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Zapfendorf


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: BambergVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 30,55 km²
Einwohner: 5095 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96199
Vorwahl: 09547
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 214
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Herrngasse 1
96199 Zapfendorf
Webpräsenz: www.zapfendorf.de
Bürgermeister: Volker Dittrich (AfZ)
}
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Zapfendorf ist ein Markt am nördlichen Rand des oberfränkischen Landkreises Bamberg mit rund 5000 Einwohnern.

Geografie

Geografische Lage

Durch die Lage an einem Transportweg entlang des Mains von Osten nach Westen sowie von Thüringen nach Bayern war Zapfendorf im Maintal stets Durchgangsstation. Auf dem Main transportierten Flößer Holz aus dem Frankenwald zum Rhein und bis nach Rotterdam.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Ebensfeld (Landkreis Lichtenfels), Scheßlitz, Breitengüßbach und Rattelsdorf.

Gemeindegliederung und Einwohnerentwicklung

Die Gemeinde gliedert sich in zehn Ortsteile. Die Einwohnerzahl hatte bis Ende 2006 einen aufsteigenden Trend. Einwohnerzahlen mit Erstwohnsitz, Stand: 31. Dezember[2][3]:

Ortsteil 1995 1999 2005 Juni 2006 Dez. 2006 Juni 2007 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Zapfendorf 2722 2698 2848 0 0 0 02795 02799 2810 2795 2787 2802 2795
Kirchschletten 110 116 118 0 0 0 121 118 111 119 122 118 111
Lauf 729 664 693 0 0 0 718 687 692 678 690 679 685
Oberleiterbach 260 264 265 0 0 0 265 262 264 267 267 270 273
Oberoberndorf 79 85 97 0 0 0 94 95 88 91 88 88 83
Reuthlos 84 100 93 0 0 0 96 99 96 88 95 91 88
Roth 64 66 65 0 0 0 67 65 67 67 67 65 62
Sassendorf 209 215 265 0 0 0 265 270 269 259 263 265 266
Unterleiterbach 596 635 636 0 0 0 625 619 628 608 611 606 590
Weihersmühle 0 0 0 7 7
Babenberg 0 0 0 13 10
Gesamt 4853 4843 5080 5063 5083 5016 5046 5014 5025 4972 4990 5004 4970

Geschichte

Der Ort war bereits in der Frühgeschichte besiedelt, wie Funde aus der Bronzezeit belegen. Zapfendorf wurde im Jahr 904 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name geht zurück auf „Zapfo“ (Dorf des Zapf) und bezieht sich also wohl auf einen zapfenden Wirt. Ursprüngliche Herren waren die Meranier, ihnen folgten die Truhendinger. Diese verkauften den Ort im Jahr 1390 an das Hochstift Bamberg, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens).[4]

Am 1. April 1945 wurde ein in Zapfendorf abgestellter Munitionszug von Tieffliegern beschossen. Bis auf einzelne Häuser wurde der Ort durch brennende Teile dieses Zuges völlig zerstört.

1955 wurde Zapfendorf die Bezeichnung Markt verliehen.

Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Zapfendorf zum aufgelösten Landkreis Staffelstein, ehe es zum Landkreis Bamberg kam. Heute ist es in der Region Oberfranken-West als Kleinzentrum eingestuft.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Kirchschletten, Lauf, Oberleiterbach, Oberoberndorf und Sassendorf eingegliedert.[5] Am 1. Januar 1978 kam Unterleiterbach hinzu.[6]

Religionen

Knapp 80 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, etwa 10 % evangelisch und etwa 10 % gehören einer anderen Konfession an oder sind konfessionslos.

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit Juni 2015 Volker Dittrich (Alternative für Zapfendorf). Er setzte sich in der Stichwahl mit 54,74 % der Stimmen gegen Klaus Lachmann (Zapfendorfer Gemeinschaft) durch. Vom 1. Mai 2014 bis 12. März 2015 war Matthias Schneiderbanger (CSU) Bürgermeister, der bei drei Gegenkandidaten 58,59 % der Stimmen erhielt. Anfang Dezember 2014 wurde er in Haft genommen. Es wurde ihm vorgeworfen, knapp 280.000 € aus der Gemeindekasse veruntreut zu haben. [7] Ende Januar 2015 wurde Schneiderbanger vorläufig seines Amtes als Bürgermeister enthoben. [8] Am 12. März 2015 wurde der Rücktritt von Schneiderbanger vom Gemeinderat bestätigt.[9] Im Mai 2015 wurde er zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sein Vorgänger war von 1978 bis 2014 Josef Martin (CSU/Vereintes Umland), der zuletzt 2008 mit 69,78 % der Stimmen zum fünften Mal wiedergewählt wurde.

Liste der Bürgermeister seit 1906:

Bürgermeister Amtszeit
Josef Berbig 1906–1912
Georg Fritz 1912–1915
Johann Jüngling 1915–1918
Heinrich Kistner 1918–1922
Johann Helmreich 1922–1944
Otto Kuhn 1945
Willi Köhler 1945–1948
Josef Helmreich 1948–1978
Josef Martin (CSU/VU) 1978–2014
Matthias Schneiderbanger (CSU) 2014–2015
Volker Dittrich (AfZ) seit 2015

Marktgemeinderat

Die Kommunalwahlen 2014, 2008 und 2002 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

CSU SPD Vereintes Umland Wählergemeinschaft Sassendorf Wählergemeinschaft Oberleiterbach Aktive Bürgerliste Unterleiterbach Bürgervertretung Lauf Freie Wähler Gesamt
2014 7 2 2 2 2 2 2 1 20 Sitze
2008 7 3 6 2 2 n. a. n. a. n. a. 20 Sitze
2002 7 3* 5 1 n. a. n. a. n. a. n. a. 16 Sitze
  • *Während der Wahlperiode verließ ein Gemeinderat die SPD-Fraktion und war dann parteiloser Gemeinderat.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt von Rot und Gold; oben zwei wachsende, schräg gekreuzte goldene Gewandnadeln, unten ein wachsender rotbewehrter, mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter schwarzer Löwe.

Ansässige Unternehmen

In Zapfendorf befindet sich das Werk IV der Bayerischen Milchindustrie eGmbH (oder kurz BMI), die 1952 mit dem Ziel gegründet wurde, die überschüssigen Magermilchmengen zu verarbeiten und zu vermarkten. Ein anderer größerer Arbeitgeber ist die Firma Nestmann, in der über 50 Mitarbeiter beschäftigt sind. Sie stellt homöopathische Arzneimittel her.

Ehemalige Brauereien

Im Marktgemeindegebiet besteht keine Brauerei mehr. Die Brauerei Hennemann im Ortsteil Unterleiterbach schloss 2007, die Brauerei Drei Kronen in Zapfendorf im Jahre 2003. In Unterleiterbach gab es bis Mitte der 1990er Jahre mit der Brauerei Mahkorn noch eine zweite Brauerei.

Vereine

Alle Gemeindeteile außer Weihersmühle und Babenberg haben Freiwillige Feuerwehren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Baudenkmäler

Verkehr

Zapfendorf hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Bamberg–Hof. Der Ort liegt westlich der Bundesautobahn 73 (Nürnberg-Suhl) und hat eine eigene Anschlussstelle.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Einwohnerzahlen
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111102/001329&attr=OBJ&val=1139
  4. Johannes Neumann: Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803: Voraussetzungen und Folgen (PDF-Datei; 179 kB)
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 575.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 672.
  7. http://www.nordbayern.de/region/bamberg/burgermeister-von-zapfendorf-gesteht-veruntreuungen-1.4048191
  8. http://www.nordbayern.de/region/bamberg/untreue-zapfendorfer-burgermeister-ist-sein-amt-los-1.4150195
  9. Bayerischer Rundfunk: Untreue-Vorwürfe: Zapfendorfer Bürgermeister zurückgetreten

Weblinks

 Commons: Zapfendorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Zapfendorf | Ort im Landkreis Bamberg | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Zapfendorf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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