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Ypsilantis


Ypsilantis (griechisch Ypsilandis Υψηλάντης [ipsiˈlandis]) ist ein griechisch-phanariotischer Familienname. In deklinierten Formen lautet der Name Ypsilanti, was außerhalb des griechischen Sprachraums vielfach die verbindliche Form des Namens wurde.

Herkunft und Bedeutung

Die Ypsilanti sind eine bedeutende griechisch-phanariotische[1] fürstliche Familie, die bis auf das Jahr 1064 urkundlich nachgewiesen ist,[2] ursprünglich aus Trapezunt (türkisch Trabzon) stammte, später hauptsächlich in Konstantinopel ansässig war und deren Mitglieder sowohl im Osmanischen Reich als auch im unabhängigen Griechenland hohe Staatsämter bekleideten. 1390 hatte Konstantin Ypsilanti, Großmeister des Palastes, die Tochter des Kaisers Emanuel III. Komnenos geheiratet.[3]

Athanasius Ypsilantis, Groß-Dragoman der Pforte, wurde 1758 zum Fürsten der Moldau bestimmt. Alexander († 1807) wurde 1774 Fürst der Walachei und 1785 Fürst der Moldau. Sein Sohn Konstantin († 1816) wurde 1799 Fürst der Moldau und 1802 Fürst der Walachei. Er vereinigte 1806 durch Wahl des Moldauischen Divans beide Fürstentümer unter seiner Oberhoheit, die er jedoch nach dem Frieden von Tilsit 1807 freiwillig niederlegte.

Sein Sohn Alexander († 1828) wurde 1820 zum Chef der griechischen Nation erwählt, organisierte den Verteidigungskampf und begann den Befreiungskrieg 1821. Nach seinem Tod trat sein Bruder Demetrios († 1832) an seine Stelle, vertrieb die Armee Ibrahim Paschas aus Morea und beendete den Freiheitskrieg durch die Schlacht von Petra. Georg († 1847) war Generalbrigadier und Nikolaus († 1833) Chef des Generalstabes.

Der jüngste Bruder Gregor (1805–1835) hinterließ einen gleichnamigen Sohn (1835–1886), der als königlich griechischer Gesandter zu Wien sich 1862 mit Helena, eine Tochter des Freiherrn Georg Simon von Sina († 1856), vermählte. Über sie kam Schloss Rappoltenkirchen bei Sieghartskirchen in den Besitz der Familie Ypsilanti, die es bis Ende des 20. Jahrhunderts besaß. Ebenso hatte die mährische Herrschaft Rossitz den Ypsilantis in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehört.[3]

Nach dem Textilbaron Johann von Mundy († 1872) gehörte der Familie die Burg Veveří bei Brünn.[4] 1896 ging die Burg in den Besitz des englischen Adligen Maurice Arnold de Forest über.

Wappen

Der Hauptschild ist geviert und belegt mit einem Herzschild, darin in Blau ein aus Flammen im Schildfuß aufsteigender silberner Phönix. Feld 1 und 4: Fürstentum Moldau (Moldawien); Feld 2 und 3: Fürstentum Walachei. Auf dem Hauptschild ruht ein Fürstenhut, das Ganze umgibt ein purpurner Wappenmantel, der aus einer Fürstenkrone herabfällt.

Namensträger

Einzelnachweise

  1. Phanar war der Amtssitz des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel und bis Mitte der 1950er Jahre vor allem von Griechen bewohntes Stadtviertel um das Patriarchat.
  2. Eugène Rizo-Rangabé, Livre d'or de la noblesse phanariote en Grèce, en Roumanie, en Russie et en Turquie, Band 1, 1892, S. 152–156
  3. 3,0 3,1 Heinrich Kadich von Pferd, Der mährische Adel, 1899, S. 185
  4. Almanach de Gotha, Gotha 1888, Justus Perthes, S. 281 f.

Weblinks

 Commons: Ypsilanti  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Familienname

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ypsilantis (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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