Wirtschaftskommission für Europa - LinkFang.de





Wirtschaftskommission für Europa


Wirtschaftskommission für Europa
Economic Commission for Europe
Commission économique pour l'Europe

Flagge der UN und der UNECE

Organisationsart Kommission
Kürzel UNECE
Leitung Sven Alkalaj[1]
Gegründet 28. März 1947[2]
Hauptsitz Genf
Oberorganisation Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen
www.unece.org
Staat Beitritt[3]
Albanien Albanien 14. Dezember 1955
Andorra Andorra 28. Juli 1993
Armenien Armenien 30. Juli 1993
Aserbaidschan Aserbaidschan 30. Juli 1993
Belgien Belgien 28. März 1947
Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 22. Mai 1992
Bulgarien Bulgarien 14. Dezember 1955
Deutschland Deutschland 18. September 1973
Danemark Dänemark 28. März 1947
Estland Estland 17. September 1991
Finnland Finnland 14. Dezember 1955
Frankreich Frankreich 28. März 1947
Georgien Georgien 30. Juli 1993
Griechenland Griechenland 28. März 1947
Irland Irland 14. Dezember 1955
Island Island 28. März 1947
Israel Israel 26. Juli 1991
Italien Italien 14. Dezember 1955
Kanada Kanada 9. August 1973
Kasachstan Kasachstan 31. Januar 1994
Kirgisistan Kirgisistan 30. Juli 1993
Kroatien Kroatien 22. Mai 1992
Lettland Lettland 17. September 1991
Liechtenstein Liechtenstein 18. September 1990
Litauen Litauen 17. September 1991
Luxemburg Luxemburg 28. März 1947
Malta Malta 1. Dezember 1964
Mazedonien Mazedonien 8. April 1993
Moldawien Moldawien 2. März 1992
Monaco Monaco 27. Mai 1993
Montenegro Montenegro 28. Juni 2006
Niederlande Niederlande 28. März 1947
Norwegen Norwegen 28. März 1947
Osterreich Österreich 14. Dezember 1955
Polen Polen 28. März 1947
Portugal Portugal 14. Dezember 1955
Rumänien Rumänien 14. Dezember 1955
Russland Russland 28. März 1947
San Marino San Marino 30. Juli 1993
Schweden Schweden 28. März 1947
Schweiz Schweiz 24. März 1972
Serbien Serbien 1. November 2000
Slowenien Slowenien 22. Mai 1992
Slowakei Slowakei 28. März 1947
Spanien Spanien 14. Dezember 1955
Tadschikistan Tadschikistan 12. Dezember 1994
Tschechien Tschechien 28. März 1947
Turkei Türkei 28. März 1947
Turkmenistan Turkmenistan 30. Juli 1993
Ukraine Ukraine 28. März 1947
Ungarn Ungarn 14. Dezember 1955
Usbekistan Usbekistan 30. Juli 1993
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 28. März 1947
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 28. März 1947
Weissrussland Weißrussland 28. März 1947
Zypern Republik Zypern 20. September 1960

Die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen, englisch United Nations Economic Commission for Europe, kurz UNECE oder ECE, ist eine Kommission der Vereinten Nationen zur Wirtschaftsförderung in Europa.

Entstehung

Gegründet wurde die ECE knapp zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.[2] Zielsetzung war, den Wiederaufbau der Volkswirtschaften in Europa zu unterstützen, besonders deren Wirtschaftsbeziehungen untereinander und weltweit. Am selben Tag wurde mit gleichem Ziel die Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik gegründet, und später folgten die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik, die Wirtschaftskommission für Afrika, sowie die Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien. Den Anstoß gab Jan Stanczyk, Arbeits- und Sozialminister von Polen, als er auf der ersten Vollversammlung der Vereinten Nationen langfristige Hilfe zur Selbsthilfe forderte.[4] Aus der Zielsetzung der ECE und der damaligen Lage von Wirtschaftskraft und Macht ergab sich fast zwangsläufig, dass die USA und die Sowjetunion zu den Gründungsmitgliedern zählten.

Uneinig über den Marshallplan, entstand wenig später separat die Organisation for European Economic Co-operation und der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe.[5] Seit damals der Kalte Krieg begann, blieb die ECE über 40 Jahre lang ein Forum, in dem die gegensätzlichen Wirtschaftsordnungen am Eisernen Vorhang zu Konsens fanden.[4] Seit August 1973 ist auch Kanada Mitglied der ECE, sodass sie nun den gesamten Norden der Erde umfasst.[3]

Aktivitäten

Die Sitzungen der ECE finden gewöhnlich öffentlich in Genf statt, und das Büro der Vereinten Nationen in Europa ist ihr Hauptquartier.[6]

Jeder Mitgliedstaat der ECE entsendet eine Person in die Kommission, aber auch andere Nationen und Personen werden eingeladen. Beispielsweise wurden von den ersten Sitzungen an alle Nationen Europas außer Spanien beteiligt.[4]

Ergebnisse der ECE sind in Europa allgegenwärtig. Beispielsweise gehen die Europastraßen auf die ECE zurück, und auf den Straßen rollende Fahrzeuge tragen ECE-Prüfzeichen nach ECE-Regelungen.

Die ECE entwickelt Vorschläge, Vorlagen und Vereinbarungen, denen sich mitunter auch Nichtmitglieder wie Japan, Australien, Südafrika, Neuseeland, Südkorea, Tunesien, Malaysia und Thailand anschließen.[7]

Struktur

Die Kommission gliedert sich in ein Exekutivkomitee und Fachkomitees:[8]

  • Committee on Economic Cooperation and Integration
Wettbewerbsfähigkeit, Unternehmertum, Marktregulierung[9]
  • Committee on Environmental Policy
Umweltschutz[10]
  • Committee on Forests and Forest Industry
Forstwirtschaft[11]
  • Committee on Housing and Land Management
Wohnungswesen und Stadtplanung[12]
  • Committee on Sustainable Energy
Nachhaltige Energie[13]
  • Committee on Trade
Normung, Standards, Handelshemmnisse[14]
  • Inland Transport Committee
Binnenschifffahrt, Eisenbahnen, Kraftfahrzeuge[15]
  • Conference of European Statisticians
Statistik[16]

Außerdem gibt es Einheiten und Arbeitsgruppen:

  • Population Unit
Demografischer Wandel[17]
  • Working Group on Ageing
Alterung der Bevölkerung[18]
  • Technical Cooperation Unit
Harmonisierung, Strukturwandel[19]
  • Working Group on Technical Cooperation
Monitoring, Synergien[20]

Sekretariat

Der Kommission steht ein Sekretariat zur Verfügung, das zu jenem der Vereinten Nationen gehört.[6] Finanziert wird es aus dem Budget der Vereinten Nationen.[5]

Geleitet wird es vom Executive Secretary, den der Generalsekretär der Vereinten Nationen beruft.[21][22] Er ist Statthalter des Generalsekretärs bei der ECE und auch zu eigenen Initiativen in den Fachkomitees befugt.[6]

Gunnar Myrdal aus Schweden hatte dieses Amt als erster inne und prägte die ECE nachhaltig, indem er ihre Satzung großzügig auslegte, sich über die offizielle Weltpolitik hinwegsetzte, und Experten aus allen Besatzungszonen hinzuzog.[4] Myrdal sendete auch ungefragt jährliche Gutachten an alle Regierungen. Der Weg in die Europäische Union war durch Informationen der ECE aufgeklärt.

Auf Myrdal folgten Sakari Tuomioja aus Finnland (1957–1960), Vladimir Velebit (1960–1967) und Janez Stanovnik (1968–1982) aus Jugoslawien, Klaus Sahlgren aus Finnland (1983–1986), Gerald Hinteregger aus Österreich (1987–1993), Yves Berthelot aus Frankreich (1993–2000), Danuta Hübner aus Polen (2000–2001), Brigita Schmögnerová aus der Slowakei (2002–2005), Marek Belka aus Polen (2005–2008), Ján Kubiš aus der Slowakei (2008–2010) und Sven Alkalaj aus Bosnien und Herzegowina (ab 2012).[23]

Janez Stanovnik, ein Professor und späterer Präsident Sloweniens, hatte dieses Amt seit den späten 1960er Jahren durch die gesamten 1970er Jahre hindurch bis in die frühen 1980er Jahre inne.[24] Er war mit ähnlicher Politik wie Myrdal ebenso prägend.[4]

Einzelnachweise

  1. Executive Secretary . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  2. 2,0 2,1 History . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  3. 3,0 3,1 Member States and Member States Representatives . UNECE. 21. November 2013. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Yves Berthelot, Paul Rayment: Looking back and peering forward: A short History of the United Nations Economic Commission for Europe, 1947-2007. Vereinte Nationen, Genf 2007 (PDF; 677 KB [abgerufen am 1. Januar 2014]).
  5. 5,0 5,1 UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) . Auswärtiges Amt. 23. August 2012. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  6. 6,0 6,1 6,2 Terms of Reference and Rules of Procedure of the Economic Commission for Europe. 5. Auflage. Vereinte Nationen, 2009 (PDF; 72 KB [abgerufen am 1. Januar 2014]).
  7. Vertragsparteien - Liste der Kennzahlen. Bundesverkehrsministerium, abgerufen am 13. Juli 2015 (Liste der Länder, die der Übereinkunft beigetreten sind).
  8. Governance and organizational structure . UNECE. 23. Dezember 2013. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  9. Introduction – Economic Cooperation and Integration . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  10. Environmental Policy . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  11. Outlook – Forestry and Timber . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  12. History – Housing and Land Management . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  13. Sustainable Energy . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  14. Trade . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  15. Structure/ITC . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  16. Statistics . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  17. Population . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  18. Working Group on Ageing . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  19. Technical Cooperation Strategy . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  20. Working Group on Technical Cooperation . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  21. Management . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  22. Sven Alkalaj takes office as UNECE Executive Secretary . UNECE. 10. April 2012. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  23. Former Executive Secretaries . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  24. Janez Stanovnik (Yugoslavia) . UNECE. Abgerufen am 1. Januar 2014.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftskommission für Europa (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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