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Wilhelm Limpert


Wilhelm Limpert (* 20. Oktober 1891 in Würzburg; † 28. Januar 1959 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Buchdrucker und Verleger. 1921 gründete er in Dresden den Limpert Verlag, einen Fachverlag für Sport.

Leben

Der gebürtige Franke Wilhelm Limpert erlernte zwei Berufe: Buchdrucker und Buchhändler. Im Ersten Weltkrieg war er als Soldat an der Westfront stationiert.[1]

1921 gründete Limpert im Alter von dreißig Jahren in Dresden den gleichnamigen Limpert Verlag samt Druckerei. Als Programmschwerpunkt wählte der aktive Turner sein Hobby, den Sport. Die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens profitierte von der massenmedialen Inszenierung sportlicher Ereignisse ebenso wie von der Nachfrage immer weiterer Bevölkerungskreise nach Ratgebern und Fachliteratur für Sporttraining und -wettkampf. Ein Schwerpunkt lag bereits in diesen frühen Jahren auf Sportbüchern für Sportvermittler in Schulen und Vereinen. Enge Kontakte Limperts zu verschiedenen Turn- und Sportverbänden ermöglichten bald die Herausgabe der Deutschen Turnerzeitung und anderer Periodika.[2] Wilhelm Limpert stand bereits zu dieser Zeit völkisch-nationalistischen Strömungen nahe; das belegen Verlagsveröffentlichungen wie Die Turnsache des Auslanddeutschtums im Lichte einer großdeutschen Kulturgemeinschaft (1928)[3] oder der Reprint von Friedrich Ludwig Jahns Schrift Deutsches Volksthum.[4]

Das Verlagsprogramm wurde in den 1930er und frühen 1940er Jahren kontinuierlich erweitert und konzentrierte sich auf populäre Themen: Sachbücher zu Chorgesang, Tierschutz und Technik, darunter naturwissenschaftliche Titel wie Chemie erobert die Welt oder Biografien über Justus von Liebig und Hugo Junkers (alle 1940).[5] Im Bereich der Belletristik fanden sich die Romane des nationalsozialistischen Schriftstellers Otto Paust. Auch unter den Sachbuchtiteln wurden dezidiert militaristische und antisemitische Inhalte im Einklang mit der nationalsozialistischen Weltanschauung verbreitet.[6] Für die Druckerei Limpert waren Werbedrucke ein wichtiges Zusatzgeschäft zu den verlagseigenen Publikationen.[7]

Die Ausweitung des Programms ging einher mit der Eröffnung eines zweiten Druck- und Verlagsstandortes. 1932 bezog Limpert in der Kochstraße in Berlin ein großes Haus. Der Verlag war damit in den prestigeträchtigen Zentren des deutschen Verlagswesens vertreten und beschäftigte vor Beginn des Zweiten Weltkrieges an beiden Standorten insgesamt etwa 1.500 Mitarbeiter.[8]

Wenige Monate vor Ende des Krieges wurden beide Verlagshäuser durch Bombardements vollkommen zerstört: das Berliner Haus am 3. Februar 1945, das Dresdener Haus am 13. Februar 1945. Sämtliche Buch- und Papiervorräte wurden dabei vernichtet.

Wilhelm Limpert übersiedelte 1950 nach Frankfurt am Main. In der ersten Zeit erledigte er sämtliche Korrespondenz für den Verlag selbst. Zu den ersten Veröffentlichungen nach dem Krieg zählten die 13. Neuauflage des Titels Gymnastik: Körperschule ohne Gerät sowie der erste Band in der Schriftenreihe des Deutschen Turner-Bundes (beide 1950).[9] Ende der 1950er Jahre zählte sein Unternehmen immerhin wieder mehr als 30 Mitarbeiter. 1958 wies das Verlagsverzeichnis rund 270 Titel aus.[10]

Im selben Jahr erlitt Limpert einen Herzinfarkt, der ihn längere Zeit bettlägerig machte. Zu Weihnachten 1958 kam eine Niereninfektion hinzu, von der er sich nicht mehr erholte.[11]

Familie

Am 20. Mai 1938 heiratete Wilhelm Limpert in Berlin eine junge Mitarbeiterin seines Verlages, die 25-jährige Erika Jänichen aus Dresden. Das Paar hatte seinen Wohnsitz in Berlin. Dort kamen auch die fünf Kinder zur Welt, von denen zwei allerdings im Kindesalter verstarben. Nach der Eheschließung absolvierte Erika Limpert eine Lehre zur Verlagsbuchhändlerin. Nach Kriegsende übersiedelte zuerst Wilhelm, dann Erika mit Kindern nach Frankfurt, wo Erika Limpert für viele Jahre Vorsitzende und Geschäftsführerin des Frankfurter Künstlerclubs war. Sie starb am 9. Juli 1995.[12]

Literatur

  • Klippel, Hermann: Der Verleger Wilhelm Limpert. In: Ders. (Red.): Limpert Verlag 1921–1996. 75 Jahre Literatur für die wichtigste Nebensache der Welt. Ein Almanach. Wiesbaden 1996: Limpert, ISBN 3-7853-1594-5, S. 9–18.
  • Fiedler, Uwe: Friedrich Kurt Fiedler. ohne Ort 2011 (PDF ).

Einzelnachweise

  1. Vgl. Hermann Klippel: Der Verleger Wilhelm Limpert. In: Ders. (Red.): Limpert Verlag 1921–1996. 75 Jahre Literatur für die wichtigste Nebensache der Welt. Ein Almanach. Wiesbaden 1996: Limpert, ISBN 3-7853-1594-5, S. 10.
  2. Vgl. Klippel, Der Verleger, S. 11.
  3. Vgl. Deutsche Nationalbibliothek Datensatz http://d-nb.info/577965840 .
  4. Vgl. Deutsche Nationalbibliothek Datensatz http://d-nb.info/580266982 .
  5. Vgl. Klippel, Der Verleger, S. 12f., Deutsche Nationalbibliothek Datensätze http://d-nb.info/575355875 ; http://d-nb.info/574215425 ; http://d-nb.info/575355816 .
  6. Vgl. Deutsche Nationalbibliothek Datensätze http://d-nb.info/580368777 ; http://d-nb.info/573159955 ; http://d-nb.info/573134960 ; http://d-nb.info/571675026 ; http://d-nb.info/572471041 ; http://d-nb.info/574496173 .
  7. Vgl. Uwe Fiedler, Kurt Fiedler, S. 15.
  8. Vgl. Klippel, Der Verleger, S. 13.
  9. Vgl. Deutsche Nationalbibliothek Datensätze http://d-nb.info/451325451 ; http://d-nb.info/455130671 .
  10. Vgl. Klippel, Der Verleger, S. 16 und 18.
  11. Vgl. Klippel, Der Verleger, S. 18.
  12. Vgl. Klippel, Der Verleger, S. 15.


Kategorien: Gestorben 1959 | Geboren 1891 | Buchdrucker | Person (Frankfurt am Main) | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm Limpert (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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