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Wenigzell


Wenigzell
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Hauptort: Pittermann
Fläche: 35,68 km²
 :
Höhe: 831 m ü. A.
Einwohner: 1.420 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 8254, 8253
Vorwahl: 03336
Gemeindekennziffer: 6 22 62
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pittermann 222
8254 Wenigzell
Website: www.wenigzell.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Berger (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
7
7
1
Lage der Gemeinde Wenigzell im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wenigzell mit 1420 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) ist eine Gemeinde in der Oststeiermark, Österreich. Sie liegt im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld.

Geografie

Wenigzell liegt im Bergland des Jogllandes im Nordosten der Steiermark.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet ist unterteilt in vier Katastralgemeinden (Fläche 2001): Kandlbauer (778,23 ha), Pittermannviertl (842,05 ha), Sichart (791,86 ha), Sommersgut (1.136,94 ha).
Ortschaften sind (Einwohner 2015): Kandlbauer (182 EW), Pittermann (725 EW), Sichart (223 EW) und Sommersgut (305 EW).

Nachbargemeinden

An Wenigzell grenzen im Uhrzeigersinn:

Bevölkerungsentwicklung

Geschichte

Die Ursprünge Wenigzells gehen auf das Jahr 1141 zurück: Damals kam Graf Wolfrad von Treffen aus dem Geschlecht der Grafen von Veringen im Tauschhandel mit dem Erzbischof von Salzburg in den Besitz der „100 Huben“. Zur Kolonisierung zog er Siedler aus seiner schwäbischen Heimat heran. Von diesen ursprünglichen Siedlern hat sich aber nichts erhalten (z. B. im Namensgut), da sie bald von Siedlern aus dem Pittener-Gebiet überlagert wurden. Auch die Namen der Katastralgemeinden gehen auf (bairische) Familiennamen der letztgenannten Siedler aus dem Pittener-Gebiet zurück.

Vermutlich schenkte noch Graf Wolfrad von Treffen dem Chorherrenstift Vorau einen Waldhügel, auf dem dieses um 1185 eine Kapelle der Heiligen Margareta, die 1209 erstmals erwähnt wird und einen Wirtschaftshof errichtete. Von diesem stammt auch der Name, der so viel wie „kleiner Hof“ bedeutet. Um die Kapelle der Heiligen Margareta entstand auch das Dorf, von dem wir schon um 1200 Zeugnis besitzen. Vielleicht schon um 1220 wurde Wenigzell eine eigenständige Pfarre, da wir um 1250 den ersten Pfarrer namens Heinrich kennen.

Aus der Zeit der Reformation wissen wir, dass die Wenigzeller treu zum alten Glauben standen, was wohl auch auf die gute seelsorgliche Betreuung durch die Vorauer Chorherren zurückzuführen ist. Vermutlich wurde nach dem Neubau der Stiftskirche von Vorau (1660 bis 1662 durch Domenico Sciassia) auch die Pfarrkirche von Wenigzell neu erbaut.

1692 erwirkte Pfarrer Georg Tentius über den Vorauer Propst Phillip Leisl bei Papst Innozenz XII. die Bestätigung der Patrizibruderschaft. Diese machte Wenigzell zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort zum Heiligen Patrizius. Der Zustrom der Wallfahrer wurde so stark, dass am Patrizitag, dem 17. März 1716 ein Wallfahrer in der Kirche erdrückt wurde. 1721 freskierte der bedeutende Barockmaler Johann Cyriak Hackhofer die fünf Initiennischen um die Kirche mit den Geheimnissen des Schmerzhaften Rosenkranzes.

Infolge des Patrizitages 1716 entschloss man sich zum Neubau der Pfarrkirche, der 1733 bis 1735 von Andreas Straßgietl ausgeführt wurde. Die ca. 40 m lange Kirche erhielt eine reiche barocke Ausstattung: die Wände wurden mit feinen Stuckaturen überzogen in die Kartuschen für Fresken von Joseph Georg Mayr eingelassen waren. Außerdem erhielt die Kirche fünf Altäre: den Hochaltar zu Ehren der Heiligen Margareta sowie die vier Seitenaltäre der Heiligen Maria und Heiligen Josef sowie der Heiligen Patrizius und Heiligen Leonhard. Im Zuge des Josephinismus wurden 1783 die Votivbilder aus der Kirche entfernt und auch die Wallfahrt wurde verboten. Im Biedermeier erholte sich die Wallfahrt aber wieder.

1829 wurde in Wenigzell Barbara Sicharter, die Ordensgründerin der Vorauer Schwestern und Gründerin des Marienkrankenhauses Vorau geboren.

In den letzten Kriegstagen 1945 wurde das gesamte Dorf Wenigzell ein Opfer des Krieges. Die Kirche brannte aus und die Häuser wurden zerstört. 1946 begann der Wiederaufbau: Die Kirche bekam ein neues Dach, Fenster wurden eingesetzt, neue Glocken wurden angeschafft und die Kirche neu ausgestattet. Die Ausstattung wurde noch bis 1992 ergänzt.

Wenigzell entwickelte sich nach dem Krieg zu einer vielbesuchten Sommerfrische, vor allem für die Wiener. Es gibt verschiedene Themenwanderwege und einen Barfußpark, ein Heimatmuseum und die neu errichtete Jogllandoase, ein Hallenbad mit Wellness- und Saunabereich.

1981 wurde Wenigzell Sieger bei der Entente Florale Europe, dem europäischen Blumenschmuckwettbewerb.

Religionen

Die Bevölkerung von Wenigzell ist fast zur Gänze, nämlich zu 97,8 % römisch-katholisch; 0,6 % sind evangelisch, von ebenso vielen ist das Bekenntnis unbekannt. Ohne religiöses Bekenntnis sind 0,7 % der Bevölkerung.

Wenigzell ist Sitz einer römisch-katholischen Pfarre.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wenigzell

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 27. April 2015 Herbert Berger, der damit die Nachfolge von Herbert Hofer antrat. Berger wurde im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats gewählt und von Bezirkshauptmann Max Wiesenhofer angelobt.[1]

Im Gemeindevorstand gab es ebenfalls Veränderungen. So ist Günter Holzer (Liste Wenigzell) Nachfolger von Manfred Steinbrenner (ÖVP) als Vizebürgermeister und Anton Maderbacher (ÖVP) Nachfolger von Heribert Rozanek als Gemeindekassier.[1]

Amtsleiter ist Franz Sommersguter.

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010 2005 2000
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
ÖVP 479 48 7 718 74 11 702 70 11 537 56 9
SPÖ 82 8 1 249 26 4 294 30 4 178 19 2
Liste Wenigzell 439 44 7 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 244 25 4
Wahlbeteiligung 85 % 81 % 80 % 83 %

Wappen

Das Gemeindewappen wurde 1981 verliehen.
Blasonierung: „In Rot, schräg rechts eine goldene Perlenreihe, oben von einem goldenen Greifenfuß, unten von einer goldenen Hirschstange begleitet.“
Die Perlenreihe macht den griechischen Namen der Hl. Margareta (Pfarrpatronin) in der „Kleinen Zelle“ verständlich. Der Greifenfuß drückt die enge Verbindung mit dem Stift Vorau aus. Die Hirschstange weist auf die Herkunft des Ortsgründers hin - die Hirschstange wurde dem Wappen seiner Verwandten, den alemannischen Grafen Isny-Veringen, entlehnt.[2]

Tourismusverband

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Birkfeld, Fischbach, Miesenbach, Ratten, Rettenegg, Strallegg, St. Kathrein am Hauenstein, St. Jakob im Walde, Waldbach-Mönichwald und Vorau den TourismusverbandJoglland-Waldheimat“. Dessen Sitz ist die Gemeinde St. Jakob im Walde.[3]

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Wenigzell  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kleine Zeitung vom 28. April 2015: Berger (VP) neuer Bürgermeister von Wenigzell (abgerufen am 29. April 2015)
  2. Heinrich Purkharthofer: Die im Jahre 1981 verliehenen steirischen Gemeindewappen. S. 10, abgerufen am 11. April 2010 (PDF).
  3. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 307. ZDB-ID 1291268-2 S. 626.

Kategorien: Ort im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld | Wenigzell | Gemeinde in der Steiermark

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wenigzell (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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