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Werbach


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 187 m ü. NHN
Fläche: 43,18 km²
Einwohner: 3276 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97956
Vorwahlen: 09341, 09348, 09349
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 128
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 59
97956 Werbach
Webpräsenz: www.werbach.de
Bürgermeister: Ottmar Dürr
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Werbach ist eine Gemeinde in Tauberfranken und gehört zum Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2] Bekannt wurde die Gemeinde durch ihre Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn.

Geographie

Geographische Lage

Werbach liegt im Taubertal zwischen Tauberbischofsheim, Wertheim und Würzburg.

Gemeindegliederung

Zu Werbach gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Brunntal, Gamburg, Niklashausen, Wenkheim und Werbachhausen. Zur ehemaligen Gemeinde Brunntal gehört das Dorf Brunntal. Zur ehemaligen Gemeinde Gamburg gehören das Dorf Gamburg, Gehöft und Haus Eul(Eil)schirben, die Häuser Bimssteinfabrik, Dorfmühle, Bahnstation Gamburg, Gasthof Tauberperle, Möbelfabrik und das Schloss Schloßberg. Zur ehemaligen Gemeinde Niklashausen gehören das Dorf Niklashausen sowie die abgegangene Ortschaft Helzenberg. Zur ehemaligen Gemeinde Wenkheim gehören das Dorf Wenkheim und die Höfe Neumühle, Öl- und Sägmühle und Seemühle. Zur Gemeinde Werbach in den Grenzen vom 31. Dezember 1973 gehören das Dorf Werbach und die Häuser Fischzuchtanstalt, Schneidmühle und Welzmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Werbachhausen gehören das Dorf Werbachhausen und die Häuser Emmentaler Mühle und Mühlenbau-Werkstätte.[3]

Wenkheim ist, mit nur zwei Kilometern Abstand zur bayerischen Landesgrenze, der östlichste Ort der Gemeinde. Der Ort hat 645 Einwohner (31. Dezember 2013) und ist mit 1193 Hektar der größte Ortsteil.

Schutzgebiete

In Werbach gibt es zwei Landschafts- und vier Naturschutzgebiete:[4]

  • Landschaftsschutzgebiet Main-Tauber-Tal: 2988,0 ha; Gemarkungen Tauberbischofsheim und Werbach; seit 1953.
  • Landschaftsschutzgebiet Werbach: 2125,0 ha; Gemarkungen Werbach, Werbachhausen, Wenkheim und Gamburg; seit 1985.
  • Naturschutzgebiet Apfelberg: 22,5 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Gamburg
  • Naturschutzgebiet Helmental-Kleinleiden, 15,4 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Werbachhausen
  • Naturschutzgebiet Lindenberg: 8,7 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Werbach
  • Naturschutzgebiet Wormental: 19,2 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkungen Werbach.

Einwohnerentwicklung

Jahr Gesamt
1993 3645
1998 3662
2003 3621
2008 3506

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Werbachs stammt von 1248. 1563 tötet die Pest in Werbach fast 500 Menschen. Im Deutschen Krieg kam es am 24. Juli 1866 zum Gefecht bei Werbach zwischen badischen und oldenburgischen Militärverbänden, wobei die mit Preußen verbündeten Oldenburger Werbach besetzten.

Religionen

Jüdische Gemeinde Wenkheim

Die jüdische Gemeinde Wenkheim entstand im 16. Jahrhundert. Der Ort ist für seine jüdische Geschichte bekannt, erstmals werden 1576 und 1591 Juden am Ort genannt. Neben einer früheren Synagoge besaß die jüdische Gemeinde Wenkheim eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und den jüdischen Friedhof Wenkheim. Die Gemeinde hatte einen eigenen Lehrer zur Besorgung religiöser Aufgaben angestellt, der auch als Vorbeter und Schochet tätig war. Ab 1827 gehörte die jüdische Gemeinde Wenkheim zum Bezirksrabbinat Wertheim.[6] Ab 1911 wurde die jüdische Gemeinde Hochhausen als Filiale (Filialgemeinde) der jüdischen Gemeinde Wenkheim aufgeführt.[7]

Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner Wenkheims wie folgt:[6]

Jahr Gesamt  % der Wenkheimer Einwohner[6]
1825 105 14,0 % von insgesamt 752
1875 160 17,2 % von 930
1880 181 20 % der Ortsbevölkerung
1900 92 11,7 % von 786
1925 80 8 % von etwa 1.000
1933 46 unbekannt
1938/40 0 Auflösung der jüd. Gemeinde

1933 betrieben die jüdischen Familien, die überwiegend vom Handel mit Vieh, Landesprodukten und den Bedarfsartikeln des bäuerlichen Haushalts lebten, noch die folgenden Geschäfte in Wenkheim: Drei Textilwarengeschäfte, ein Kolonial- und Eisenwarengeschäft, eine Mazzenbäckerei sowie zwei Viehhandlungen. Vor der Zeit des Nationalsozialismus bekannte ehemalige jüdische Geschäfte in Wenkheim waren: Viehhandlung Bernhard Grünebaum (Lindenstraße 24), Viehhandlung und Metzgerei Louis Grünebaum (Pfarrgasse 4), Viehhandlung Samuel Grünebaum, Levis Sohn (Herrenstraße 6), Viehhandlung/Landwirtschaft Samuel Grünebaum III (Herrenstraße 7), Altwarenhandlung Samuel Grünebaum IV (Frankenstraße 14), Viehhandlung und Metzgerei Simon Grünebaum (Obertorstraße 21), Textilgeschäft Abraham Hubert (Frankenstraße 10), Handelsmann Lippmann Karpf (Obertorstraße 11), Mazzenbäckerei Sigmund Lehmann (Lindenstraße 33), Textilgeschäft Hermann Schartenberg (Breite Straße 5 und Lindenstraße 31, beide abgebrochen) und Kaufmann Jakob Schuster (Hindenburgstraße 1).[6]

Bis 1937/38 konnten die jüdischen Geschäfte großenteils weitergeführt werden, dann mussten sie aufgegeben werden. Beim Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge demoliert. Bis 1940 emigrierte über die Hälfte der jüdischen Einwohner (22 in die USA, 8 nach Palästina). Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 11 jüdischen Einwohner Wenkheims, während der Wagner-Bürckel-Aktion, in das Camp de Gurs deportiert.[6]

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden zum 1. Januar 1974 die bisher selbständigen Gemeinden Werbach, Wenkheim, Werbachhausen und Brunntal zur neuen Gemeinde Werbach zusammengeschlossen. Zum 1. Januar 1975 kamen Gamburg und Niklashausen dazu.

Ortsteile

Brunntal

Hauptartikel: Brunntal

Brunntal wird erstmals 1222 urkundlich erwähnt. Damals kamen Teile des Dorfes durch Schenkung an Würzburg. In Brunntal war im 14. Jahrhundert auch das Kloster Bronnbach begütert. Bis 1803 gehörte das Dorf zu Kurmainz. Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses wurde der Ort dem Fürstentum Leiningen zugeteilt. Nach dessen Auflösung 1806 im Zuge der Rheinbundakte kam es zum Großherzogtum Baden.

Gamburg

Hauptartikel: Gamburg

Bereits 1139 wird Gamburg erstmals urkundlich erwähnt. 1806 kam der Ort unter die Hoheit Würzburgs und ein Jahr danach durch einen Staatsvertrag zwischen Würzburg und Baden unter die Souveränität des Großherzogtum Baden.

Das Wahrzeichen Gamburgs ist die Burg Gamburg.

Niklashausen

Nicozeshusen, wie das Dorf früher hieß, wurde urkundlich erstmals 1170 erwähnt. Das Dorf gehörte zur alten Grafschaft Wertheim, der späteren Grafschaft Löwenstein-Wertheim. Hans Böhm, der Pauker von Niklashausen, tritt 1476 als Prediger vor die Wallfahrer in Niklashausen. Ihm gelingt es, 40.000 Bauern um sich zu scharen. Trotzdem wird er festgenommen und in Würzburg als Ketzer verbrannt. 1806 kommt das Dorf unter die Landeshoheit des Großherzogs von Baden.

Wenkheim

Urkundlich wird "Weggencheim" erstmals 1149 genannt. Man nimmt an, dass die Herren von Wenkheim, die in Thüringen saßen, ursprünglich von hier stammen. Ab 1625 war es Bestandteil der Grafschaft Löwenstein-Wertheim. 1673 brannten die Franzosen das Wenkheimer Schloss nieder. 1750 brannte ein Großteil von Wenkheim nieder. 1776 wurde das Dorf bei einem Unwetter schwer verwüstet. 1806 kam Wenkheim unter die Landeshoheit des Großherzogs von Baden.

Werbachhausen

Hauptartikel: Werbachhausen

Werbachhausen wurde als Werpachhusen 1308 erstmals erwähnt, 1332 wird es als Husin bei Wertpach erwähnt. Mehrere Adelsgeschlechter hatten Besitz in Werbachhausen, das seit 1592 zu Kurmainz gehörte. 1803 bis 1806 gehörte es zum Fürstentum Leiningen und kam dann zum Großherzogtum Baden.[8]

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Werbach führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[9]. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,8 % (2009: 67,6 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

  1. UBL 48,7 % – 7 Sitze
  2. AB 51,3 % – 8 Sitze

Wappen

Das Wappen zeigt ein rotes Mainzer Rad auf weißem Grund über zwei weißen Rosen auf blauem Grund.

Wirtschaft und Infrastruktur

Werbach ist Weinort des Bereichs Tauberfranken.

Verkehr

Die Ortsteile Niklashausen und Gamburg sind durch die Taubertalbahn (Crailsheim–Wertheim) an das überregionale Schienennetz angebunden. Im Stunden-Takt verkehren die Züge nach Aschaffenburg und Crailsheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Im Ortsteil Wenkheim gibt es einen jüdischen Friedhof, der im 17. Jahrhundert oder früher östlich des Ortes im Gewann „Großer Wald“ (heute unmittelbar an der Landesgrenze Baden-Württemberg/Bayern) angelegt und bis 1938 belegt wurde (Flurstück 10321, Fläche 55,80 a).

Bauwerke

  • Liebfrauenbrunnkapelle zwischen Werbach und Werbachhausen
  • Ehemalige Synagoge in Wenkheim - durch einen Förderverein restauriert
  • Evangelische Kirche Wenkheim
  • Gamburger Pfarrkirche von 1895
  • Burg Gamburg bei Gamburg
  • Eulschirbenmühle bei Gamburg

Freizeit

  • In Wenkheim befindet sich ein Freibad.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 354–357
  4. Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007.
  5. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Werbach.
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 Alemannia Judaica: Wenkheim (Gemeinde Werbach, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Synagoge . Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  7. Alemannia Judaica: Hochhausen (Stadt Tauberbischofsheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge . Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 27. Mai 2015.
  8. Informationen zur Geschichte Werbachhausens auf werbach.de (abgerufen am 24. August 2008)
  9. Kommunalwahldaten 2014 des Statistischen Landesamtes

Weblinks

 Commons: Werbach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Main-Tauber-Kreis | Werbach | Gemeinde in Baden-Württemberg

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