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Wintersdorf (Zirndorf)


Wintersdorf
Stadt Zirndorf
Höhe: 303 m
Postleitzahl: 90513
Vorwahl: 09127

Wintersdorf ist seit dem 1. Januar 1976 ein Ortsteil der Stadt Zirndorf im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Geographie

Wintersdorf befindet sich im Rangau zwischen den Städten Fürth, Ansbach und Rothenburg ob der Tauber. Die Ortschaft liegt südlich der Bibert.

Geschichte

Archäologische Funde im Nachbarort Weinzierlein, nämlich die Hügelgräber im Erlach belegen, dass das Gebiet bereits gegen 1000 v. Chr. besiedelt war.

Erste urkundliche Erwähnung 1295 als Albert und Hartmann Rindesmuli Güter in „Wintersdorff“ an Ulrich von Trockau als Eigen übergeben.

Burggraf Friedrich von Nürnberg schenkt 1321 aus seinem Besitz in „Winterstorf“ zum Alter des hl. Clemens und Basilius bestimmte Novalzinsen. Ritter Marquard Rindmawl übereignet 1370 Herrn Michel Grundherr einen Hof in „Winterstorf“.

Im Bergischen Reichslehenbuch steht 1396: Hans Carl hat empfangen ein Mul (Mühle) zu „Winterdorff“. „Winterdorff“ gehört 1413 dem burggräflichen Amt in Roßtal an, allerdings wird es als „nürnbergerisch“ bezeichnet, soweit es die Untertanen betrifft. „Winttersdorf“ wird 1430 im Verzeichnis der Pfarrei Zirndorf geführt.

Über das Dorf wird 1503 niedergeschrieben: „Winttersßdorff“, ein Weiler, Nürnbergisch, fraisch Zenn. Im Salbuch des Klosters Pillenreuth taucht Wintersdorf im Jahre 1504 auf: ansbacherisch: 3 Höfe; nürnbergerisch: 1 Schenkstatt mit Hof, 1 Bauernhof, zusätzlich Niederschrift „Wintersdorff get zu lehen vom Reich“.

Die meisten Dörfer in der unmittelbaren Umgebung zur Alten Veste werden 1632 im Dreißigjährigen Krieg von den Truppen Wallensteins bei deren Rückzug zerstört. Wintersdorf wird völlig zerstört und lange aufgegeben. Mit dem Wiederaufbau wird erst wieder 1657 begonnen.

1750 werden 3 nürnbergerische und 4 ansbacherische Anwesen gezählt. Das Fürstentum Ansbach geht 1792 in das Königreich Preußen über, es wird von 9 Anwesen in Wintersdorf berichtet. Hochgerichtsbarkeit übt Cadolzburg und Gemeindeherrschaft übt das Richteramt Roßtal aus. Das Kastenamt Cadolzburg besitzt 2 Höfe, 1 Wirtshaus und 1 Hirtenhaus. Das Klarissenkloster St. Klara Nürnberg (Klara-Amt) einen Hof. Die Nürnberger Schlüsselfelder-Stiftung ein Wirtshaus. Die Familie von Kreß besitzt einen Hof und ein Wirtshaus, die Familie von Welser ein Gut.

Leichendorf wird 1808 zur Gemeinde ernannt, sie wird aus den Orten Anwanden, Leichendorfermühle, Lind, Rehdorf und Wintersdorf gebildet. 1824 werden in Wintersdorf 15 Wohngebäude mit 79 Bewohnern gezählt, 1861 103 Einwohner. 1894 treffen sich 200 Männer aus dem Biberttal und beraten über den Bahnanschluss des Oberen Bibertgrunds. Im gleichen Jahr wird die Freiwillige Feuerwehr Wintersdorf-Leichendorf gegründet. Nachdem per Gesetz am 23. Juni 1908 die Bayerische Staatseisenbahnverwaltung die Genehmigung für Bau und Betrieb einer Lokalbahn vom Bahnhof Stein nach Unternbibert-Rügland genehmigt wurde beginnen 1912 die Bauarbeiten für die Bibertbahn. Die Eröffnung ist am 22. Mai 1914. 1945 ergeben sich letzte Verbände der Wehrmacht nicht kampflos den vorrückenden amerikanischen Truppen. Die Bibertbrücke nach Bronnamberg wird gesprengt. Die Panzer der US Army fahren durch den Fluss. Bis 1950 entwickelt sich Wintersdorf rasch und hat bereits 412 Bewohner. Bis 1969 verdoppelt sich die Einwohnerzahl auf rund 800 Einwohner. 1970 wird in Gemeinschaftsarbeit der Vereine ein Vereinsheim errichtet. Wintersdorf wird 1975 Kirchendorf, durch den Neubau der katholischen „Bruder-Klaus-Kapelle“ (Namenspatron Niklaus von Flüe) und des evangelischen Gemeindehauses. Mit der Gebietsreform in Bayern wird die Gemeinde Leichendorf aufgelöst und am 1. Januar 1976 in die Stadt Zirndorf eingegliedert.[1] Eine Zusammenlegung mit der Gemeinde Weinzierlein wird von staatlicher Seite abgelehnt. Um einer Eingemeindung vorzubeugen investierte die Altgemeinde in Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen-, Wasserleitungs- und Schulneubau. Zum Zeitpunkt der Eingemeindung hatte die Gemeinde Leichendorf 1914 Einwohner. Die letzten Bürgermeister waren Urban Haspel und Alfred Gronau. 1978 erfolgt der Neubau des Kindergartens durch die Arbeiterwohlfahrt. 1980 wird ein neues Feuerwehrhaus eingeweiht. Durch das Neubaugebiet Bibertsiedlung in den 1980ern steigt die Einwohnerzahl stark an. Am 7. Juni 1985 wird das rekonstruierte Wasserrad an der Bibert in Betrieb genommen. Am 26. September 1986 wird die Bibertbahn stillgelegt. 1995 Eröffnung eines kleinen Einkaufszentrums mit Arztpraxen. 2007 hatte Wintersdorf 1489 Einwohner.

Brauchtum

Jeweils am zweiten Wochenende im Monat Juli ist in Wintersdorf Kärwa, eine traditionelle fränkische Kirchweih mit Bierzelt, Baumaufstellen, Betzentanz, Schieß- und Süßigkeitenbude, Schiffschaukel und Kinderkarussell. Mittlerweile wurde die Kärwa ins Vereinsheim des ortsansässigen Sportverein verlagert. Weiterhin bestand haben jedoch das Baumaufstellen sowie das Fischerstechen während die Schausteller nur noch mit Buden vertreten sind.

Schule

Die bayerische Landesregierung genehmigt 1896 die Bildung eines eigenen Schulsprengels für die Orte Bronnamberg, Leichendorf und Weinzierlein. 1898 wird das erste Schulgebäude errichtet, später wird es als Rathaus genutzt werden. 1957 wird das neue Schulgebäude in der Frankenstrasse eingeweiht, der Schulsprengel wird 1969 um die Orte Anwanden, Lind erweitert. 1982 wird das neue Sparkassengebäude gebaut und deshalb das alte Schulhaus abgerissen. Umbau und Renovierung des Schulgebäudes in den Jahren 1991/1992. Die Volksschule Zirndorf-Wintersdorf war bis 2002 eine Schuleinrichtung mit Grund- und Hauptschule, dies ist nun durch die zuständige Schulbehörde geändert worden. In Wintersdorf befindet sich nur noch eine Grundschule, die Hauptschüler des Schulsprengels besuchen die Hauptschule in Zirndorf. Im Schuljahr 2007/08 existierte eine letzte Abschlussklasse.

Verkehr

Bis zur Fertigstellung der Umgehungsstraße im Jahr 1998 führte der Verkehr auf der Rothenburger Straße direkt durch den Ort. Zwischen dem 22. Mai 1914 und dem 26. September 1986 verband die Bibertbahn den Ort mit der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim, der Haltepunkt befand sich auf der Ortsgrenze zwischen Wintersdorf und Weinzierlein.

Seitdem ist Wintersdorf nur noch durch Buslinien an die U-Bahn Nürnberg an den U-Bahnhöfen Gustav-Adolf-Straße und Fürth Hauptbahnhof, sowie an die Rangaubahn am Zirndorfer Bahnhof und die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim in Anwanden angebunden. Wintersdorf liegt seit Gründung des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) in dessen Geltungsbereich.

Sehenswürdigkeiten

  • Der Bauernhof der Familie Zeitinger in der Seewaldstraße ist ein altes Fachwerkhaus, das im Jahr 1783 erbaut wurde.
  • Tiefschlächtiges Wasserrad an der Bibert in der Nähe des Kindergartens an der Frankenstraße. Dieses entspricht in der Bauart den Wasserschöpfrädern an der Regnitz und wird jeden Winter ab- und im Frühjahr wieder aufgebaut. Hier wird auch das traditionelle Fischerstechen ausgetragen, das im Rahmen der Wintersdorfer Kirchweih stattfindet.

Vereine und Veranstaltungen

  • Der ansässige Sportverein ist der ASV Weinzierlein Wintersdorf, der vor allem im Fußballbereich aktiv ist.
  • Der Schützenverein Wintersdorf besteht seit 1955 und widmet sich dem sportlichen Schießen

Literatur

  • Stadt Zirndorf (Hrsg.): Festschrift: 75 Jahre Stadt Zirndorf. 1987.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.

Kategorien: Ort im Landkreis Fürth | Stadtteil von Zirndorf

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wintersdorf (Zirndorf) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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