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Wilhelm Deecke (Geologe)


Johannes Ernst Wilhelm Deecke, (* 25. Februar 1862 in Lübeck; † 23. Oktober 1934 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Geologe und Prähistoriker.

Leben

Wilhelm Deecke, der Sohn des Historikers Ernst Georg Wilhelm Deecke, wurde 1884 an der Universität Straßburg zum Dr. phil. nat. promoviert. 1886 habilitierte er sich an der Universität Greifswald, 1893 wurde er dort außerordentlicher Professor für Geologie und Paläontologie, 1905 ordentlicher Professur. 1906 wurde er ordentlicher Professor an der Universität Freiburg. Zwischen 1907 und 1928 war er als Direktor der Geologischen Landesanstalt von Baden tätig. Im Jahr 1917 wurde er Geheimer Hofrat von Baden. Er gehört im August 1912 zu den 34 Gründungsmitgliedern der Paläontologischen Gesellschaft.[1]

Wilhelm Deecke gewann große Bedeutung für die archäologische Forschung, als er 1922 bei der Neuorganisation der badischen Denkmalpflege die Geschäftsführer des Ausschusses für Ur- und Frühgeschichte und erster Herausgeber der Badischen Fundberichte wurde. Schon seit den späten 1880er Jahren hatte sich Deecke aus geologischer Perspektive mit archäologischen Themen auseinandergesetzt. Mit seiner Berufung nach Freiburg war er zudem Mitdirektor des Museums für Urgeschichte geworden, seine Antrittsvorlesung behandelte „Geologie und Prähistorie“. Hervorzuheben ist auch seine bis heute wichtige Arbeit zu prähistorischem Silexgebrauch (1933).

Ehrungen und Auszeichnungen

Mitgliedschaften

Schriften

  • Ueber Lariosaurus und einige andere Saurier der Lombardischen Trias. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, XXXVIII, 170 – 197, Tafel III – IV, Berlin 1886
  • Ueber Fische aus verschiedenen Horizonten der Trias. Palaeontographica XXXV, 97 – 109, Taf. VI – VII, Stuttgart 1889
  • Zur Geologie von Unteritalien. Betrachtungen über das neapolitanische Erdbeben von 1857. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Seite 286-330, 1891
  • Der Granitstock des Elsässer Belchen in den Südvogesen. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, Jg. 1891, Seite 839-878, 1891
  • Notiz über ein Nothosauriden-Fragment. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, Band XLVII, 303 – 306, Berlin 1895
  • Italien. Alfred Schall Hofbuchhändler, 1898
  • Geologischer Führer durch Bornholm. Gebrüder Bornträger, Berlin, 1899
  • Geologischer Führer durch Campanien. Borntraeger, Berlin, 1901
  • Neue Materialien zur Geologie von Pommern. Kunike, 1902
  • Geologie von Pommern. Gebrüder Borntraeger, Berlin 1907
  • Der geologische Bau der Apenninenhalbinsel und die Schweeremessungen. N. Jb., Seite 129-158, 1907
  • Bemerkungen zur älteren Kartographie Pommerns. Rügisch-Pommerschen Geschichtsverein zu Greifswald und Stralsund, Band 11, 1910
  • Landeskunde von Pommern. Göschen, Leipzig, 1912
  • Paläontologische Betrachtungen. IV. Über Fische. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jahrgang 1913, II. Band, 69 – 92, Stuttgart 1913
  • Paläontologische Betrachtungen. V. Über Korallen. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jahrgang 1913, II. Band, 183 – 193, Stuttgart 1913
  • Paläontologische Betrachtungen. VI. Über Foraminiferen. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jahrgang 1914, II. Band, 21 – 43, Stuttgart 1914
  • Paläontologische Betrachtungen. VII. Über Crustaceen. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jahrgang 1915, I. Band, 112 – 126, Stuttgart 1915
  • Paläontologische Betrachtungen. VIII. Über Crinoiden. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Palaeontologie, Jahrgang 1915, II. Band, S. 1 – 18, Stuttgart 1915
  • Geologie von Baden. Gebrüder Bornträger, Berlin, 2 Bände, 1916
  • Morphologie von Baden, Auf geologischer Grundlage. Gebrüder Bornträger, Berlin, 1918
  • Vier Kapitel aus der petrographischen Geologie. Berichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Freiburg im Breisgau, 1919
  • Natur, Oberflächengestaltung u. Wirtschaft der Baar. Heimatflugblätter vom Landesverein Baden. Vom Bodensee zum Main. Nr.16, 1921
  • Der paläogeographische Charakter der germanischen Muschelkalk-Binnenmeeres. Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel, Band XXXIII, S. 1 – 22, Basel 1922
  • Phytopaläontologie und Geologie. Gebrüder Bornträger, Berlin, 1922
  • Mitteleuropäische Meeresströmungen d. Vorzeit. Walter de Gruyter, Berlin, 1923
  • Die Fossilisation. Gebrüder Bornträger, Berlin, 1923
  • Trigoniidae mesozoicae (Myophoria exclusa). Junk, Berlin, 1925
  • Das innere System im west- und süddeutschen Thermalphänomen. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, Abh. 77, Seite 96-111, 1925
  • Echinoidea jurassica. Junk, Berlin, 1928
  • Schrifttum zur Ur- und Frühgeschichte Badens 1908-1933. Badische Fundberichte, (Amtliches Nachrichtenblatt für die ur- und frühgeschichtliche Forschung), Heidelberg, Heft 1, 32 Seiten, 1929–1936
  • Hydrographie des Kaiserstuhls. Abhandl. der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Math.-nat. Klasse, Walter de Gruyter, Berlin, 1931
  • Geologie rechts und links der Eisenbahnen im Schwarzwald. Selbstverlag, Freiburg, 1932
  • Hydrographie der Dinkelberge bei Basel. Walter de Gruyter, Berlin 1932
  • Geologisch- geographische Wanderungen im Schwarzwald. Geologie Heft 1. Schwarzwald, Selbstverlag des Badischen Schwarzwaldvereins E. V, Freiburg i. Br., 1932
  • Kritische Studien zu Glazialfragen Deutschlands III., Z. Gletscherkunde, Seite 283-318, 1934
  • Die mitteleuropäischen Silices nach Vorkommen, Eigenschaften und Verwendung in der Prähistorie. Jena 1933.

Literatur

  • Deecke-Festschrift: Wilhelm Deecke gewidmet von Schülern und Freunden. Fortschritte der Geologie und Palaeontologie, 11: 33-37, Berlin, Borntraeger, 1932.
  • H. Wehrli: Wilhelm Deecke - Der Gründer des Geologischen Instituts (Greifswald 1886-1906). Festschrift zur 500-Jahrfeier der Universität Greifswald, 1956, Greifswald.
  • Deecke, Johannes Ernst Wilhelm, Geologe und Paläontologe, 1862-1934; siehe 1, 92, Badische Biographien Neue Folge, herausgegeben im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg von Bernd Ottnad, Kohlhammer, Stuttgart, 1982, ISBN 978-3-17-007118-6
  • Nachruf: Badische Fundberichte III/6, 1935, 177-181.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Paläontologische Zeitschrift 1, Heft 1, März 1914
  2. Mitgliedseintrag von Wilhelm Deecke bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 2. Dezember 2015.


Kategorien: Mitglied der Paläontologischen Gesellschaft | Prähistoriker | Hochschullehrer (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald) | Gestorben 1934 | Geboren 1862 | Geologe (20. Jahrhundert) | Geologe (19. Jahrhundert) | Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften | Hochschullehrer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) | Paläontologe | Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm Deecke (Geologe) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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