilWirtschaft Nr. 40 vom 1. Oktober 1998, Seite 8.
  3. Technologie-und Gründerzentrenbetriebsgesellschaft Ruhr-Bochum mbH, Bochum: Lagebericht für das Geschäftsjahr 2012 im Ratsinformationssystem der Stadt Bochum
  4. Benjamin Hahn: Gefährdeter Förderturm: Sanierung des Förderturms der Zeche Holland wird deutlich teurer , ruhrnachrichten.de, 21. März 2013, abgerufen am 3. November 2013
  5. Facebook-Initiative
  6. Aktion zur Rettung des Förderturms , derwesten.de, 3. November 2013, abgerufen am 3. November 2013
  7. Schneller Abriss der Schachthalle. In: derwesten.de. WAZ.de, abgerufen am 3. März 2015.

Kategorien: Route der Industriekultur (Bochum) | Route der Industriekultur (Gelsenkirchen) | Stillgelegtes Bergwerk in Gelsenkirchen | Kohlenzeche in Gelsenkirchen | Stillgelegte Kohlenzeche in Bochum

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zeche Holland (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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