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World Database on Protected Areas


Die World Database on Protected Areas (WDPA; deutsch: Weltdatenbank über geschützte Gebiete) ist eine Datenbank, in der annähernd alle wegen ihres ökologischen Wertes geschützten oder schützenswerten Gebiete der Welt erfasst und katalogisiert sind. Sie ist die umfassendste Datensammlung ihrer Art auf der Welt.[1]

Die Datenbank wird betrieben von dem UNEP World Conservation Monitoring Centre (UNEP-WCMC) und in gemeinsamer Verantwortung mit der World Commission on Protected Areas der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN-WCPA) zusammen gepflegt.

Vielfach ist auch die Bezeichnung World Database of Protected Areas zu finden, teilweise auch auf offiziellen UN-Webseiten oder bei der WDPA selbst.[2]

Geschichte

Die Arbeiten an der Erstellung einer umfassenden Datensammlung gehen zurück auf das Jahr 1981, als unter der Regie der IUCN in ihrem Büro in Cambridge eine derartige Datenbank geplant und zuerst als eine einfache Datei mit Informationen geschützter Bereiche aufgebaut wurde.[1]

Über ein Joint-Venture zusammen mit dem United Nations Environment Programme (UNEP) und dem World Wide Fund for Nature (WWF), wurden die Bemühungen die Datenbank zu komplettieren und die Nutzungsmöglichkeiten zu verbessern beim World Conservation Monitoring Centre der IUCN weiter geführt. Nach der Gründung des UNEP World Conservation Monitoring Centre im Jahre 2000 wurde das Konzept der Datensammlung so verändert, dass durch Bildung eines Konsortiums von kooperativen Interessensgruppen[3] und deren Einbindung, die Entwicklung der Datenbank weitere Fortschritte machen konnte.[3]

Dazu wurde dann im Jahr 2004 das Proteus Projekt ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes war es, alle verfügbaren Biodiversitäts-Informationen zu sammeln und entsprechend aufbereitet für die Welt frei und vor allem leichter verfügbar zu machen. Dieses Projekt bekam im Jahre 2007 mit dem Proteus 2012 einen Nachfolger, in dem unter anderem Firmen (zu einem Gutteil aus der Erdöl- und Bergbaubranche) als finanzkräftige Sponsoren das Projekt fördern und sich gleichzeitig ein entsprechendes Umweltimage geben konnten.[4]

Ziel von Proteus bis 2012 war es:

  • die bereits verfügbare Datenbank WDPA in der bestmöglichen Weise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
  • mit anderen führenden Organisation des Artenschutzes zusammenzuarbeiten und deren vorhandene Informationen mit der WDPA-Datenbank zu verknüpfen, zu integrieren und vollständig kompatibel zu machen, so dass zum Beispiel Entscheidungsträger jederzeit über die bestmöglichen Informationen zu eventuellen Auswirkungen ihrer Entscheidungen verfügen können.
  • über ein Wiki-ähnliches Browserwerkzeug die Möglichkeit zu schaffen, Informationen über kritische Vorgänge an den Küsten und im küstennahen Ökosystem kontinuierlich einpflegen zu können.[5]

Inhalt der Datenbank

  • Die Datenbank beinhaltet zuallererst die UN List of Protected Areas in der Version des Jahres 2003 mit 68.066 Einträgen, deren Daten 4-5 Bände füllen würden, aber auf Grund der Menge an Daten nur Online verfügbar sind[1]. Diese Datensätze erfüllen jeweils eine der Kategorien der IUCN.
  • Des Weiteren waren bei der Erstellung der UN Liste über 34.000 geschützte Gebiete mit einer Fläche von 3,6 Millionen km2 in der Datenbank gespeichert, die die Kriterien bis zur Drucklegung nicht erfüllten.[1]
  • Die Datenbank hat nicht nur geschützte oder schützenswerte Landflächen gespeichert, sie beinhaltet auch Gebiete von Ozeanen oder anderen Gewässern.
  • Die Datenbank beinhaltet auch geografische Informationen, die über ein implementiertes Geographisches Informationssystem (GIS) analysiert, ausgewertet und visualisiert werden können.

Einschränkungen durch nationalstaatliche Regelungen

Das UNEP World Conservation Monitoring Centre, als Betreiber der Datenbank, hat sich bezüglich des Inhaltes der Datenbank einigen nationalstaatlichen Restriktionen unterworfen und unterwerfen müssen.

So erklärte man sich als Beispiel bereit, Daten auf Antrag wieder zu löschen, wenn ein Staat seine Souveränität durch die Übermittlung von Daten eines anderen Staates verletzt sieht.[6][7] Eine weitere Einschränkung musste gegenüber dem Vereinigten Königreich Großbritannien gemacht werden. Da sich die Datenbank auf dem Territorium von Großbritannien befindet, müssen alle Daten auch unter britischem Recht gespeichert werden. Die britische Regierung hat sich anfangs geweigert Informationen über geschützte Regionen offiziell herauszugeben und in der Datenbank speichern zu lassen, womit die Insel einen weißen Fleck auf der Landkarte des Systems darstellte.[8] Inzwischen sind auch die Schutzgebiete auf der Insel enthalten.

Nutzungsrechte der Datenbank

Die Datenbank ist unter anderem über eine webbasierte Onlineschnittstelle jederzeit frei zugänglich und stellt ihre Daten unter den Conservation Commons der Allgemeinheit zur Verfügung. Gleichwohl gibt es weitere Nutzungseinschränkungen:

  • So darf die Datenbank nicht kommerziell genutzt werden.
  • Auch darf die Datenbank oder deren Nutzung in keiner Weise weiter lizenziert werden.
  • Wird Datenmaterial teilweise oder ganz in Publikationen genutzt, muss jeweils der aktuelle Stand verwendet werden. Ferner wird die Angabe der Quelle gefordert und die Zusendung von jeweils zwei Kopien der Publikation verlangt.
  • Bei Online verwendeten Informationen besteht man auf dem Setzen eines Links zur Datenbank.[9]

Als registrierte Benutzer können Interessierte Daten zur weiteren Verwendung aus der Datenbank auf eigene Systeme herunterladen. Die Nutzungsmöglichkeit dieser Daten setzt allerdings ein Geoinformationssystem (GIS) und die Interpretationsmöglichkeit des KML Formats voraus.[10]

Literatur

  • Marine Deguignet, Diego Juffe-Bignoli, Jerry Harrison, Brian MacSharry, Neil Burgess, Naomi Kingston: 2014 United Nations List of Protected Areas. Hrsg.: UNEP World Conservation Monitoring Centre. Cambridge 2014 (Online PDF 2,0 MB [abgerufen am 20. Januar 2016] englisch).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 2003 United Nations List of Protected Areas, IUCN, Gland, Switzerland and Cambridge, UK and UNEP World Conservation Monitoring Centre, Cambridge, UK, 2003. ISBN 2-8317-0746-3 und ISBN 92-807-2362-6
  2. Diese Schreibweise ist falsch, soll hier aber der Klarstellung wegen erwähnt werden.
  3. 3,0 3,1 Marine Deguignet, Diego Juffe-Bignoli, Jerry Harrison, Brian MacSharry, Neil Burgess, Naomi Kingston: 2014 United Nations List of Protected Areas. Hrsg.: UNEP World Conservation Monitoring Centre. Cambridge 2014 (Online PDF 2,0 MB [abgerufen am 20. Januar 2016] englisch).
  4. Who is supporting the project. WPDA, abgerufen am 10. Mai 2014 (english, 2014: Anglo American, BHP Billiton, bp, Chevron, ConocoPhillips, eni, ExxonMobil, IHS, PremierOil, Repsol, Rio Tinto, Safe Software, Shell, Statoil, Total, GBIF, EuroGEOSS, Organization of American States, iabin, gef).
  5. Proteus 2012. UNEP-WCMC, archiviert vom Original am 15. September 2008, abgerufen am 20. Januar 2016 (HTML, english, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  6. How does WDPA deal with disputed territories? WDPA, archiviert vom Original am 7. April 2014, abgerufen am 31. Dezember 2009 (english).
  7. When will data be 'locked down'? WDPA, abgerufen am 10. Mai 2014 (english).
  8. Why are there no protected areas for the United Kingdom in the WDPA? WDPA, archiviert vom Original am 7. April 2014, abgerufen am 31. Dezember 2009 (english).
  9. Terms of Use. WDPA, abgerufen am 27. Oktober 2015 (english).
  10. Can I download data? WDPA, abgerufen am 10. Mai 2014 (english).

Kategorien: Naturschutzorganisation | Datenbank | Internationale Organisation

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/World Database on Protected Areas (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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