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Weil (Oberbayern)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am LechVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 587 m ü. NHN
Fläche: 44,48 km²
Einwohner: 3775 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86947
Vorwahlen: 08195 bzw. 08193 (Schwabhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 145
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Landsberger Straße 15
86947 Weil
Webpräsenz: www.weil.de
Bürgermeister: Christian Bolz (Dorfgemeinschaft / Freie Wähler)
}

Weil ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geographie

Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn von Norden): Prittriching, Egling an der Paar, Geltendorf, Eresing, Windach, Penzing, Kaufering und Scheuring.

Geschichte

Der Ortsname Weil ist römischen Ursprungs und lautete ursprünglich Villa (Gutshof). Der Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Landsberg des Kurfürstentums Bayern. Der Deutschorden (Kommende Blumenthal) besaß hier eine offene Hofmark. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Weil. Die heutige Einheitsgemeinde Weil entstand 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform aus den vormals selbständigen Gemeinden Weil, Beuerbach, Geretshausen, Pestenacker, Petzenhausen und Schwabhausen bei Landsberg.[2]

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde lebten

  • 1970: 2.278 Einwohner
  • 1987: 2.608 Einwohner
  • 2000: 3.321 Einwohner
  • 2006: 3.749 Einwohner
  • 2010: 3.765 Einwohner
  • 2014: 3.903 Einwohner

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In silber ein schwarzes Tatzenkreuz, belegt mit silbernem Herzschild, darin eine rote Schafschere.

Wappen-Geschichte

Das schwarze Tatzenkreuz ist das heraldische Symbol des Deutschen Ritterordens. Weil gehörte vom 13. Jahrhundert bis zur Auflösung des Ordens 1806 zur Hofmarksherrschaft der Deutschordenskommende Blumenthal bei Aichach. Die Schafschere im Herzschild ist aus dem Wappen der früheren Ortsherren, der Herren von Haldenberg, übernommen. Die Haldenberger übergaben schon 1260 Güter in Weil an den Deutschen Orden; Konrad von Haldenberg trat 1314 selbst in den Orden ein.

Politik

Nach der Gemeinderatswahl vom 16. März 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:[3]

Liste Stimmen Prozent Sitze
Dorfgemeinschaft Weil (DG Weil) 9.867 34,98 % 6
Freie Wählergruppe Schwabhausen (FWG Schwabhausen) 7.589 26,90 % 4
Dorfgemeinschaft Geretshausen (DG Geretshausen) 3.437 12,18 % 2
Dorfgemeinschaft Petzenhausen (DG Petzenhausen) 2.958 10,49 % 2
Freie Wähler Pestenacker (FW Pestenacker) 2.415 8,56 % 1
Dorfgemeinschaft Beuerbach (DG Beuerbach) 1.944 6,89 % 1

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Überregional bekannt wurde Weil durch Ausgrabungen von steinzeitlichen Feuchtbodensiedlungen im Tal des Verlorenen Bachs bei Pestenacker.

Auf dem Ehrenfriedhof im Ortsteil Schwabhausen wurden 130 Opfer der NS-Gewaltherrschaft nahe der Bahnlinie in drei Sammelgräbern bestattet.[4] Die Gemeinde Weil spricht von 120 Toten [5]. Andere Stellen von 140 Toten und mehr [6]. Ein britisches oder amerikanisches Aufklärungsflugzeug hatte am 27. April 1945 an dieser Stelle einen abgestellten Munitionszug entdeckt. Vom Begleitschutz des Munitionszugs wurde daraufhin angeblich absichtlich ein von Juden besetzter Zug mit bis zu 3.400 Gefangenen aus dem Konzentrationslager Kaufering abgestellt. Die kurz darauf erschienen Tiefflieger beschossen diesen Zug. Viele der etwa 500 die Flucht ergreifenden Gefangen wurden erschossen [7]. Die verwundeten Juden kamen ins Lazarett der Erzabtei Sankt Ottilien. Wahrscheinlich erreichten nur 1.769 Gefangene den Zielbahnhhof Dachau. Auf den über den Sammelgräbern errichteten Gedenksteinen wurden jüdische Inschriften angebracht.

Baudenkmäler

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 507
  3. Website der Gemeinde Weil
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 198
  5. Gemeinde Weil; Geschichte des Ortsteils Schwabhausen
  6. Private Seite zur Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn (Memento vom 11. Februar 2010 im Internet Archive) im Internet Archive
  7. KZ-Komplex Außenkommando Kaufering

Weblinks

 Commons: Weil (Upper Bavaria)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Landsberg am Lech | Weil (Oberbayern) | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Weil (Oberbayern) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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