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Wiener Gemeindebezirke


Wien gliedert sich politisch in 23 Wiener Gemeindebezirke (Stadtbezirke). Von den Wienern werden die Bezirke entweder mit ihren Namen (wie „Hernals“) oder mit ihren Nummern bezeichnet („17. Bezirk“ oder auch „Der Siebzehnte“, schriftlich auch „Wien 17“ oder „Wien XVII“). Diese Nummern befinden sich auf jedem Straßenschild vor dem Straßennamen (etwa „17., Pezzlgasse“) und bilden auch die zweite und dritte Stelle der Postleitzahl (1010 für den 1. Bezirk bis 1230 für den 23. Bezirk; 1300 bezeichnet den nicht im Stadtgebiet gelegenen Flughafen Wien, 1400 die Poststelle der exterritorialen UNO-City). Im Dialekt wird manchmal anstelle der Bezeichnung „Bezirk“ auch „Hieb“, oder bei Bezirken mit ..zehnte auch ..zehner „Der Siebzehner“ verwendet.[1]

Zum Begriff des Gemeindebezirks und Bezirksteils

Der Wiener Gemeindebezirk ist nicht mit dem Begriff des politischen Bezirks der sonstigen österreichischen Verwaltungsgliederung vergleichbar, der einen Amtsbereich einer Bezirkshauptmannschaft mit etlichen Gemeinden darstellt: Die Gemeinde Wien steht als Statutarstadt (auch) im Range eines politischen Bezirks, die Gemeindebezirke werden einer Ortschaft vergleichbar gesehen: So wie in manchen Gegenden Ortsvorsteher als lokale Vertreter des Bürgermeisters amtieren, werden Gemeindebezirke von Bezirksvorstehern geführt.

Die Bezirke werden weiter in Bezirksteile untergliedert; sie haben zum Teil historische Bedeutung. In den Innenbezirken (2–9) sowie im 20. sind es die Vorstädte, aus denen 1850 diese Bezirke gebildet wurden. In den Außenbezirken sind Bezirksteile in der Regel die Orte, aus denen die Bezirke entstanden sind und mit den Katastralgemeinden des Grundbuchs deckungsgleich. Für neu entstandene Bezirksteile wurden gelegentlich Namen zuerst privatwirtschaftlich angewandt und später auch amtlich benützt (siehe z. B. Quartier Belvedere, Sonnwendviertel, Seestadt Aspern).

Geschichte

Die Stadt und ihre Vorstädte

Die ursprüngliche Stadt Wien bestand nur aus dem von den Stadtmauern umgebenen Gebiet, heute der Großteil des 1. Bezirks, der Inneren Stadt. (Bis heute ist, wenn Wiener in Wien davon sprechen, „in die Stadt zu fahren“, der 1. Bezirk gemeint.) Ab dem 15. Jahrhundert erfolgte auch vor der Stadtmauer eine intensivere Besiedlung. Am Beginn der Türkenbelagerung 1529 wurden die mittelalterlichen Vorstädte niedergebrannt, um dem Feind keine Deckung zu bieten. Die später entstandenen neuzeitlichen Vorstädte waren rechtlich der jeweiligen Grundherrschaft unterstehende Ortschaften. 1683 wurden die Vorstädte bei der zweiten Türkenbelagerung erneut stark in Mitleidenschaft gezogen. 1704 wurde im Bereich des heutigen Gürtels der Linienwall zu ihrem Schutz errichtet. (Der Begriff Linie stammt aus der militärischen Befestigungstechnik; im konkreten Fall bezeichnete er auch eine Umsatzsteuergrenze.)

1850: Vorstädte eingemeindet, Vororte selbstständig

1848/49 wurden die grundherrschaftlichen Rechte abgelöst, die Ortschaften zu Gemeinden. § 2 des Provisorischen Gemeindegesetzes 1849 bestimmte: Vorstädte haben mit der eigentlichen Stadt eine einzige Ortsgemeinde zu bilden.[2] 1850 wurden die Stadt und 34 Vorstädte daher zusammengeschlossen; die Stadtmauer wurde erst ab 1858 demoliert. Die früheren Vorstädte wurden in die Bezirke 2 bis 8 eingeteilt. Durch Teilungen entstanden später zehn Bezirke: 1861 wurde der 5. Bezirk vom 4. Bezirk abgetrennt, dadurch wurden die Bezirke 5–8 zu den Bezirken 6−9. 1874 wurden die außerhalb des neu konzipierten Gürtels gelegenen Teile des 4. und 5. Bezirks zum 10. Bezirk zusammengefasst (der 1892 und 1954 erweitert wurde).

Außerhalb des Linienwalls befanden sich die so genannten Vororte, die teilweise – wie z. B. Währing – bereits zu kleineren Städten herangewachsen waren. Da der Linienwall eine Steuergrenze war, an der Einfuhren in die Stadt und die Vorstädte der Verzehrungssteuer unterworfen wurden, war das Leben in den Vororten deutlich billiger. Aus diesem Grund und weil einige Vororte längst zu selbstbewussten Gemeinden geworden waren, die ihre Autonomie durchaus schätzten, zogen sich die Verhandlungen zur Eingemeindung ca. 20 Jahre hin.

1890–1892, 1904–1906: Vororte eingemeindet

Erst als Kaiser Franz Joseph bei der Eröffnung des Türkenschanzparks in der Gemeinde Währing (heute 18. Bezirk) 1888 eine vermutlich von seinem k.k. Ministerpräsidenten und Jugendfreund Eduard Taaffe inspirierte, Aufsehen erregende Rede über die erhoffte baldige „Beseitigung der physischen Grenze der Vororte“ hielt, wurde das Vorhaben entscheidungsreif gemacht: Am 19. Dezember 1890 wurde das niederösterreichische Landesgesetz über die Eingemeindung von 34 Vororten und die Einteilung der Stadt in nunmehr 19 Bezirke beschlossen,[3] am 1. Jänner 1892 hatten die Magistratischen Bezirksämter der neuen Bezirke 11 bis 19 und die anderen angepassten Verwaltungsstrukturen in Wirksamkeit zu treten.[4] 1900 wurde der 20. Bezirk vom 2. abgetrennt. Ende 1904 mit Landesgesetz beschlossen,[5] wurde die auf der östlichen Donauseite (am linken Donauufer) gelegene Großgemeinde Floridsdorf mit fünf weiteren Gemeinden und einigen Gemeindeteilen 1905/1906 als 21. Bezirk Teil von Wien. Das neue Bezirksamt für den 21. Bezirk nahm am 1. Jänner 1906 den Betrieb auf.[6] Bis dahin hatte sich Wien nur im 2. Bezirk, der bis 1938 bis zum ehemaligen Hauptarm des Stromes, der Alten Donau, reichte, auf das linke Donauufer erstreckt.

1938: 97 Gemeinden eingemeindet

Nach dem „Anschluss“ im Jahr 1938 wurden durch Beschluss der Reichsregierung vom 1. Oktober mit Wirkung vom 15. Oktober 1938[7] 97 niederösterreichische Ortschaften eingemeindet. Damit wurde Wien mit einer Fläche von 1124 km² zur „flächengrößten deutschen Stadt“. Das Ausmaß der Eingemeindungen galt bis zum Inkrafttreten der 1946 beschlossenen Gebietsänderungen im Jahr 1954 und führte zur Bezeichnung Groß-Wien. Dieses war in 26 Bezirke gegliedert. Neue Bezirke waren:

Die Orte Breitenfurt, Laab im Walde, Perchtoldsdorf, Vösendorf und Hennersdorf blieben nicht beim Bezirk Mödling, sondern wurden dem 25. Bezirk, Liesing, zugeschlagen. Die neuen Außenbezirke wurden als Landbezirke mit den Randgemeinden bezeichnet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde im Juni 1946 in Wien, in Niederösterreich und im Nationalrat verfassungsgesetzlich[8] beschlossen, einen Großteil der Eingemeindungen rückgängig zu machen, doch scheiterte das Inkrafttreten der diesbezüglichen Gesetze am Widerstand der sowjetischen Vertreter im Kontrollrat. Daraufhin entstand folgender Kompromiss: Die Bürger dieser Bezirke durften Mandatare für den niederösterreichischen Landtag wählen, diese hatten aber dort kein Stimmrecht. Andererseits verblieben die Randgemeinden in Wien und unter Wiener Verwaltung, hatten aber keine Vertretung im Wiener Gemeinderat.

1954: 80 Gemeinden ausgeschieden

1954 stimmten auch die sowjetischen Vertreter der Besatzungsmächte der Wiederausgliederung vieler Randgemeinden zu; die 1946 beschlossenen Gesetze wurden kundgemacht und traten am 1. September 1954 in Kraft. Zu dieser Zeit hatten sich die Bürger vielfach aber schon an die Zugehörigkeit zu Wien gewöhnt. Wien selbst warb auch um ihr Verbleiben im Stadtverband. Es fanden sogar nichtoffizielle Volksabstimmungen statt, wie in Mödling und Klosterneuburg. Die bereits 1945/1946 getroffene politische Entscheidung blieb aber aufrecht: Nur Teile des 22. (heute Donaustadt) und 25. Bezirks (als 23. Bezirk) und etliche Orte am Stadtrand (insgesamt 17 Ortschaften) verblieben somit bei Wien. 80 Ortschaften kamen, nun wieder autonome Gemeinden, zurück zu Niederösterreich (Bezirk Wien-Umgebung). Wien verlor dadurch zwei Drittel seiner Fläche, die nunmehr 415 km² betrug.

Relikte von Groß-Wien sind heute noch bei Strom, Gas und Telefon sichtbar. Die Stromversorgung der Randgemeinden erfolgt größtenteils nach wie vor durch Wien-Energie und nicht durch EVN. Kledering, Mauerbach, Perchtoldsdorf, Schwechat, Vösendorf und andere Randgemeinden bilden nach wie vor einen Teil des Wiener Telefonnetzes mit der Vorwahl 01 (bzw. +43-1 aus dem Ausland).

Bezirke und Bezirksteile

Da sich das heutige Stadtgebiet durch zahlreiche Eingemeindungen ehemaliger Vorstädte und Vororte ergab, findet man deren Namen und die Namen einstiger Orte noch immer auf dem Stadtplan. Bis heute bestehen in einigen Teilen der Stadt baulich sowie mental abgrenzbare Nachbarschaften bzw. Wohngegenden, Viertel oder Quartiere, ortsüblich Grätzl genannt. Besonders deutlich sichtbar ist dies in den Außenbezirken, wo sich oft die traditionellen Ortskerne (z. B. Kaiserebersdorf, Mauer, Hütteldorf, Grinzing) erhalten haben.

Die Bezirke 1 bis 9 und 20 gelten als Innenbezirke (auch innerhalb des Gürtels gelegen bezeichnet, obwohl das für den 2., 20. und Teile des 3. Bezirks nicht stimmt). Alle anderen, insbesondere die Bezirke 10 bis 19 werden als Außenbezirke bezeichnet. 21., 22. und 23. Bezirk werden auch als Randbezirke bezeichnet.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden Bezirksgrenzen nicht nur 1938 geändert. So gelangte z. B. der Teil der Alservorstadt südlich der Alser Straße, 1850 Teil des heutigen 9. Bezirks, 1862 zum 8. Bezirk. In den am westlichen Gürtel gelegenen Bezirken wurden 1905 Bezirksgrenzen, die noch aus der Zeit des Linienwalls in Parallelgassen verliefen, an den Gürtel verlegt.[9] (So kam z. B. die Wiener Volksoper vom 18. in den 9. Bezirk.) Der Exerzierplatz Schmelz, dessen unverbauter Rest sich heute im 15. Bezirk befindet, zählte einst zu drei anrainenden Bezirken. Der Ort Albern an der Donau musste aus besatzungsrechtlichen Gründen 1954 und 1956 den Bezirk wechseln. Die Grenze zwischen 21. und 22. Bezirk wurde 1954 großräumig nordwärts verlegt. In den letzten dreißig Jahren erfolgten kleinere Grenzverschiebungen, um Infrastruktureinrichtungen wie den Naschmarkt (2009 ganz zum 6.) einem statt zwei Bezirken zuordnen zu können.

Obwohl er die wenigsten Einwohner hat, zählt der 1. Bezirk mit 100.745 Beschäftigten die meisten Arbeitnehmer. Grund für diese hohe Arbeitsplatzdichte ist einerseits der Tourismus, der die Geschäftsstraßen und -gassen belebt, andererseits die gute Erreichbarkeit im Zentrum der Stadt, für viele Firmen speziell im Dienstleistungsbereich ein wichtiger Standort- und Prestigefaktor.

Die Donaustadt, der 22. Bezirk, ist der flächengrößte und nach Einwohnern zweitgrößte Bezirk. Er umfasst 10.231 Hektar Fläche und 165.265 Einwohner. Aufgrund der großen Fläche zählt die Donaustadt allerdings auch zu den am dünnsten besiedelten Bezirken. Einzig der 13. Bezirk im Westen der Stadt, Hietzing, weist mit 1.348 Personen pro km² eine noch geringere Bevölkerungsdichte auf, weil der fast unbesiedelte Lainzer Tiergarten (25 km²) zum Bezirk gehört.

Die kleinste Fläche besitzt der 8. Bezirk, die Josefstadt. Da auf den nur 1,09 km² allerdings 23.930 Personen wohnen, ergibt das die zweithöchste Einwohnerdichte der Stadt. Eine noch höhere Einwohnerdichte gibt es im 5. Bezirk, Margareten. Auf zwei Quadratkilometer Fläche leben dort 53.071 Personen, was mit 26.390 Personen pro km² alle anderen Bezirke der Stadt übertrifft.

Liste der Wiener Gemeindebezirke

Beim Anführen von Bezirksnamen in Texten ist zu beachten, dass die Namen des 1., 2., 3., 4., 8., 20. und des 22. Bezirks weiblich sind und mit Artikel genannt werden (etwa „in der Leopoldstadt“, „auf der Wieden“, „die Josefstadt“), die Namen des 7. und des 9. Bezirks hingegen männlich („am Neubau“, „der Alsergrund“) und ebenfalls mit Artikel genannt werden. Alle anderen Bezirksnamen werden ohne Artikel (z. B. „in Döbling“) zitiert.

Nr. Gemeindebezirk Wappen Bezirksteile Eingemeindung Fläche in ha [10] Einwohner
(2015) [11]
Einwohner
je km²
Beschäftigte
(2013) [12]
01 Innere Stadt 1850: Bezirksfläche außerhalb der Stadtmauer 287 16.286 5.668 110.104
02 Leopoldstadt Jägerzeile
Leopoldstadt
Zwischenbrücken
1850 inkl. Brigittenau, seit 1900 20. Bezirk, und Kaisermühlen, 1938 zum 21., 1954 zum 22. Bezirk; 1954 / 1955 mit Albern (siehe 11. Bezirk) 1.924 101.505 5.036 69.739
03 Landstraße Landstraße
Erdberg
Weißgerberviertel
1850; seit 1938 mit Arsenal und Schweizergarten (vorher 10. Bezirk) 740 87.953 11.558 95.793
04 Wieden Hungelbrunn
Schaumburgergrund
Wieden
1850 (bis 1861 inkl. Margareten, bis 1874 inkl. Teil Favoritens) 178 31.597 17.459 28.237
05 Margareten Hundsturm
Laurenzergrund
Margareten
Matzleinsdorf
Nikolsdorf
Reinprechtsdorf
1850 als Teil Wiedens, 1861 Bezirk (bis 1874 inkl. Teil Favoritens) 201 54.113 26.390 19.656
06 Mariahilf Gumpendorf
Laimgrube
Magdalenengrund
Mariahilf
Windmühle
1850 (bis 1861 als 5. Bezirk geführt) 145 30.910 20.727 28.451
07 Neubau Altlerchenfeld
Neubau
Sankt Ulrich
Schottenfeld
Spittelberg

Auch kleine Teile der ehemaligen Vorstädte Mariahilf, Laimgrube und Altlerchenfeld gehören zu Neubau

1850 (bis 1861 als 6. Bezirk geführt) 161 31.222 18.884 35.183
08 Josefstadt Alservorstadt
Altlerchenfeld
Breitenfeld
Josefstadt
Strozzigrund
1850 (bis 1861 als 7. Bezirk geführt); seit 1862 mit Teil der Alservorstadt (bis dahin beim 9. Bezirk) 109 24.463 21.954 16.096
09 Alsergrund Alservorstadt
Althangrund
Himmelpfortgrund
Lichtental
Michelbeuern
Rossau
Thurygrund
1850 (bis 1861 als 8. Bezirk geführt); bis 1862 Alservorstadt auch südlich der Alser Straße, dann zum 8. Bezirk 297 40.776 13.471 50.457
10 Favoriten Favoriten
Inzersdorf-Stadt
Oberlaa
Rothneusiedl
Unterlaa
1850 nördlicher Teil im 4., ab 1861 auch 5. Bezirk; 1874 10. Bezirk, 1892 bis zur Donauländebahn; 1938: Arsenal zum 3. Bezirk; Rothneusiedl, Oberlaa, Unterlaa eingemeindet (23. Bezirk, Schwechat), seit 1954 im 10. Bezirk 3.182 189.543 5.738 63.907
11 Simmering Albern
Kaiserebersdorf
Simmering
1892, 1938 (Albern 1938–1954 beim 23. Bezirk, Schwechat, 1954–1955 beim 2. Bezirk) 2.326 95.162 3.968 34.667
12 Meidling Altmannsdorf
Gaudenzdorf
Hetzendorf
Obermeidling
Untermeidling
1892 810 92.092 11.060 35.755
13 Hietzing Hietzing
Unter-St.-Veit
Ober-St.-Veit
Hacking
Lainz
Speising
1892; bis 1938 mit Baumgarten, Breitensee, Hütteldorf, Penzing; seit 1938 mit Friedensstadt, Siedlung Auhofer Trennstück und benachbarten Siedlungen; Lainzer Tiergarten 1938 eingemeindet (damals 25., jetzt 23. Bezirk; seit 1956 beim 13. Bezirk) 3.772 52.085 1.348 25.791
14 Penzing Baumgarten
Breitensee
Hadersdorf-Weidlingau
Hütteldorf
Penzing
1892 Baumgarten, Breitensee, Hütteldorf, Penzing Teile des 13. Bezirks, 1938 14. Bezirk mit Hadersdorf-Weidlingau 3.376 89.184 2.555 28.651
15 Rudolfsheim-Fünfhaus Rudolfsheim
Fünfhaus
Sechshaus
1892 (bis 1938: 14., Rudolfsheim; 15., Fünfhaus, dann bis 1957 Bezirksname Fünfhaus) 392 76.168 18.738 28.808
16 Ottakring Neulerchenfeld
Ottakring
1892 867 100.520 11.248 29.492
17 Hernals Hernals
Dornbach
Neuwaldegg
1892 1.139 55.536 4.696 14.323
18 Währing Gersthof
Pötzleinsdorf
Währing
Weinhaus
1892 (bis 1938 mit Neustift am Walde und Salmannsdorf) 635 49.085 7.588 14.407
19 Döbling Grinzing
Heiligenstadt
Josefsdorf
Kahlenbergerdorf
Neustift am Walde
Nussdorf
Oberdöbling
Salmannsdorf
Sievering
Unterdöbling
1892, Kuchelauer Hafen 1938; seit 1938 mit Neustift am Walde und Salmannsdorf (bis dahin 18. Bezirk) 2.494 69.924 2.762 30.341
20 Brigittenau Brigittenau
Zwischenbrücken
1850 als Teil des 2. Bezirks, 1900 von diesem abgetrennt 571 85.380 14.707 28.389
21 Floridsdorf Donaufeld
Floridsdorf
Großjedlersdorf
Jedlesee
Leopoldau
Stammersdorf
Strebersdorf
1905, 1911 (Strebersdorf), 1905–1938 mit Aspern, Hirschstetten, Lobau, Stadlau, ab 1938 mit Stammersdorf, 1905–1954 mit Kagran, 1938–1954 mit Kaisermühlen 4.444 151.740 3.297 53.911
22 Donaustadt Aspern
Breitenlee
Essling
Hirschstetten
Kagran
Kaisermühlen
Stadlau
Süßenbrunn
1905–1938 Aspern, Hirschstetten, Lobau, Stadlau im 21. Bezirk; 1938 22. Bezirk, Groß-Enzersdorf, mit Breitenlee, Essling, Süßenbrunn; 1954 Kagran, Kaisermühlen vom 21. Bezirk, Groß-Enzersdorf u. a. zu Niederösterreich 10.231 172.798 1.615 59.616
23 Liesing Atzgersdorf
Erlaa
Inzersdorf
Kalksburg
Liesing
Mauer
Rodaun
Siebenhirten
1938 25. Bezirk (mit größerem Umfang), 1954 23. Bezirk, 1956 Lainzer Tiergarten zum 13. Bezirk 3.207 96.728 2.971 54.065
Stadt Wien 41.487 1.794.770 4.197 955.839

Politik

„Bezirksparlament“ jedes Bezirks ist die Bezirksvertretung, deren Wahlen (mit separatem Stimmzettel) gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen erfolgen; ihr einzelnes Mitglied wird als Bezirksrat bezeichnet. Bei den Bezirksvertretungswahlen sind seit 1995 auch ständig in Wien lebende Bürger anderer EU-Mitgliedstaaten wahlberechtigt.

Repräsentant eines Bezirks ist der gewählte Bezirksvorsteher. Er wird immer von der bei den Bezirksvertretungswahlen stimmenstärksten Partei gestellt, einer seiner beiden Stellvertreter ebenfalls. Der zweite Stellvertreter gehört der zweitstärksten Partei des Bezirkes an. Derzeit stellt die FPÖ den Bezirksvorsteher im 11. Bezirk, die Grünen die Bezirksvorsteher im 7. und 18. Bezirk, die ÖVP in den bürgerlichen Innenbezirken 1 und 8 sowie in den zum beträchtlichen Teil Villenviertel umfassenden Bezirken 13 und 19. In den anderen 16 Bezirken wird der Bezirksvorsteher von der SPÖ gestellt (alle Angaben auf Grund der Ergebnisse der Kommunalwahlen in Wien).

Bezirksvertretung und Bezirksvorsteher haben ihren Sitz jeweils in einem Amtsgebäude im Bezirk.

Die Magistratischen Bezirksämter (MBAs) befinden sich jeweils ebenfalls in dem Bezirk, für den sie zuständig sind; ausgenommen sind der 4., der 6., der 8. und der 14. Bezirk, die mit dem 5. bzw. 7. bzw. 1. bzw. 13. Bezirk ein gemeinsames, dort angesiedeltes Bezirksamt haben. Die MBAs sind nicht den Bezirkspolitikern unterstellt, sondern dem Magistratsdirektor, da sie als „Dependance“ des Magistrats der Stadt Wien bzw. des Amtes der Wiener Landesregierung fungieren.

2002 hat der Wiener Landtag das Wahlrecht bei den Bezirkswahlen auch auf Nicht-EU-Bürger, die mindestens fünf Jahre in Wien ihren Wohnsitz haben, ausgedehnt. Diese Regelung wurde jedoch 2004 auf Grund einer Beschwerde der FPÖ und der ÖVP vom Verfassungsgerichtshof wieder aufgehoben, bevor sie zur Anwendung gelangt wäre.

Der Gemeinderat (personenidentisch mit dem Wiener Landtag) hat den Bezirken im Sinn der Dezentralisierung Finanzmittel zur autonomen Verwendung zugeteilt, zum Beispiel zur Erhaltung der Pflichtschulen, der Verkehrsflächen (soweit diese nicht dem höherrangigen Straßennetz angehören) und der Parkanlagen. Weiters sind die Bezirke in wichtige Vorgänge der Stadtplanung, der Verkehrsorganisation und des Bauwesens eingebunden. Entscheidungen dazu hat jeweils die Bezirksvertretung oder der von ihr damit beauftragte Ausschuss zu treffen. Als zweite Instanz fungiert der Gemeinderat bzw. der zuständige amtsführende Stadtrat.

Literatur

  • Felix Czeike (Hrsg.): Historisches Lexikon Wien. 5 Bände, Kremayr & Scheriau, Wien 1992–1997.
  • Peter Diem, Michael Göbl, Eva Saibel: Die Wiener Bezirke. Ihre Geschichte, ihre Persönlichkeit, ihre Wappen. Perlen Reihe, Wien 2002.
  • Das provisorische Gemeindegesetz vom 6. März 1850 mit dessen Nachtragsbestimmungen [bis 6. November 1866] in: Bericht der vom Wiener Gemeinderathe eingesetzten Commission zur Revision des Gemeinde-Statutes. Erster Band. = Vorlagen zur Revision der provisorischen Wiener Gemeinde-Ordnung vom 6. März 1850, Selbstverlag Gemeinderat Wien, Wien 1868, S. 137 (Online-Version bei Google Books)

Weblinks

 Commons: Wiener Gemeindebezirke  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hieb, der Bezirk (in Wien). ostarrichi.org, abgerufen am 2. August 2012.
  2. RGBl. Nr. 17 vom 17. März 1849 (= S. 203 f.)
  3. LGBl. f. NÖ. Nr. 45 / 1890 (= S. 55)
  4. Kundmachung des k.k. Statthalters vom 9. Dezember 1891, LGBl. f. NÖ. Nr. 60 / 1891 (= S. 235)
  5. LGBl. f. NÖ. Nr. 1 / 1905 (= S. 1)
  6. Kundmachung des k.k. Statthalters vom 28. Dezember 1905, LGBl. f. NÖ. Nr. 169 / 1905 (= S. 222)
  7. Gesetz über Gebietsveränderungen im Lande Österreich vom 1. Oktober 1938, Gesetzblatt für das Land Österreich Nr. 443 vom 6. Oktober 1938, S. 2227 ff.
  8. Gebietsänderungsgesetz, BGBl. 110 / 1954
  9. Kundmachung des k.k. Statthalters im Erzherzogtume Österreich unter der Enns vom 7. Juni 1905, LGBl. für NÖ. Nr. 101/1905 (= S. 87)
  10. Stadtgebiet nach Nutzungsklassen und Gemeindebezirken 2012 . Abgerufen am 8. Februar 2014.
  11. Bevölkerung zu Jahresbeginn (Statistik Austria) . Abgerufen am 2. März 2015.
  12. Erwerbstätige am Arbeitsort nach Bezirken 2013 . Abgerufen am 26. April 2016.

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