Wilhelm Bode (Magistratsdirektor) - LinkFang.de





Wilhelm Bode (Magistratsdirektor)


Wilhelm Julius Ludwig Bode (* 18. Mai 1779 in Königslutter; † 20. April 1854 in Braunschweig) war ein deutscher Jurist und von 1825 bis 1848 Magistrats- bzw. Stadtdirektor von Braunschweig.

Leben und Werk

Bode war ein Sohn des aus Naensen stammenden Superintendenten Georg Heinrich Bode (1739–1812), der ab 1778 am Kaiserdom in Königslutter tätig war. Er besuchte das Katharineum in Braunschweig und studierte Jura an den Universitäten von Helmstedt (immatrikuliert 4. Juni 1798 [1]) und Göttingen (immatrikuliert 18. Oktober 1800 [2]). Das Stammbuch seiner Studienzeit liegt im Staatsarchiv Wolfenbüttel.[3] Anschließend war er in verschiedenen kleineren Orten des Herzogtums Braunschweig mit der Ausführung von Verwaltungsaufgaben betraut.

Am 1. Oktober 1825 wurde Bode in Braunschweig zum Magistratsdirektor gewählt, ab 5. Dezember 1832 war er Stadtdirektor (was einem heutigen Bürgermeister gleichkommt) und damit Amtsnachfolger von Johann Heinrich Wilmerding, der sich sehr für Bode eingesetzt hatte. Seine Hauptaufgabe sollte darin bestehen, die Wahrung der Rechte der Stadt Braunschweig gegenüber dem Herzogtum Braunschweig sicherzustellen.

Am 5. September 1828 verlieh ihm die juristische Fakultät der Universität Göttingen ehrenhalber den Titel „Dr. jur.“.

Die Braunschweiger Revolution von 1830

Bekannt wurde Wilhelm Bode durch seine vermittelnde Funktion nach dem Sturz Herzog Karls II. durch die Braunschweiger Bürger im September 1830.

Bode und der von ihm gegründeten Bürgerwehr ist es zu verdanken, dass weder Preußen noch das Königreich Hannover mit militärischer Macht in die Krise eingriffen. Ihm gelang es, den jüngeren Bruder Karls II., Herzog Wilhelm, nach Braunschweig zu holen, damit dieser fortan die Regierungsgeschäfte führe.

Am 8. April 1848 trat Wilhelm Bode freiwillig von seinem Amt als Stadtdirektor zurück. Seine Verdienste für Braunschweig lagen v. a. in der Neuorganisation der Stadtverwaltung, der Neuordnung der städtischen Finanzen und der Reformierung des Schul- und Gesundheitswesens. Darüber hinaus ist ihm zu verdanken, dass eine geeignete Archivierung und Unterbringung für das städtische Schriftgut sichergestellt wurde. Bode gilt somit auch als spiritus rector des 1861 im Zuge der 1000-Jahr-Feier der Stadt Braunschweig gegründeten Stadtarchivs Braunschweig.

Nachleben

Der umfangreiche handschriftliche Nachlass Bodes (ca. 400 große Bände) wird heute im Stadtarchiv Braunschweig verwahrt.

Im Jahre 1896 wurde die „Bodestraße“ im Östlichen Ringgebiet von Braunschweig nach ihm benannt. Da aber recht schnell in Vergessenheit geriet, dass damit Wilhelm Bode geehrt werden sollte, die Bevölkerung stattdessen bei dem Straßennamen offenbar nur an den in der Nähe Braunschweigs befindlichen kleinen Fluss Bode dachte, wurde die Straße schließlich am 12. September 1929 in „Wilhelm-Bode-Straße“ umbenannt.

Sein Sohn war der bedeutende Braunschweiger Jurist und Politiker Wilhelm Benedict Sigismund Heinrich Bode, sein Enkel der Kunsthistoriker und Museumsgründer Arnold Wilhelm Bode, der später in Preußen geadelt wurde (Wilhelm von Bode). Siehe dazu auch Bode-Museum!

Quellen

  1. Bode, Guilielmus Julius Ludovicus, Regio-Lothariensis, Juni 4, CA [= Civis academicus], RD [= ritu depositionis initiatus]; Catharineum Braunschweig, 19 J, jur. In: Herbert Mundhenke: Die Matrikel der Universität Helmstedt 1685-1810, Hildesheim 1979, Nr. 12375
  2. G. Ludovicus Bode, Brunovicensis, jur., ex ac. Helmstedt, Vater: Superintendent zu Königslutter", imm. 18.10.1800 In: Götz von Selle: Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen 1734-1837, Hildesheim und Leipzig 1937, Nr. 19156
  3. Signatur VI Hs. 13, Nr. 131

Literatur

  • Otto Böse: Karl II – Herzog von Braunschweig und Lüneburg, Braunschweig 1956
  • Wolfgang Frühauf: Stadtdirektor Wilhelm Bode und Finanzdirektor von Thielau. Zwei aufrechte Braunschweiger und der Diamantenherzog. In: Braunschweigischer Kalender. Meyer, Braunschweig 1990 ISSN 0343-0316, , S. 65-66
  • Manfred Garzmann: Bode, Wilhelm. In: Braunschweiger Stadtlexikon, Braunschweig 1992, S. 35 f. ISBN 3-92670-1145
  • Ernst Henke: Bode, Wilhelm Julius Ludwig. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 2 f.
  • Jürgen Hodemacher: Braunschweigs Straßen – ihre Namen und ihre Geschichten, Band 3: Außerhalb des Stadtrings, Braunschweig 2001
  • Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert, Hannover 1996
  • Theodor Müller: Stadtdirektor Wilhelm Bode. Leben und Werk., In: Braunschweiger Werkstücke, Band 29, Braunschweig 1963
  • Henning Steinführer, Claudia Böhler (Hrsg.): Die Braunschweiger Bürgermeister. Von der Entstehung des Amtes im späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. oeding print GmbH, Braunschweig 2013, ISBN 978-3-941737-68-6.


Kategorien: Bürgermeister (Braunschweig) | Geboren 1779 | Gestorben 1854 | Beamter (Deutschland) | Jurist in der Kommunalverwaltung | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm Bode (Magistratsdirektor) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.