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Wolfgang Drechsler


Wolfgang Drechsler (* 6. Juni 1963 in Marburg) ist ein deutscher Wissenschaftler, der auf den Gebieten Verwaltung, Innovation und Politische Philosophie tätig ist. Er ist Professor für Staatswissenschaften (seit 2006; vorher Professor für Technology Governance und Öffentliches Management) und einer der Gründungsdirektoren des Technology Governance-Programms an der Technischen Universität Tallinn in Estland (seit 2004). Zurzeit er ist auch Prodekan für Internationale Beziehungen der Sozialwissenschaftlichen Fakultät (seit 2010) und Gastprofessor für Verwaltungswissenschaft an der Gadjah-Mada-Universität in Yogyakarta (Wintersemester 2015/2016).

Leben

Drechsler hat Abschlüsse vom Bridgewater College, der University of Virginia, der Philipps-Universität Marburg, der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer und der Corvinus-Universität Budapest. Von 1993 bis 2006 war er Professor (seit 1996 Ordinarius) für Verwaltungs- und Staatswissenschaften an der Universität Tartu. Vor bzw. während seiner Tätigkeit in Estland lehrte er auch an den Universitäten Marburg, Gießen und Frankfurt am Main. Er war Gastprofessor an der Universität Lund, der Universität Erfurt, der Zentraluniversität für Finanzen und Wirtschaft in Peking, der University of Malaya der Zhejiang-Universität in Hangzhou und von 2012 bis 2014 Inhaber des André Molitor-Lehrstuhls für Reformen in Politik, Verwaltung und Internationalen Beziehungen (professeur invité) an der Université Catholique de Louvain. Er war zusätzlich Dozent für volkswirtschaftliche Grundlagen der Innovation an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel (2006–2014).

Bezüglich der Öffentlichen Verwaltung vertritt Drechsler einen nicht-technokratischen, nicht-managerialistischen, staatswissenschaftlichen Ansatz (er war einer der ersten Kritiker des „New Public Management“) und betont der Vorrang von Effektivität vor Effizienz. Sein Interesse gilt besonders auch nicht-westlicher Verwaltung, u.a. des Konfuzianismus und der von Islam und Buddhismus geprägten Systeme. Wirtschaftspolitisch ist er besonders an der Rolle des Staates bei Wirtschaftswachstum und Innovation interessiert. Philosophisch ist Drechsler, einer der letzten Schüler von Hans-Georg Gadamer, ein klassischer Hermeneutiker.

Praktische Tätigkeit: Referent beim Wissenschaftsrat während der Wiedervereinigung Deutschlands von 1990 bis 1992, von 1989 bis 1990 beim U.S. Congress und 1994 beim Präsidenten der Republik Estland. Beratertätigkeit, besonders auf den Gebieten Verwaltungsreform und Innovationspolitik sowie e-governance, für nationale Regierungen und internationale Organisationen, u.a. OECD, Europarat, SIGMA, Weltbank, EU (Lissabon-Strategie; Mitglied der Lisbon Agenda Group), Inter-American Development Bank und Vereinte Nationen (UNDP); Mitarbeit an Nationalen Entwicklungsplänen, in unterschiedlichen Positionen, u.a. für Estland, die Mongolei, Kasachstan, Peru, Brasilien und Norwegen. Er war außerdem Vizepräsident des wohl bedeutendsten estnischen "Think-tanks" PRAXIS (2000–2005).

Wolfgang Drechsler ist der Sohn des langjährigen Marburger Oberbürgermeisters Hanno Drechsler.

Auszeichnungen

Buchveröffentlichungen

  • Islamic Public Administration. First Explorations in the Second World and Beyond. Administrative Culture, 2014, Mhg.
  • Gadamer in Marburg. Blaues Schloss, 2013.
  • Public Management Now and in the Future: Does Technology Matter? The NISPAcee Journal of Public Administration and Policy, 2011, Mhg.
  • Techno-Economic Paradigms: Essays in Honour of Carlota Perez. Anthem, London 2009, Mhg.
  • A Distinctive European Model? The Neo-Weberian State, The NISPAcee Journal of Public Administration and Policy, 2009, Mhg.
  • Friedrich Nietzsche (1844–1900): Economy and Society, New York: Springer, 2006, Mhg.
  • Kaiserliche Universität Dorpat 200 – Academia Gustaviana 370 – Das Jubiläum der Universität Tartu, Tartu: Tartu University Press, 2004, Mhg.
  • Enhancing the Capacities to Govern: Challenges Facing the CEE Countries (Memento vom 18. Juni 2008 im Internet Archive), Bratislava: NISPAcee, 2004, MHg.
  • Good and Bad Government, Budapest: LGI/OSI, 2001 (über Ambrogio Lorenzettis Fresken in Siena)
  • Die selbstverwaltete Gemeinde, Berlin: Duncker & Humblot, 1999, Hg.
  • Paradiama (Festschrift Otto Kaiser 75), Trames 1999, Hg.
  • On the Eminence of the Social Sciences at the University of Dorpat, Tartu: Tartu University Press, 1998 (auch auf Estnisch)
  • Grundlagen der Verwaltung, Tartu: Tartu University Press, 1997, Hg. (auf Estnisch)
  • Johann Ulrich von Cramer: Opuscula, 5 Bde., Hildesheim – New York: Olms, 1996, Hg.
  • Estonia in Transition, World Affairs 1995, Hg.
  • Reforming Higher Education and Research in Eastern Germany, World Affairs 1992, Hg.
  • Andrew D. White in Deutschland, Stuttgart: Heinz, 1989

Weblinks


Kategorien: Mitglied der Bruderschaft St. Christoph | Hochschullehrer (Tallinn) | Träger des Ordens des Marienland-Kreuzes (V. Klasse) | Hochschullehrer (Universität Tartu) | Hochschullehrer (Oestrich-Winkel) | Geboren 1963 | Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande | Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg) | Deutscher | Mann | Politikwissenschaftler

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang Drechsler (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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