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Wolfgang Döring


Dieser Artikel behandelt den FDP-Politiker. Für den Architekten siehe Wolfgang Döring (Architekt).

Wolfgang Döring (* 11. November 1919 in Leipzig; † 17. Januar 1963 in Düsseldorf) war ein nordrhein-westfälischer FDP-Politiker.

Leben und Beruf

Nach dem Abitur 1937 auf dem Humanistischen Gymnasium und dem Reichsarbeitsdienst war Döring bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Berufsoffizier, zuletzt als Hauptmann der Panzertruppe. Er geriet in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er nach Nordrhein-Westfalen floh. 1946 bis 1950 war er Betriebsleiter einer Maschinenfabrik in Mülheim an der Ruhr, bevor er hauptamtlich in die Dienste der FDP trat.

Partei

Döring trat nach dem Zweiten Weltkrieg der FDP bei und wurde zum 1. August 1950 Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen.

Ursprünglich sprach sich Döring für eine Politik der „nationalen Sammlung“ aus, um eine eigenständige FDP gegenüber der CDU zu sichern, erkannte jedoch rasch die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens und positionierte sich – insbesondere nach den Ereignissen der Naumann-Affäre – ab Mitte der 1950er Jahre eher auf dem rechtsstaatlichen Flügel der Partei. Er gehörte zu den sogenannten Jungtürken um Willi Weyer, Walter Scheel und Hans Wolfgang Rubin, die 1956 die Regierung von Karl Arnold (CDU) stürzten und damit kurzfristig zur Abspaltung des Ministerflügels und langfristig zur Öffnung der FDP in die politische Mitte führten. 1956 initiierte er Gespräche zwischen der FDP und der LDPD in der DDR, die in Weimar und Garmisch stattfanden und ein Vorbote der später von Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher betriebenen „neuen Ostpolitik“ waren. Vor der Bundestagswahl 1957 organisierte er den zentralen Wahlkampf der FDP. Er war mit Karl-Hermann Flach einer der Hauptautoren des „Berliner Programms“. Flach sagte später über den programmatischen Kurswechsel Dörings: „Ich habe Döring mit liberalen Grundsätzen befreundet, er hat mich pragmatisch getrimmt“.[1]. 1962 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt.

Abgeordneter

Von 1954 bis 1958 war Döring Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen. 1955 wurde er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und nach dem Regierungswechsel am 12. März 1956 Vorsitzender der FDP-Fraktion.

Vom 15. Oktober 1957 bis zu seinem Tode war Döring Mitglied des Deutschen Bundestages. Er wurde über die Landesliste in Nordrhein-Westfalen gewählt und war seit 1961 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. In der Bundestags-Debatte über die Spiegel-Affäre warf er Ende 1962 Konrad Adenauer und der CDU/CSU ein gestörtes Verhältnis zu Recht und Gesetz vor.

Unterlagen zu Dörings Tätigkeit für die FDP und im Deutschen Bundestag liegen im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.

Ehrungen

Nach Döring sind die FDP-nahe Wolfgang-Döring-Stiftung, das Wolfgang-Döring-Haus, die Parteizentrale der FDP-Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, und Straßen in Düsseldorf und Göttingen benannt.

Literatur

  • Wolfram Dorn, Wolfgang Wiedner: Der Freiheit gehört die Zukunft. Wolfgang Döring. Eine politische Biographie. Hrsg. von der Wolfgang-Döring-Stiftung, Düsseldorf. Liberal-Verlag, Bonn 1974.
  • Karl Georg Egel, Harri Czepuck: Döring sagt, wie's ist. Deutscher Militärverlag, Berlin 1964.
  • Gerhard Papke: Liberale Ordnungskraft, nationale Sammlungsbewegung oder Mittelstandspartei?: Die FDP-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen 1946–1966, Droste, Düsseldorf 1998.
  • Gisela Wiedner-Zerwas: Die Entwicklung der FDP in Nordrhein-Westfalen von 1951 bis 1956 unter besonderer Berücksichtigung der Person Wolfgang Dörings. Duisburg 1973.

Einzelnachweise

  1. Zitiert nach Joachim Bretschneider, Harald Hofmann: Karl-Hermann Flach. Liberaler aus Leidenschaft, Bertelsmann, Gütersloh 1974, S. 24.

Weblinks


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