Weyer (Rhein-Lahn-Kreis) - LinkFang.de





Weyer (Rhein-Lahn-Kreis)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 6 km²
Einwohner: 476 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56357
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 138
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.vgloreley.de
Ortsbürgermeisterin: Ilona Bröder-Wagner
}

Weyer ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an.

Geographie

Weyer liegt am westlichen Rande des sogenannten Blauen Ländchens im Rhein-Lahn-Kreis.

Geschichte

Die Geschichte Weyers lässt sich in schriftlichen Zeugnissen bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Um 1250 wird „Wilre“ in einem Lehensverzeichnis der Herren von Eppstein genannt, von denen der Ritter Heinrich Bitz ein Viertel der „villa in Wilro“ und die Vogtei dort zu Lehen hatte. Der Ortsname „Wilre“, auch „Wylre“ (1358) und „Weiger“ (1526) geschrieben, weist auf keltischen Ursprung und zählte zu einem Gebiet, das wegen der daran beteiligten Landesherren das „Vierherrische“ genannt wurde. Nach Einführung der Reformation in Weyer im 16. Jahrhundert kam es zur bemerkenswerten Situation, dass der Erzbischof von Trier als Patronatsherr der Kirche in Weyer die evangelischen Pfarrer der Gemeinde einsetzte. Weyer wurde nach dem zweiten Nastätter Rezeß 1755 dem Amt Reichenberg in der Niedergrafschaft Katzenelnbogen zugeschlagen, und blieb mit dieser bis 1806 hessisch. Von 1806 bis 1813 stand die Region und damit auch Weyer unter französischer Verwaltung (pays réservé). Im Jahr 1816 kam der Ort in den Besitz des Herzogtums Nassau (Amt St. Goarshausen), das 1866 infolge des sogenannten Deutschen Krieges vom Königreich Preußen annektiert wurde.

Seit 1868 Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau, kam der Ort 1946 zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Seit 1972 gehört die Ortsgemeinde Weyer der Verbandsgemeinde Loreley an.

Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts hat Weyer eine eigene Kirche, die anfänglich Filiale von Wellmich war. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Pfarrei selbständig, 1563 trat Eschbach als Filiale hinzu. 1744 wurde eine neue Kirche gebaut, deren Kosten auf 600 Reichstaler taxiert waren. Heute steht die Kirche mit ihrem barocken Tonnengewölbe unter Denkmalschutz. 1808 wurde das heute noch benutzte Pfarrhaus errichtet. Bis ins 18. Jahrhundert übte der jeweilige Pfarrer die Lehrtätigkeit für die Kinder von Weyer und Eschbach an der Schule in Weyer aus. 1759 wird erstmals ein eigener Schulmeister erwähnt und 1822 ein neues Schulgebäude bezogen. Es war bis 1892 Eigentum des Schulverbandes Weyer-Eschbach und diente der Gemeinde Weyer bis 1971 als Volksschule.

Im 18. und 19. Jahrhundert lebten in Weyer nur wenige Juden. Sie bildeten mit den Orten Nochern und Lierschied eine Synagogengemeinde. Im Haus des Gemeindevorstehers Moses Ackermann in der Schulstraße entstand ab etwa 1818 ein gemeinsamer Betsaal. Die Toten wurden auf dem jüdischen Friedhof Nochern beigesetzt. Nach 1933 lebten nur noch drei jüdische Familien in Weyer, zwei von ihnen konnten nach Amerika emigrieren. Bei den Novemberpogromen 1938 wurden der Betsaal im Hause Ackermann verwüstet, die Familie von Siegfried Ackermann zur Zwangsarbeit in die ehemalige Bergarbeitersiedlung Friedrichssegen-Tagschacht, einem Ortsteil von Lahnstein, verbracht und von dort in verschiedene Vernichtungslager im Osten deportiert.[2][3]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Weyer besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende. Bis 2014 gehörten dem Gemeinderat zwölf Ratsmitglieder an.[4]

Wappen

Wappenbeschreibung
  1. in Gold ein silbergezungter roter Löwe nach links,
  2. in Blau ein rotgezungter goldener Löwe,
  3. in Blau goldene Hammer und Schlägel schräggekreuzt,
  4. in Gold ein rotes Kleeblatt.

Das Wappen wurde am 26. September 1988 genehmigt.

Erläuterung

Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts lag Weyer in einem Gebiet, das wegen der daran beteiligten Landesherren das „Vierherrische“ genannt wurde. Im Wappen kommt diese Zugehörigkeit durch den roten Löwen des seit 1260 geteilten Grafenhauses der Katzenelnbogener, und den in nassauischen Farben dargestellten Löwen der drei Linien der Grafen von Nassau zum Ausdruck. In der unteren Wappenhälfte symbolisieren Kleeblatt und Hammer mit Schlägel die Landwirtschaft und den mittlerweile zum Erliegen gekommenen Bergbau.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Weyer ist bekannt für seine Straußenfarm, die Wanderwege und den grandiosen Blick über den Rheingraben in den Hunsrück.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Weyer

Verkehr

Nächster Bahnhof ist St. Goarshausen an der Rechten Rheinstrecke, etwa 6 km südlich von Weyer gelegen.

Weblinks

 Commons: Weyer (Rhein-Lahn-Kreis)  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Weyer mit Nochern und Lierschied bei Alemannia Judaica
  3. Familie Ackermann, Weyer Das Bundesarchiv: Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 (Suche nach "Ackermann" und "Weyer")
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Wappenbuch der Verbandsgemeinde Loreley, 1994

Kategorien: Ort im Rhein-Lahn-Kreis | Weyer (Rhein-Lahn-Kreis) | Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Weyer (Rhein-Lahn-Kreis) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.