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Weimar (Lahn)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-BiedenkopfVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 178 m ü. NHN
Fläche: 47,05 km²
Einwohner: 7003 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35096
Vorwahlen: 06421, 06426, 06420 (Nesselbrunn), 06421 (Kehna)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MR, BID
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 020
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Bahnhofstraße 31
35096 Weimar (Lahn)
Webpräsenz: www.weimar-lahn.de
Bürgermeister: Peter Eidam (parteilos)
}

Weimar (Lahn) ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Regierungsbezirk Gießen des Landes Hessen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Niederweimar.

Geografie

Geografische Lage

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Tal der Lahn südlich Marburgs nach Westen bis zu denen der Nebenflüsse Allna (nebst Ohe), Wenkbach und Walgerbach, die in den Nebenarm Par-Allna fließen.

Naturräumlich liegen die Ortsteile in der Marburger Lahntalsenke (Orte an oder nahe der Lahn), im Salzbödetal (Oberläufe von Wenk- und Walgerbach), in der Elnhausen-Michelbacher Senke (Weiershausen und Allna an den Unterläufen des Allna-Systems) sowie in den Damshäuser Kuppen (Nesselbrunn am Mittellauf der Ohe).

Die Großgemeinde umfasst eine Fläche von zirka 47 Quadratkilometern.

Nachbargemeinden

Weimar grenzt im Norden an die Stadt Marburg, im Osten an die Gemeinde Ebsdorfergrund, im Süden an die Gemeinde Fronhausen, im Südwesten an die Gemeinde Lohra, sowie im äußersten Westen an die Stadt Gladenbach (alle im Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Entstehung und Geschichte

Die Bezeichnung Weimar soll sich aus den altgermanischen Worten wih (heilig, geweiht) und dem althochdeutschen mar (See, Sumpf oder Moor) zusammensetzen.

Allna wurde bereits um 807 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit der am frühesten genannte Ortsteil der Gemeinde. Daneben gelten Kehna, Oberweimar und Niederweimar allein aufgrund ihrer Namen als die ältesten Orte im Gemeindegebiet. Die Gründung der Martinskirche in Oberweimar wird in vorbonifazianischer Zeit, also etwa um 600, zur Zeit der Missionierung durch iroschottische Mönche, angenommen.

In den letzten Jahren wurden bei Erweiterungen der Kiesgrube bei Niederweimar große neolithische und frühkaiserzeitliche Siedlungen gefunden, die in Notgrabungen gesichert wurden.

Frühere Gliederung

Vor der Gründung der Gemeinde gehörten die Orte zu Gerichtsbezirken, die auch Verwaltungsfunktionen wahrnahmen. Die Orte Allna, Oberweimar (mit Germershausen), Weiershausen, Kehna, Nesselbrunn, Niederwalgern und Wolfshausen gehörten zum Gericht Reizberg. Die Gerichtsstätte Reizberg befand sich auf einem bei Oberweimar gelegenen Hügel. Oberweimar war auch kirchliches Zentrum der weiteren Umgebung; bis zur Errichtung einer eigenen Pfarrei im zwölften Jahrhundert gehörte auch Marburg zum Pfarrbezirk der Martinskirche in Oberweimar. Die Orte Argenstein, Wenkbach und Roth waren zum Gericht Schenkisch Eigen der adeligen Schenken zu Schweinsberg zusammengefasst. Stedebach war Eigentum des Deutschen Ordens, während Niederweimar ein landgräfliches Eigengericht war.

Großgemeinde Weimar

Die Gemeinde Weimar bestand bei ihrer Gründung am 1. Februar 1971 aus den Orten Allna, Niederweimar und Oberweimar. Am 1. Juli 1972 traten nach langwierigen Verhandlungen die Orte Argenstein, Roth, Weiershausen und Wenkbach der Gemeinde Weimar bei. Im Zuge der vom Hessischen Landtag beschlossenen Gebietsreform wurde die Gemeinde am 1. Juli 1974 um die Orte Kehna, Nesselbrunn, Niederwalgern, Stedebach und Wolfshausen vergrößert.[2]

Statistiken

  • Einwohnerzahl: 7021
    • davon Frauen: 3592 (51,2 %)
    • davon Männer: 3429 (48,8 %)
    • davon Ausländer: 166 (2,4 %)
    • davon arbeitslos: 162 (2,3 %)
    • davon im Alter...
      • ...bis 18 Jahren: 1307 (18,6 %)
      • ...zwischen 18 und 60 Jahren: 4146 (59,1 %)
      • ...über 60 Jahre: 1568 (22,3 %)
  • Haushaltssumme: 9,658 Mio. Euro
  • Gewerbesteueraufkommen: 0,477 Mio. Euro
  • Pro-Kopf-Verschuldung: 812 Euro

Stand: 1. Januar 2008; Quelle: Oberhessische Presse, 23. April 2008

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
     
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,3 8 35,1 8 35,0 11 38,9 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,8 6 29,1 7 35,2 11 35,8 11
FBW Freie Bürgerliste Weimar 23,7 6 15,9 4 14,6 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,3 2 14,7 3 8,6 3 9,4 3
FDP Freie Demokratische Partei 5,8 1 5,1 1 6,6 2 5,6 2
BLN Bürgerliste Niederwalgern 5,6 2
FWG Freie Wählergemeinschaft Weimar 4,7 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 54,0 56,4 55,5 62,3

Bürgermeister

Bürgermeister der Gemeinde Weimar (Lahn) ist seit 2010 Peter Eidam (parteilos)[6]. Volker Muth (SPD) war eine Wahlperiode von 2004 bis 2010 im Amt. Er folgte Karl Krantz (CDU), der das Amt seit der Gründung der Großgemeinde innehatte.

In der Bürgermeisterwahl vom 4. Juli 2010 setzte sich der parteilose Peter Eidam mit mehr als 61 % der Stimmen gegen Muth (SPD) durch.[7][8] Eidam wurde unterstützt durch die Fraktionen der CDU, Grünen und der Bürgerliste Weimar. Die Weimarer FDP sprach keine Wahlempfehlung aus.[9]

Wappen

Beschreibung: Das Wappen der Gemeinde zeigt im von Rot und Silber gespaltenen Schild eine Rose in gewechselten Farben.

Das Wappen wurde am 11. März 1971 durch den Hessischen Minister des Innern verliehen. Das Wappen wird auch als Flagge geführt, die in den Farben rot/weiß gehalten ist.

Gemeindepartnerschaften

Die Gemeinde Weimar (Lahn) unterhält Partnerschaften zu den Gemeinden Sawtry im englischen Distrikt Huntingdonshire und zur Gemeinde Wutha-Farnroda in Thüringen. Im April 2007 wurde eine Partnerschaftsurkunde mit der polnischen Gemeinde Słupca unterzeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Zu den sehenswerten Bauwerken der Gemeinde zählt unter anderem die Wehrkirche im Ortsteil Wenkbach sowie die Kirchen in Niederweimar, Niederwalgern, Allna und Roth. Die Mühle in Argenstein und die Landsynagoge in Roth gehören ebenso dazu, wie auch alte Fachwerkhäuser, die sich in einigen Ortsteilen finden.

Musik

Diverse Vereine in den Ortsteilen der Gemeinde bieten ein vielfältiges musikalisches Angebot. Über mehrere Gesangvereine und Chöre gibt es bis zu einem Posaunenchor und dem Orchester des Bürger- und Kulturvereins Wenkbach alle Arten von Musikvereinen in Weimar (Lahn).

Sport

Größte Sportvereine in der Gemeinde sind die SG Niederwalgern/Wenkbach, der SC Roth/Argenstein und der TSV Niederweimar. Im Fußball bilden die Vereine aus Niederwalgern und Wenkbach sowie Roth und Argenstein eine Spielgemeinschaft und nehmen als FSG Südkreis am Spielbetrieb in der mittelhessischen Kreisoberliga teil. Der TSV Niederweimar hat seit dem Jahr 2009 keine eigenständige Mannschaft mehr und spielt in einer Spielgemeinschaft mit dem Verein aus dem Marburger Stadtteil Haddamshausen in der Kreisoberliga Marburg. Auch für andere Sportarten gibt es Vereine: Tennis wird beispielsweise bei der SG Niederwalgern/Wenkbach wie auch beim in Wolfshausen ansässigen TV Weimar angeboten. Tischtennis kann man unter anderem in Wenkbach in der entsprechenden Abteilung des Bürger- und Kulturvereins spielen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Das größte Industriegebiet der Gemeinde befindet sich am südlichen Ende des Ortsteils Wenkbach. Dort befinden sich die Firmen YKK und Pauly. Verteilt auf die Ortsteile gibt es zudem vor allem kleine Handwerksbetriebe.

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet verläuft die vierspurige Bundesstraße 3. Anschluss gibt es an den Ausfahrten Gisselberg, Niederweimar und Wolfshausen/Roth. Zudem führt die in Marburg beginnende Bundesstraße 255 durch die Gemeinde und bietet eine Verkehrsanbindung in Richtung Gladenbach und Herborn. In Niederwalgern und Niederweimar befinden sich Haltepunkte an der Main-Weser-Bahn Kassel-Frankfurt, an denen Regionalbahnen und Regionalexpresszüge (nur in Niederwalgern) halten. Verschiedene Buslinien verbinden die Ortsteile untereinander und mit den Nachbargemeinden.

→ Siehe: Bahnhof Niederwalgern

Freizeitmöglichkeiten

Einige kleinere Freizeiteinrichtungen, beispielsweise Spielplätze, gibt es in den meisten Ortsteilen. Überregional bekannt ist der Seepark in Niederweimar.

Medien

In der Gemeinde Weimar (Lahn) erscheint als Tageszeitungen die Oberhessische Presse (OP). Die Marburger Neue Zeitung wurde im Oktober 2010 eingestellt. Kostenlos werden die Wochenzeitungen Marburg extra mittwochs sowie win samstags, beide vom Verlag der OP herausgegeben, sowie die Mittelhessische Anzeigen-Zeitung (MAZ) am Mittwoch und das Sonntagmorgenmagazin (SMM) verteilt. Durch den Wittich-Verlag wird das wöchentliche Gemeinde-Mitteilungsblatt herausgegeben. Einmal im Monat erscheint das kostenlose Informationsblatt Lahnblick. 1986 wurde aus einer Initiative von Ökonomiestudenten der Philipps-Universität Marburg hier der Metropolis-Verlag gegründet.[10][11]

Bekannte Einwohner

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 402–404.
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. Oberhessische Presse
  7. Seite nicht mehr abrufbar , Suche in Webarchiven: Vorläufiges amtliches Endergebnis der Wahl auf der Seite der Gemeinde
  8. Oberhessische Presse vom 8. Juli 2010 (Memento vom 30. Dezember 2010 im Internet Archive)
  9. Oberhessische Presse vom 2. Juli 2010 (Memento vom 30. Dezember 2010 im Internet Archive)
  10. Markus Marterbauer: Postkeynesianismus – die wiederentdeckte Alternative . In: Wirtschaft und Gesellschaft 1989, Arbeiterkammer Wien, Band 15, Nr. 2, S. 311–314.
  11. Der Verlag , metropolis-verlag.de, abgerufen am 29. September 2014.

Weblinks

 Commons: Weimar (Lahn)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Weimar (Lahn) | Gegründet 1971 | Gemeinde in Hessen

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