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Ybbs an der Donau


Ybbs an der Donau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk
Kfz-Kennzeichen: ME
Fläche: 23,78 km²
 :
Höhe: 224 m ü. A.
Einwohner: 5.675 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 239 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3370
Vorwahl: 07412
Gemeindekennziffer: 3 15 49
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
3370 Ybbs an der Donau
Website: www.ybbs.at
Politik
Bürgermeister: Alois Schroll (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(29 Mitglieder)
16
10
2
1
16 10 
Lage der Stadt Ybbs an der Donau im Bezirk Melk
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ybbs an der Donau [ɪps] ist eine Stadtgemeinde im Mostviertel des österreichischen Bundeslandes Niederösterreich mit 5675 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ).

Geografie

Die Stadt Ybbs an der Donau liegt auf einer Höhe von 224 m ü. A. im südwestlichen Teil des Bezirks Melk. Die Lage am Übergang von Strudengau und Nibelungengau, nordwestlich der Mündung der Ybbs unmittelbar an der Donau ist seit 2011 mit einem Hochwasserschutz gesichert. Bereits im mittleren Tertiär bildeten sich Abschnitte des heutigen Donautals und es entstand, abhängig vom geologisch-tektonischen Grund, die Teilstrecke zwischen Ardagger und Ybbs. Der Donaustrom schnitt sich dort ein, wo Kluft- und Störungslinien, also weichere Zonen, existierten. Geologisch gesehen hat die Stadt Anteil am Granit des Böhmischen Massivs, das zu den ältesten Gebirgen des Kontinents zählt. Im Gebiet von Ardagger bis Ybbs reicht dieses Urgestein über das südliche, rechte Donauufer hinaus. Daran grenzt eine Zone mit Schlieregesteinen, mergelig-sandigen Ablagerungen aus dem Tertiär, einem Nebenergebnis bei der Alpenbildung. Die Grenze verläuft etwa in Höhe der Stadthalle im rechten Winkel zum Strom. Im Bereich des Urgesteins, westlich und südwestlich der Stadt, finden sich am Hengstberg und an der Donauleiten, in Grießheim und Göttsbach und ein weiteres Mal am rechten Donauufer in Sarling und Säusenstein Schiefergneise, Granulite – feinkörnige, spröde Gesteine oder auch graphitführende Gneislinsen. In der südlich angrenzenden Schliergesteinszone herrschen Tone, Sande, Sandgestein und Konglomerate vor. Darüber hinaus gibt es auch reichlich Schotterablagerungen aus der Gegenwart.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Donaudorf (104)
  • Göttsbach (517)
  • Sarling (486)
  • Säusenstein (243)
  • Ybbs an der Donau (4.318)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Donaudorf, Göttsbach, Sarling, Säusenstein und Ybbs.

Nachbargemeinden

Hofamt Priel Persenbeug-Gottsdorf Krummnußbaum
St. Martin-Karlsbach
Neumarkt an der Ybbs Bergland

Geschichte

Über den Ursprung der Stadt Ybbs kann man keine eindeutigen Aussagen machen. Es gibt Hinweise auf eine keltische Niederlassung auf einem Hügel nahe der Stadt – der Marienhöhe (Erdwall, Opfersteine). Eine wissenschaftliche Aufarbeitung ist bis jetzt noch nicht erfolgt. Bei Grabungen des Bundesdenkmalamtes in den Jahren 1962/63 kamen im Südosten des Gemeindegebietes bei der Sarlinger Kirche Fundamente eines Vorgängerbaues, Siedlungsgruben und Gräber der Hallstattkultur zu Tage. Ein weiteres Zeugnis aus vorrömischer Zeit ist ein Bronzeschwert, datiert um 800 v. Christus. Das kaum im Kampf verwendete Vollgriffschwert dürfte ein Opferschwert sein. Es wurde in den 1950er Jahren nahe der Mündung des Ybbsflusses gefunden und befindet sich heute im Stadtmuseum. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich 837 in den Salzburger Kammerbüchern aus dem Ende des 13 Jh., laut der der Karolinger Ludwig der Deutsche der Salzburger Kirche ein Gebiet im Slawenland in Ybbs schenkte: „in loco nuncupante Ipusa iuxta Ipusa flumen“.

Im 10./11. Jahrhundert waren die bayerischen Grafen von Sempt-Ebersberg hier begütert. Sie besaßen Burganlagen an der Donau, sowohl in Ybbs als auch in Persenbeug, Grundbesitz und einen großen Hof in der Umgebung von Ybbs. Graf Eberhard von Ebersberg übergab 1037 einen Hof in Göttsbach („Gorsbach“) bei Ybbs dem Kloster Geisenfeld. Die Bezeichnung „Ibseburch“ aus dem Jahr 1073 weist darauf hin, dass der Ort befestigt war. Um die alte Burg haben sich im Laufe der Zeit immer mehr Häuser gruppiert und die Benennung „Ibseburch“ wich der Bezeichnung „Ips“ für die Stadt.

Beim Einzug des Habsburgers König Rudolf I. 1276 fiel die Stadt vom Böhmenkönig und Herzog von Österreich, Ottokar II. Přemysl, ab und öffnete Rudolf die Tore. Insbesondere Rudolfs Enkel Herzog Friedrich der Schöne war der Stadt gewogen. Als sich 1309 der Adel Österreichs und einige Städte gegen Friedrich erhoben, hielt ihm Ybbs die Treue. Im Gegenzug bestätigte er den Bürgern zu Ybbs 1310 den Gemeindewald, der an das Freyensteiner Gebiet grenzte und den Konrad von Sommerau, Herr der Burg Freyenstein, sich angeeignet hatte. 1314 verlieh Friedrich der Schöne nach seiner Wahl zum König der Stadt das Uferrecht. Mit diesen und den nachfolgenden Privilegien begann ein „goldenes Zeitalter“ für Ybbs. Besonders wichtig für die Stadt war die Urkunde aus dem Jahr 1317, mit der Friedrich den „getreuen lieben burgern ze Ybse und der stat daselbs“ den Blutbann verlieh. Ybbs wurde damals also fraglos als Stadt betrachtet.

Wegen der verkehrspolitisch günstigen Lage zogen schon die Heere des zweiten (1147–1149) und des dritten (1189–1192) Kreuzzugs unmittelbar an der Siedlung vorbei. Ein umfangreicher Personen- und Warenverkehr auf der Donau kurbelte auch Siedlungstätigkeit und Wirtschaft an. Nicht zuletzt war auch die Lage am Ausgang des Strudengaues mit seinen ehemals gefürchteten Stromschnellen für das Wachstum entscheidend. Im Mittelalter wurde der Ost-West-Warenverkehr hauptsächlich auf der Donau abgewickelt. Ybbs war einer der bedeutendsten Donauhäfen und neben Linz und Klosterneuburg eine der drei Hauptmautstätten. Eine vom Erzberg kommende Eisenstraße erreichte ebenfalls bei Ybbs die Donau. Seit 1639 war Ybbs auch Salzladestatt für das Salz aus dem Gebiet um Gmunden. 1858 wurde die Kaiserin-Elisabeth-Bahn, die Westbahn, eröffnet, 1951 erfolgte die Elektrifizierung. Der Bau der Westbahn und die zunehmende Motorisierung hatten für Ybbs durchaus negative Auswirkungen, der Hauptverkehr zog an der Stadt vorbei und sie verlor an Bedeutung.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderatswahlen
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52,93 %
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33,09 %
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8,78 %
(-3,02 %p)
3,80 %
(n. k.)
1,40 %
(-3,41 %p)

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Der Gemeinderat hat 29 Sitze, Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Alois Schroll, Amtsleiter Hermann Stix.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die SPÖ 19, die ÖVP 8, Die Grünen und die Liste Ybbs je 1 Mandat. Bei der Gemeinderatswahl 2010 trat die Liste Ybbs nicht mehr an, die SPÖ verlor drei Sitze. Die ÖVP konnte ein Mandat gewinnen, die Liste Ybbs-Freiheitliche und Unabhängige (FPÖ) zog mit 3 in den Gemeinderat ein.[2]

Wappen

Wappenbeschreibung: In einem silbernen Schild befindet sich eine rote, zinnenbekrönte Stadtmauer mit offenem Tor und hochgezogenem Fallgitter, die von zwei Türmen überragt wird; zwischen den Türmen schwebend, an einem grünen Lindenast hängend, befindet sich der rot-weiß-rote Bindenschild.

Farben: Rot-Weiß-Rot. Wappenverleihung: unbekannt; Führung seit dem 14. Jahrhundert

Städtepartnerschaften

Wirtschaft

Im Nordwesten von Ybbs befindet sich das Kraftwerk Ybbs-Persenbeug, das erste Laufwasserkraftwerk an der österreichischen Donau. Größter Arbeitgeber ist das Großsägewerk von Stora Enso Timber (vormals bis August 2001 Holzindustrie Schweighofer) mit etwa 350 Mitarbeitern. Weiters befindet sich in Ybbs auch noch das von der Stadt Wien (Wiener Krankenanstaltenverbund) geführte Therapiezentrum Ybbs – Psychiatrisches Krankenhaus als Krankenhaus für psychiatrische Erkrankungen und die Schaufler GmbH, ein Entsorgungsunternehmen mit rund 120 Mitarbeitern.

Verkehr

Fernverkehr:

Ybbs liegt 2 km nördlich der Autobahn A1, die in West-Ost-Richtung von Salzburg über Linz und St. Pölten nach Wien führt. Die Bundesstraßen B1, B 25, B 3 und B 36 verlaufen in unmittelbarer Nähe und schaffen zusätzlich Verbindungen in die Ferne.

Innerstädtischer Verkehr

Zwischen dem 11. November 1907 und dem 22. September 1953 verkehrte in Ybbs mit der Ybbser Straßenbahn eine der kürzesten Straßenbahnlinien der Welt. Sie hatte eine Spurweite von 760 mm, war 2,94 Kilometer lang und verband die Stadt mit dem Bahnhof an der Westbahn.

Galerie

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ybbs an der Donau
  • Pfarrkirche St. Lorenz: Anstelle des alten Burggebäudes entstand im 15 Jh. die Stadtpfarrkirche St. Laurenz. Das dreischiffige gotische Langhaus wurde unter dem Wiener Dombaumeister Laurenz Spenning errichtet. 1466 bekam er zusammen mit seinen Gesellen den Auftrag, das Gewölbe des Langhauses der Ybbser Kirche zu errichten. Erst nach 1500 konnte unter der Führung des landesfürstlichen Pflegers Hans Geyer die Kirche durch Einwölbung des Chores fertiggestellt werden. Am Chorbogen ist die Jahreszahl 1521 als Datum der Fertigstellung zu lesen. Wird das Langhaus noch durch ein einfaches Kreuzrippengewölbe gegliedert, so findet sich im Chor bereits ein Sternrippengewölbe. 1716 vernichtete ein Brand Turm und Inneneinrichtung der Kirche. 1721 erfolgten die Barockisierung der Innenausstattung und die Erneuerung des Turms mit barockem Zwiebelhelm. Beim Stadtbrand von 1868 wurde nur der Turm beschädigt. Nach einer Abstimmung in der Bevölkerung wurde 1874 der Turmhelm im neugotischen Stil gestaltet, wodurch der Kirchturm fast wieder sein früheres Aussehen erhielt.
  • Altstadt: das Aussehen der mittelalterlichen Stadt wurde durch die beiden großen Stadtbrände (1716 und 1868) mehrfach verändert. Als Beispiel für ein gotisches Gebäude findet sich an der Donau der sogenannte Passauerkasten (ein frühgotischer Saalbau). Im südwestlichen Teil der Altstadt steht die Burg, ein Renaissancebau, in dem sich heute die Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Stadt Wien befindet. Der Hauptplatz geht nach Norden in den Kirchenplatz und nach Osten in den Schiffmeisterplatz über. Er stellt die Stadtmitte dar und fällt zum Schiffmeisterplatz hin schräg ab. In seinem Zentrum befindet sich der Stadtbrunnen aus dem Jahr 1613 mit der Figur eines mit Schild und Schwert gerüsteten Ritters – im Volksmund „Kilian“ genannt –, bei dem es sich um eine Prangerfigur handelt. Das Rathaus auf dem Hauptplatz ist ein Bau aus dem 16. Jahrhundert. Dies zeigen die Tonnengewölbe im Inneren des Hauses. Es trägt einen rechteckigen Torturm mit neugotischem Dachhelm. Die heutige klassizistische Fassade bekam es nach dem Stadtbrand 1868. Am Hauptplatz befindet sich auch das Palais Gatterburg, das einzige erhaltene barocke Gebäude der Stadt.
  • Stadtbefestigung: ein ehemals wasserführender Stadtgraben, das sogenannte Schwalleck (ein Bauwerk zur Einleitung des Donauwassers in den Graben) und ein Stadtturm am südöstlichen Ende der Stadt sind noch erhalten. Die vier Stadttore wurden durch Brände und Hochwässer zerstört.
  • Fahrradmuseum: mit Ausstellungsstücken bis zurück in das Jahr 1883.
  • Ehem. Kloster und ehem. Reiterkaserne: Im 13. Jahrhundert gründete man außerhalb der Stadtmauern das Heilige Geist Kloster für Zisterzienserinnen. 1631 wurde das Klostergebäude den Franziskanern übergeben und 1783 wie viele andere Klöster durch Joseph II geschlossen. 1723 wurde oberhalb des Klosters eine Reiterkaserne fertiggestellt, geplant von Jakob Prandtauer, der hier selbst die Bauaufsicht hatte. Ab 1850 wurde das gesamte Areal von der Stadt Wien angekauft. Heute ist alles zusammen das „Therapiezentrum der Stadt Wien in Ybbs an der Donau“.
  • Teilweise erhaltene ehemalige Zisterzienserabtei Stift Säusenstein in der Katastralgemeinde Säusenstein.
  • Frühmittelalterliche Veitskirche von Sarling: in der Nähe der gleichnamigen Katastralgemeinde
  • Jüdischer Friedhof Ybbs an der Donau: Die „Cultusgemeinde Ybbs“ kaufte am 26. März 1889 ein Grundstück, auf dem 1894 eine Friedhofsmauer und eine Zeremonienhalle errichtet wurde.
  • Kraftwerk Ybbs-Persenbeug: 1954–1957 (seit 1959 Straßenbrücke über das Kraftwerk) erfolgte der Bau des ersten rein österreichischen Donaukraftwerkes Ybbs-Persenbeug, das heute auch für Besucher geöffnet ist.

Bildungseinrichtungen

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Ybbs an der Donau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Ips in der Topographia Austriacarum (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010

Kategorien: Ybbs an der Donau | Ort im Bezirk Melk | Gemeinde in Niederösterreich | Ort an der Donau

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