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Weinstein


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Weinstein (Begriffsklärung) aufgeführt.
Strukturformel
Keine Zeichnung vorhanden
L-(+)-Kaliumhydrogentartrat
Allgemeines
Name Weinstein
Andere Namen
  • (+)-(R,R)-Weinsäuremonokaliumsalz
  • L-(+)-Weinsäuremonokaliumsalz
  • Kaliumhydrogentartrat
  • Kaliumbitartrat
Summenformel C4H5KO6
CAS-Nummer 868-14-4
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 188,18 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,95 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

> 250 °C[2]

Löslichkeit
  • schwerlöslich in kaltem Wasser (0,38 g·l−1 bei 11 °C)[3]
  • mäßig löslich in heißem Wasser (5,85 g·l−1 bei 100 °C)[3]
  • unlöslich in Ethanol[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [4]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Weinstein ist ein Trivialname für Salze der Weinsäure. Sichtbar wird Weinstein bei der Lagerung von Wein oder Traubensaft, wo er auskristallisiert und sich vorwiegend am Boden des Gefäßes (z. B. einer Flasche) absetzt. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus schwerlöslichen Salzen der Weinsäure, im Wesentlichen aus Kaliumhydrogentartrat (Summenformel KC4H5O6) und Calciumtartrat (Summenformel CaC4H4O6).[1]

Eigenschaften

Weinstein ist in Wasser schwer löslich und setzt sich daher an Fasswänden von Holzfässern und, je nach Art der Lagerung, am Grund oder am Korken von Weinflaschen ab. Die Löslichkeit sinkt mit abnehmender Temperatur.[3]

Weinstein hat für Menschen keine schädlichen Auswirkungen; er fühlt sich im Mund zuerst wie scharfkantiger Sand an, der sich beim Zerreiben zwischen den Zähnen im Speichel schnell löst.

Weinstein und Wein

Wein – vor allem Rotwein – wird unter anderem dekantiert, um Weinstein vom Wein zu trennen.

Das Vorhandensein von Weinstein ist weder ein Fehler des Weines noch ein zwingendes Qualitätsmerkmal. Es ist lediglich ein Hinweis darauf, dass beim Weinausbau der Wein nicht oder nur unzureichend chemisch (durch Metaweinsäure) oder physikalisch (durch Kälte) stabilisiert wurde.

Weinsteinöl

Von historischem Interesse ist das sogenannte Weinsteinöl. Hierunter verstand man Produkte, die bei der trockenen Destillation von Weinstein erhalten wurden, und zwar

  • das Destillat, das sogenannte brenzlige Weinsteinöl[5], in der frühen Neuzeit durch „Brennen“ bzw. „Kalken“ („Calcinieren“) des Weinsteins hergestellt,[6]
  • den Rückstand, bestehend aus Kaliumcarbonat und Kohle, der infolge der Hygroskopie des Kaliumcarbonats an der Luft zerfließt und daher zerflossenes Weinsteinöl[5] genannt wurde.

Verwendung

Als Lebensmittelzusatzstoff wird Weinstein in der EU unter den E-Nummern E354 (Calciumtartrat) und E336 (Kaliumbitartrat zusammen mit Kaliumtartrat) geführt. In den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich ist es unter dem Namen "cream of tartar" erhältlich.

Bilder

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Eintrag zu Kaliumhydrogentartrat . In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 29. Mai 2014.
  2. Datenblatt Weinstein bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 15. Juni 2011 (PDF ).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  3. 3,0 3,1 3,2 Claudia Synowietz (Hrsg.): Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Band II: Organische Verbindungen. begründet von Jean d’Ans, Ellen Lax. 4. Auflage. Springer, Berlin 1983, ISBN 3-540-12263-X.
  4. 4,0 4,1 4,2 Eintrag zu Kaliumhydrogentartrat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. August 2009 (JavaScript erforderlich).
  5. 5,0 5,1 Weinsteinöl. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 19. Altenburg 1865, S. 56 (online bei zeno.org).
  6. Friedrich Dobler: Conrad Gessner als Pharmazeut. Mathematisch-naturwissenschaftliche Dissertation, Zürich 1955, S. 16 und 103 f.
  7. Brockhaus

Literatur

  • Hannelore Dittmar-Ilgen: Kristalle im Weinglas. (Weinstein bei der Weinherstellung). In: Wie der Kork-Krümel ans Weinglas kommt. Physik für Genießer und Entdecker. Hirzel, Stuttgart 2007 (erschienen 2006), S. 37. ISBN 3-7776-1440-8.
  • Jörg Mildenberger: Anton Trutmanns „Arzneibuch“. Teil 2. Wörterbuch. Bd 5. W – Z. Würzburger medizinhistorische Forschungen. Bd 56, 5. Königshausen und Neumann, Würzburg 1997, S. 2300–2301. ISBN 3-8260-1398-0.

Weblinks

 Wiktionary: Weinstein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Kategorien: Önologie | Calciumverbindung | Kaliumverbindung | Carbonsäurensalz | Carbonsäure | Stoffgemisch

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Weinstein (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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