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Waxweiler


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-PrümVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Arzfeld
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 5,96 km²
Einwohner: 1062 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54649
Vorwahl: 06554
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 322
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Webpräsenz: www.waxweiler.com
Ortsbürgermeister: Manfred Groben (CDU)
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Waxweiler ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an. Waxweiler ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie

Der Ort liegt in der Eifel, südlich von Prüm und wird durch die Bundesautobahn 60 erschlossen. Die rund 1100 Einwohner zählende Gemeinde liegt auf 350 m ü. NHN .

Heilhausen ist ein Ortsteil von Waxweiler, zum Ortsteil Waxweiler gehören auch die Wohnplätze Ginshausermühle, Godeshausermühle, In der Kaul und Konradshof.[3]

Geschichte

Lange Zeit vermutete man die Ursprünge des Ortes in der Zeit um 700, doch 2002 legte man die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten Überreste einer römischen Siedlung frei, die schon auf etwa 150 nach Christus datiert werden.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen „Waleswilre“ erfolgte in einer vom Prümer Abt Farabert II. am 15. Juli 943 ausgestellten Prekarie-Vertrag, in der ein Ramengar und seine Ehefrau Adalgard der Abtei Prüm seine Güter in Waxweiler zuwendete.[4] 1222 erwähnt der Prümer Ex-Abt Caesarius den Ort unter dem Namen „Wasvilre“ im Kommentar zum Prümer Urbar.[5]

Waxweiler gehörte zur luxemburgischen Herrschaft Neuerburg. Im Jahr 1353 verkaufte Friedrich von der Neuerburg den Ort Waxweiler für 1000 Pfund schere Turnosen an den Trierer Erzbischof Balduin, vermutlich auf Wiederkauf, denn zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Waxweiler im Besitz der Herren von Neuerburg. Im Jahr 1414 verliehen Irmgard von Bolchen, Erbin der Herrschaften Kronenburg und Neuerburg und ihr Gemahl Johann von Rodemachern den Einwohnern von Waxweiler dieselben Rechte und Freiheiten, wie sie die Bürger der Stadt Neuerburg seit 1332 hatten. Gerhard von Rodemachern, Irmgards und Johanns Sohn, bestätigte 1440 die Freiheiten von Waxweiler. In einer Beschreibung der Verhältnisse in der Herrschaft Neuerburg aus dem Jahr 1683 wurde Waxweiler wie folgt beschrieben: „Die Freiheit Wachsweiler, ehemals mit Mauern umgeben, jetzt in Ruinen, mit zwanzig Häusern, deren Einwohner Bürgerrecht genießen, hängt von Neuerburg ab und die Herren von Neuerburg haben hohe, mittlere und niedere Gerichtsbarkeit, Jagd, Fischerei usw., setzen einen Mayer und sieben Schöffen. Die Herren beziehen jährlich eine Taler und sieben Schilling in Gelde und drei Malter Roggen von der Mühle, zwei Malter vom Bann, Ofen und Renten, Hühner und Eier von einigen privaten“.[6] Das Gericht Waxweiler gliederte sich in die Meierei Manderscheid und die Freiheit Waxweiler. Zur Meierei Manderscheid gehörten auch die Ortschaften Heilhausen, Kinzenburg (Teil), Kopscheid, Lauperath und Pintesfeld.[7] Der Status der Freiheit Waxweiler innerhalb der Herrschaft Neuerburg und zugleich innerhalb des Herzogtums Luxemburg blieb bis 1794 unverändert.[6]

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, besetzt und im Oktober 1795 annektiert. Unter der französischen Verwaltung gehörte das Gebiet zum Kanton Arzfeld, der verwaltungsmäßig dem Departement Wälder zugeordnet war. Waxweiler wurde Hauptort (chef-lieu) einer Mairie.[8]

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das vormals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Waxweiler, damals in der Regel noch „Wachsweiler“ geschrieben, von 1816 an dem Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier und von 1822 an zur Rheinprovinz. Waxweiler wurde Sitz der gleichnamigen Bürgermeisterei, zu der acht Gemeinden gehörten.[8]

In der Eiflia illustrata aus den 1850er Jahren wurde für Waxweiler angemerkt, dass der Ort seit der preußischen Besitznahme ein ganz anderes Ansehen erhalten habe, die Straßen sind gepflastert und mehrere neue Häuser gebaut worden. Waxweiler war seit 1821 Sitz eines Friedensgerichts, hatte eine Apotheke und eine Postexpedition erhalten. Jährlich wurden zwei Kram- und Viehmärkte gehalten. [6]

Am 1. April 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Heilhausen eingemeindet.[9]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Waxweiler bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][2]

Jahr Einwohner
1815 590
1835 793
1871 759
1905 764
1939 915
1950 1.033
Jahr Einwohner
1961 974
1970 1.073
1987 1.155
1997 1.228
2005 1.138
2014 1.062

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Waxweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[10]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 4 7 5 16 Sitze
2009 3 8 5 16 Sitze
2004 9 7 16 Sitze

Bürgermeister

2014 wurde Manfred Groben auf Wahlvorschlag der CDU mit 65,6 % der Stimmen zum Ortsbürgermeister gewählt. Er löste Klaus Juchmes in diesem Amt ab.

Wappen

Wappenbeschreibung:

„Gespalten und vorn erhöht geteilt, oben in Gold (Gelb) ein rotes Ankerkreuz, unten neunmal von Silber (Weiß) und Blau geteilt; hinten in Rot eine auf- und linksgerichtete, goldene (gelbe) Schlange, von liegendem silbernen (weißen) Doppelhaken durchbohrt.“

Wappenbegründung:

Das rote Ankerkreuz entstammt dem Wappen der Irmgard von Bolchen, die 1414 Waxweiler die Stadtrechte erteilte; Silber und Blau sind die Farben des Herzogtums Luxemburg, dem früheren Landesherrn; Die Farbe Rot in der linken Schildhälfte weist auf den Pfarrpatron, Johannes der Täufer, hin; die Schlange entstammt dem Wappen des Anfang des 17. Jahrhunderts in Waxweiler tätig gewesenen Pfarrers.

Das Wappen wurde von Joseph Decku aus Unkel entworfen und am 30. März 1967 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium genehmigt.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten von Waxweiler zählt insbesondere die um 1770 gebaute Pfarrkirche. Eine Gedenktafel erinnert hier an den sagenhaften Ursprung der Echternacher Springprozession. Der Legende nach hatten die Waxweiler vor der Kirche gefeiert und getanzt, statt drinnen der Predigt zu folgen. Zur Strafe verdammte sie der heilige Willibrord, von nun an immerwährend weiterzutanzen und zu springen. Später erlöste er sie jedoch gegen das Versprechen, nach Echternach zu pilgern, von wo aus der heilige Willibrord zu seiner Missionsarbeit aufgebrochen war. Noch heute ist es das Privileg der Waxweiler, die alljährlich am Pfingstdienstag stattfindende Prozession anzuführen.

Im Jahr 2004 wurden in der Kirche umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. Beim Aufbringen einer Holzschutzlasur im Dachstuhl des Kirchturms, einer der letzten Arbeiten im Rahmen der Renovierung, entstand jedoch am 16. Dezember 2004 ein Brand. Die tragenden Balken wurden trotz des raschen Eingreifens der umliegenden Feuerwehren schnell so weit geschwächt, dass der Dachstuhl des Turms einstürzte. Dabei durchschlug er das Dach eines Seitenschiffs und beschädigte ein benachbartes Haus.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die 1948 errichtete Mariensäule sowie mehrere alte Bußkreuze.

Verkehr

1907 wurde der Ort über die Bahnstrecke Pronsfeld–Waxweiler an die Westeifelbahn angeschlossen. Die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Eisenbahn­strecke wurde 1950 wieder eröffnet, doch schon 1964 stellte man den Personenverkehr wieder ein. 1987 wurde die Strecke ganz stillgelegt. Nach dem Rückbau der Gleise wird die Strecke zwischen Pronsfeld und Waxweiler heute als Rad- und Wanderweg genutzt.

Beim Bau der A 60 erhielt Waxweiler eine eigene Anschlussstelle.

Weblinks

 Commons: Waxweiler  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2014 , Seite 62 (PDF; 2,4 MB)
  4. Heinrich Beyer: Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band I, Coblenz: Hölscher, 1860, S. 242, Urkunde 180 (www.dilibri.de )
  5. Heinrich Beyer: Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band I, Coblenz: Hölscher, 1860, S. 159, Prümer Urbar (www.dilibri.de )
  6. 6,0 6,1 6,2 Johann Friedrich Schannat, Georg Bärsch: Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel, Band 3, Ausgabe 2, Teil 1, Mayer, 1854, S, 415 ff (Google Books )
  7. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn, Hermann Behrend, 1898, S. 38
  8. 8,0 8,1 Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier, Band 2, Trier, Lintz, 1846, S. 74 ff (Google Books )
  9. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 , Seite 199 (PDF; 2,6 MB)
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Waxweiler (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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