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Wehrmachtsgespann


Als Wehrmachtsgespann werden die speziell für die Wehrmacht entwickelten und von 1941 bis 1944 eingesetzten überschweren Motorradgespanne BMW R 75 Gespann und Zündapp KS 750 Gespann bezeichnet.[1]

Darüber hinaus wurden von der Wehrmacht auch andere Motorradgespanne eingesetzt: BMW R 12 (mit Einfachvergaser), NSU 601 OSL Wh, Zündapp K 800 W und die belgischen Beutemaschinen FN M12, Gillet Herstal 720 AB sowie die französische Gnome et Rhône AX II.

Technik

Alle Wehrmachtsgespanne hatten zuschaltbaren Beiwagenantrieb; bei beiden Typen handelte es sich um eine gemeinsame, auf dem Zündapp-Entwurf basierende Entwicklung, die entsprechend den Vorgaben des Oberkommandos der Wehrmacht ausgeführt wurde. Das Getriebe der BMW R 75/Zündapp KS 750 hatte vier Straßengänge und einen Rückwärtsgang; die Straßengänge konnten bei BMW durch eine Untersetzung zu drei Geländegängen abgestuft werden; Zündapp hatte einen Geländegang. Zur Verbesserung der Geländegängigkeit verfügten die Gespanne über eine Differentialsperre. Hinter- und Seitenwagenrad hatten hydraulische Bremsen. Die Gespanne zeichneten sich durch Robustheit, gute Zuverlässigkeit und Stabilität sowie durch eine enorme Geländegängigkeit aus. Mit Einheitsprotzhaken versehen, dienten die Wehrmachtsgespanne als Zugmaschinen für leichte Anhänger (350 kg) und Leichtgeschütze.[1]

Stückzahlen

Vom BMW R 75 Gespann wurden bis 1944 16.510 Maschinen, vom Zündapp KS 750 Gespann bis 1948 18.635 Stück gebaut.[1] Die Gespanne gab es sowohl in wehrmachtsgrauer, luftwaffengrauer, afrikabeiger („Sahara“) als auch in dunkelgelber (beiger) Lackierung (ab 1943 für alle Wehrmachtsfahrzeuge).

Nachbauten

Die im Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion gefertigten Militärgespanne, welche unter dem Namen M72 und später Ural in Irbit oder ab 1974 als Dnepr in Kiew gebaut wurden, sind keine Nachbauten der BMW R 75 bzw. Zündapp KS 750, sondern eine Kopie der BMW R 71 aus dem Jahr 1938. Die Produktion der ukrainischen Dnepr MT-12 wurde 1988 eingestellt. Eine chinesische Version der BMW R 71 wird unter mit dem Namen Chang Jiang 750 verkauft.

Sonstiges

Das BMW R 12-Gespann wurde auch als Anlasshilfe mittels des „Anlaßgerätes Orgasser“ zweckentfremdet.

Rezeption

Die einzig vernünftige Rolle für den Einsatz von Motorrädern und Motorräder mit Beiwagen, scheint in der Armee die im Kurierdienst zu sein.

„Die enormen Kosten für die Kriegselefanten […] standen nie im Verhältnis zum Einsatzzweck. Mit dem Aufkommen leichter geländegängiger Kübelwagen, die preiswerter herzustellen und vielseitiger einsetzbar waren, ging die Zeit der überschweren Kräder schnell wieder zu Ende.[2]

„Sie kosteten infolge ihrer aufwendigen Konstruktion […] fast doppelt so viel wie ein VW-Kübelwagen, der dank vielseitiger Verwendungsmöglichkeiten, besserem Wetterschutz […] von weit größerem Nutzen war.[1]

Weblinks

 Commons: Deutsche Militärmotorräder des Zweiten Weltkriegs  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: BMW R 75  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Zündapp KS 750  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Werner Oswald: Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr. Motorbuch Verlag Stuttgart, 14. Auflage 1992, ISBN 3-87943-850-1., S. 64.
  2. Frank Rönicke: Deutsche Militärmotorräder. Motorbuch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 2010, ISBN 978-3-613-03215-6., S. 80

Kategorien: Zündapp | Radfahrzeug der Wehrmacht | BMW-Kraftrad | Dreirädriges Kraftfahrzeug | Motorradgespannmodell

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsgespann (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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