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Woiwodschaft


Dieser Artikel erläutert die polnische Verwaltungsebene. Für das Kronland der Habsburgermonarchie siehe Woiwodschaft Serbien und Temeser Banat.

Eine Woiwodschaft oder Wojewodschaft ist ein polnischer Verwaltungsbezirk als oberste Stufe der territorialen Gliederung (ISO 3166-2-Ebene, siehe ISO 3166-2:PL) und liegt in der Statistikebene NUTS-2. Nächstkleinere Selbstverwaltungseinheit ist der Powiat (Landkreis). Aktuell gibt es in Polen 16 Woiwodschaften.

Der Name, polnisch województwo, ist abgeleitet von Woiwode (deutsch: Herzog), und Woiwodschaft entspricht historisch einem Herzogtum.

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1975 war Polen in 17 Woiwodschaften gegliedert.

1975 wurde die Zahl auf 49 erhöht, offiziell um die Landesverwaltung zu optimieren, die Behörden in den Regionen zu stärken und die Missverhältnisse in den wirtschaftlichen Entwicklungen zwischen den Regionen auszugleichen. Keines der genannten Ziele wurde erreicht, stattdessen wurde, erwartungsgemäß, der Einfluss der Zentralregierung erhöht.[1]

Am 1. Januar 1999 wurde die Struktur schließlich aufgegeben und es entstanden 16 Woiwodschaften, die größtenteils historische Gebiete darstellen. Ursprünglich waren 12 Woiwodschaften geplant; allerdings gab es politische Diskussionen, die schließlich zu einer Vergrößerung der Anzahl auf 16 führten. Die zusätzlichen vier Woiwodschaften waren Heiligkreuz, Opole, Lebus und Kujawien-Pommern.[2] Politische Überlegungen führten auch dazu, dass die Woiwodschaft Kujawien-Pommern zwei offizielle Hauptstädte hat, ebenso die Woiwodschaft Lebus.

Organe

Da Polen ein Einheitsstaat ist, weisen die Woiwodschaften im Gegensatz zu den deutschen Ländern keine Staatsqualität auf.

Jede Woiwodschaft besitzt als Selbstverwaltungsorgane eine Volksvertretung (Sejmik województwa, Woiwodschaftsversammlung, Woiwodschaftstag) und einen von ihnen gewählten Vorstand (zarząd województwa, Woiwodschaftsvorstand) unter einem Vorsitzenden (marszałek województwa, Woiwodschaftsmarschall, Woiwodschaftspräsident).

Der Woiwode (etwa Präfekt) ist hingegen der Vertreter der (Warschauer) Zentralregierung, zuständig für Kontrolle der Selbstverwaltung der Woiwodschaften, Landkreise (Powiat) und Gemeinden (Gmina).

Liste der Woiwodschaften

Woiwodschaften seit 1999

Woiwodschaft Deutscher Name Einwohner Fläche in km² Bevölkerungsdichte in Ew./km² Hauptstadt Kfz-Kennzeichen
(1. Buchstabe)
Flagge
Województwo dolnośląskie Woiwodschaft Niederschlesien 2.876.832 19.947 144 Wrocław (Breslau) D [3]
Województwo kujawsko-pomorskie Woiwodschaft Kujawien-Pommern 2.066.418 17.972 115 Bydgoszcz (Bromberg) und Toruń (Thorn) C
Województwo lubelskie Woiwodschaft Lublin 2.163.437 25.122 86 Lublin L
Województwo lubuskie Woiwodschaft Lebus 1.008.656 13.988 72 Gorzów Wielkopolski (Landsberg a.d. Warthe) & Zielona Góra (Grünberg) F
Województwo łódzkie Woiwodschaft Łódź 2.551.633 18.219 140 Łódź E
Województwo małopolskie Woiwodschaft Kleinpolen 3.282.378 15.183 216 Kraków (Krakau) K
Województwo mazowieckie Woiwodschaft Masowien 5.195.000 35.558 146 Warszawa (Warschau) W
Województwo opolskie Woiwodschaft Opole 1.034.656 9.412 110 Opole (Oppeln) O
Województwo podkarpackie Woiwodschaft Karpatenvorland 2.097.276 17.845 118 Rzeszów R
Województwo podlaskie Woiwodschaft Podlachien 1.191.925 20.187 59 Białystok B
Województwo pomorskie Woiwodschaft Pommern 2.215.100 18.310 121 Gdańsk (Danzig) G
Województwo śląskie Woiwodschaft Schlesien 4.648.961 12.334 377 Katowice (Kattowitz) S
Województwo świętokrzyskie Woiwodschaft Heiligkreuz 1.273.625 11.710 109 Kielce T
Województwo warmińsko-mazurskie Woiwodschaft Ermland-Masuren 1.426.401 24.173 59 Olsztyn (Allenstein) N
Województwo wielkopolskie Woiwodschaft Großpolen 3.391.256 29.827 114 Poznań (Posen) P
Województwo zachodniopomorskie Woiwodschaft Westpommern 1.692.355 22.892 74 Szczecin (Stettin) Z

Alle Angaben von 2008[4]

Woiwodschaften 1975–1998

Woiwodschaften 1945–1975

Woiwodschaften 1921–1939

Woiwodschaften 1816–1837 (Kongresspolen)

1816–1837 bestanden auch in Kongresspolen Woiwodschaften, diese wurden danach in Gouvernements umbenannt und mehrfach reorganisiert.

Woiwodschaften 1569–1795 (Polen-Litauen)

Abgesehen von den königlichen Freistädten (Danzig, Thorn, Elbing und Riga bis 1621) war Polen-Litauen in Woiwodschaften eingeteilt.

Verweise

Siehe auch

Fußnoten

  1. Iwona Sagan: Polnische Regional- und Metropolenpolitik. In: Polen-Analysen. Nr. 103, 21. Februar 2012, ISSN 1863-9712 , S. 1–12, Digitalisat (PDF; 795 KB) .
  2. Andrzej Chwalba: Kurze Geschichte der Dritten Republik Polen. 1989 bis 2005. Harrassowitz, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-447-05925-1, S. 59.
  3. Neue Flagge vom Parlament am 30. Oktober verabschiedet. Es ist eine gelbe Flagge mit dem schwarzen, schlesischen Adler.[1]
  4. Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2008 r. online .
sr:Војводство

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