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Werner Kohlmeyer


Werner Kohlmeyer (* 19. April 1924 in Kaiserslautern; † 26. März 1974 in Mainz-Mombach) war ein deutscher Fußballspieler und Weltmeister von 1954.

Laufbahn als Fußballer

Vereine, bis 1963

Er spielte von 1941 bis 1957 für den 1. FC Kaiserslautern, mit dem er 1951 und 1953 Deutscher Meister wurde. Außerdem war er für den FC 08 Homburg (1957–1959), DJK Bexbach (1959–1960) und SV Morlautern (1960–1963) aktiv. Der zumeist im damals praktizierten WM-System als linker Verteidiger eingesetzte Abwehrspieler debütierte bereits in der Kriegsrunde 1941/42 in der ersten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern.[1] Die „Roten Teufel“ vom Betzenberg gewannen die Meisterschaft in der Gauliga Westmark und zogen damit in die Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft ein. Sein erstes Endrundenspiel bestritt Kohlmeyer am 10. Mai 1942 bei dem 7:1-Heimerfolg gegen den SV Waldhof Mannheim. Während der Saison 1942/43 wurde er - wie auch Fritz und Ottmar Walter - in die Wehrmacht eingezogen.[2]

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte er der hoffnungsvollen 1. FCK-Elf um Spielmacher Fritz Walter an, die in der erstmals ausgespielten Endrunde in das Endspiel am 8. August 1948 gegen den 1. FC Nürnberg einzog, welches mit 1:2-Toren verloren wurde. Er stand von 1948 bis 1955 bei seinem Heimatverein in den jeweiligen Formationen, die in den Jahren 1948, 1951, 1953, 1954 und 1955 fünf Endspiele um die Deutsche Meisterschaft bestritt. Insgesamt hat Kohlmeyer 38 Endrundenspiele (1 Tor) von 1942 bis 1956 absolviert. In der Fußball-Oberliga Südwest gewann er mit seinem Heimatverein von 1945 bis 1957 zehn Mal die Meisterschaft und hat in der Südwestliga für den 1. FCK 262 Ligaeinsätze bestritten, in denen er 19 Tore erzielte. Insgesamt werden für Kohlmeyer 332 Spiele mit 20 Toren für den 1. FC Kaiserslautern gezählt.[3] Sein letztes Oberligaspiel für Kaiserslautern absolvierte er am 28. April 1957 beim 12:6-Kantersieg gegen TuS Neuendorf, wobei ihm das Tor zum Zwischenstand von 8:3 glückte. Die nächsten zwei Jahre bestritt er danach beim FC Homburg in der 2. Liga Südwest.

Der leidenschaftliche Skatspieler hatte neben seinen fußballerischen Fähigkeiten auch Talente in der Leichtathletik, insbesondere als Weit- beziehungsweise Hochspringer, und beendete seine Laufbahn als aktiver Fußballspieler 1963 im Amateurlager beim SV Morlautern.

Nationalmannschaft, 1951 bis 1955

Seine Länderspielkarriere begann 1951 mit dem Länderspiel gegen die Türkei und endete nach 22 Spielen mit der 1:2-Niederlage gegen Italien im Dezember 1955. Bei seinem Debüt im Juni 1951 in der Nationalmannschaft, war der Routinier Jakob Streitle sein Verteidigerpartner bei der 1:2-Heimniederlage gegen die Türkei in Berlin. Ab Mai 1952 bildete er mit dem Stuttgarter Erich Retter das Verteidigerpaar vor Torhüter Toni Turek; auch in den Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft in der Schweiz gegen Norwegen und das Saarland. Als am 25. April 1954 das letzte Länderspiel vor dem WM-Turnier in Bern gegen die Schweiz ausgetragen wurde, ersetzte „Kohli“ den durch Verletzung ausfallenden Retter in der 12. Minute und agierte an der Seite von Fritz Laband. Der Stuttgarter Stammverteidiger fiel durch die Verletzungsfolgen für das WM-Turnier aus. Im Halbfinale und im Endspiel der Weltmeisterschaft war sein Verteidigerpartner Jupp Posipal. Im Finale war er für die Bewachung von Zoltán Czibor zuständig. Hardy Grüne schreibt ihm in seiner WM-Enzyklopädie zu, „dass seine Leistung im Finale ein grandioser Auftritt gewesen sei.“ Daneben führt er noch an, dass „Kohli“ oftmals in „höchster Not rettete und allein zweimal auf der Linie zur Stelle war, als Turek längst geschlagen war.“[4]

1954 wurde der Verteidiger mit der deutschen Nationalmannschaft und vier seiner Mannschaftskameraden vom 1. FCK (Horst Eckel, Werner Liebrich, Fritz und Ottmar Walter) im so genannten Wunder von Bern Fußballweltmeister.

Leben

Der gelernte Lohnbuchhalter besaß vor der Weltmeisterschaft ein Haus, das er aber verlor. Seine Frau ließ sich scheiden. Er verlor seinen Arbeitsplatz, als er für einen Arbeiter die Stempelkarte drückte. Kohlmeyer verfiel der Alkoholsucht, der Kontakt zu seinen drei Kindern riss ab, er verarmte und war auf staatliche Unterstützung angewiesen. Einige Zeit war er Hilfsarbeiter auf Baustellen. Zuletzt lebte er gemeinsam mit seiner Mutter in einer Sozialwohnung in Mainz-Mombach und arbeitete als Pförtner bei einem Mainzer Zeitungsverlag. Er verstarb im März 1974 mit nur 49 Jahren an Herzversagen.

Jürgen Leinemann notierte in seiner Herberger-Biografie zu den Schwierigkeiten des Lebenskampfes die Aussage von Werner Kohlmeyer, „das alles, was nach der Weltmeisterschaft kam, war wie ein einziges verlorenes Wochenende.“[5]

Seit Jahren findet zu seinem Gedenken an Pfingsten das weit über die Grenzen von Rheinland-Pfalz bekannte, mehrtägige Werner-Kohlmeyer-Gedächtnisturnier auf dem Sportgelände des SV Morlautern statt.

In der Kunst

Im Spielfilm Das Wunder von Bern aus dem Jahre 2003 wird Kohlmeyer von Christian Broos dargestellt.[6]

Auszeichnungen

  • Silbernes Lorbeerblatt (1951 und 1954)
  • Goldener Ehrenring des 1. FC Kaiserslautern (1951)
  • Silberne Ehrenplakette der Stadt München (1954)
  • Goldene Ehrennadel des DFB (1955)

Literatur

  • Lorenz Knieriem, Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1890–1963. Agon Sportverlag. Kassel 2006. ISBN 978-3-89784-148-2. S. 202
  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler. Das Lexikon. Sportverlag Berlin 1997. ISBN 3-328-00749-0. S. 253/254
  • Günter Rohrbacher-List: Die Roten Teufel sind wieder da. Die Geschichte des 1. FC Kaiserslautern. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 1998. ISBN 3-89533-221-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rohrbacher-List: Die Roten Teufel sind wieder da. S. 157
  2. Rohrbacher-List: Die Roten Teufel sind wieder da. S. 157
  3. Rohrbacher-List: Die Roten Teufel sind wieder da. S. 342
  4. Hardy Grüne: WM-Enzyklopädie 1930-2006. Agon Sportverlag. Kassel 2002. ISBN 3-89784-205-X. S. 138
  5. Jürgen Leinemann: Sepp Herberger. Ein Leben, eine Legende. Rowohlt Verlag. Berlin 1997. ISBN 3 87134 285 8. S. 342
  6. Das Wunder von Bern in der deutschen IMDb


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Werner Kohlmeyer (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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