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Wiednitz


Wiednitz
Stadt Bernsdorf
Höhe: 134 m
Fläche: 15,94 km²
Einwohner: 896 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2012
Postleitzahl: 02994
Vorwahl: 035723

Wiednitz (obersorbisch Wětnica) ist ein Dorf im sächsischen Landkreis Bautzen am nördlichen Rand der Oberlausitz. Es ist seit dem 1. Januar 2012 ein Ortsteil der Stadt Bernsdorf.

Geographie und Verkehr

Der Ort liegt in einer überwiegend waldreichen nahezu ebenen, stellenweise feuchten Heide am Rande der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Brandenburg. Im Norden und Nordosten sind die Spuren des Braunkohletagebaus nicht zu übersehen. Wiednitz befindet sich etwa 13 Kilometer nordwestlich von Kamenz und 18 km südwestlich von Hoyerswerda.

Das Dorf liegt nordwestlich der Bundesstraße 97, welche das benachbarte Bernsdorf durchquert. Der Ort ist auch über die etwa 15 Kilometer entfernte Anschlussstelle Ruhland der Bundesautobahn 13 zu erreichen. Nordwestlich grenzt Wiednitz an das brandenburgische Amt Ruhland mit den Orten Sella und Grünewald.

Durch Wiednitz verläuft die Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz, auf der allerdings nur noch Güterzüge fahren; am Bahnhof Wiednitz halten seit 1998 keine Personenzüge mehr.[1] Die Linie 151 der Busgesellschaft Regionalbus Oberlausitz verkehrt wochentags von Wiednitz über Bernsdorf zum Bahnhof Kamenz.

Ortsgliederung

Zu Wiednitz gehören Wiednitz und Heide (bis 1950: Grube Heye III).

Rittergut Wiednitz

Nach Aufzeichnungen des Pfarrers Huth aus Großgrabe machte zur Zeit der Gutsfamilie von Sporr (1711 bis 1725) August der Starke mit Gräfin Cosel bei seinen häufigen Reisen nach Polen im Herrenhaus Wiednitz häufig Rast [2]. Ca. 50 km ist Wiednitz von Dresden entfernt. Diese guten Beziehungen waren auch weiterhin an verschiedenen Stellen positiv zu erkennen. 1725 bis 1768 war der sächsische Kriegsrat Johann Heinrich Simones Gutsbesitzer in Wiednitz. So nahm er als Bevollmächtigter von August dem Starken mit Freiherr von Löwental am Zustandekommen des Waffenstillstandes zwischen sächsischen, russischen und polnischen Truppen teil. 1730–1735 baute Gutsherr Simones ein neues Schloss [3][4], legte einen großzügigen Park an und erweiterte die Fischteiche.

Johann Heinrich Simones vererbte sein Schloss samt Rittergut in Wiednitz an seinen Schwager Peter (Pierre) d’Orville (* 21. März 1693; † 1. Januar 1757), evangelisch-reformiert, Bürger und Handelsmann in Frankfurt. Seit dem 27. Mai 1721 verheiratet mit Johanna (Jeanne) Bernus (* 19. September 1699; † 30. Mai 1762) aus Frankfurt am Main, Teil der Frankfurter Oberschicht. Seine Eltern waren das Ehepaar Peter Friedrich d’Orville (1662–1739) und Susanna Judith Buirette von Oehlefeld (auch d’Ahlfelden) (1670–1730), die mehrere Kinder hatten. Die Vorfahren ihrer Familie waren Glaubensflüchtlinge, die einst von Italien über die Niederlande zunächst nach dem reformierten Hanau zogen und dann bereits vermögend in die lutherische freie Reichsstadt Frankfurt am Main. Peter (Pierre) d’Orville führt das Handelsgeschäft fort und errichtete 1721 auf dem Frankfurter Roßmarkt eine Spezereiwarengroßhandlung. Die Gutsbesitzer Peter Friedrich d`Orville und Sohn Johann Karl Friedrich von Löwenclau (1787–1831) zeichneten für die Entwicklung des Ortswappens, ein springender Löwe mit ausgestreckten Klauen, verantwortlich. Ursächlich stammt der Adelstitel und das Wappen der Familie D’Orville von seinem jüngeren Bruder Isaak d’Orville (1699–1763), der es von Kaiser Karl VII für sich und seine Familie erworben hatte, bzw. verliehen bekam. Der letzte Gutsbesitzer der Familie d‘Orville im 19. Jahrhundert verkaufte die Felder, Wiesen und Vieh und betrieb zunächst nur noch Jagd und Fischzucht [5].

Mit der Bodenreform von 1946 wurden Teile des Parks gerodet und zu Feldern. Im gleichen Jahr wurde das Schloss abgerissen. Auf der ehemaligen Schlossinsel wurde eine Entenmastanlage errichtet. Der einst vor dem Schloss gelegene Obstgarten ist heute ein öffentlicher Kinderspielplatz.

Heide oder Heye III

Die Kolonie der F. C. Th. Heye Braunkohlenwerke, die bereits in Annahütte im westlichen Senftenberger Braunkohlenrevier seit dem Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Braunkohlengruben und ein Glaswerk unterhielt, begann um 1908/1909 mit dem Aufschluss einer Braunkohlengrube bei Wiednitz. Die zum Betrieb notwendige Werkssiedlung ließ das Unternehmen durch den Dresdner Architekten Georg Heinsius von Mayenburg entwerfen. Dieser war zur gleichen Zeit mit der Planung und Realisierung der Großsiedlung Marga in Brieske bei Senftenberg befasst. Die Kolonie der Grube Heye III hat daher ein ähnliches Aussehen wie die Siedlung Marga, das Bauprojekt ist jedoch sehr viel kleiner und nicht so komplex.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eisenbahnstationen in Sachsen
  2. Zur Geschichte des Ortsteiles Wiednitz
  3. Herrenhaus von Wiednitz
  4. Foto des Herrenhauses von Wiednitz
  5. Ehemaliger Schloßpark Wiednitz

Kategorien: Bernsdorf (Oberlausitz) | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bautzen) | Ort im Landkreis Bautzen | Ort in der Oberlausitz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wiednitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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