Wassen - LinkFang.de





Wassen


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wassen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wassen
Staat: Schweiz
Kanton: Uri UR
Bezirk: (Der Kanton Uri kennt keine Bezirke.)
BFS-Nr.: 1220
Postleitzahl: 6484 (Wassen)
6485 (Meien)
Koordinaten:
Höhe: 930 m ü. M.
Fläche: 97,02 km²
Einwohner: 428 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 4 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
17,4 % (31. Dezember 2014)[2]
Website: www.wassen.ch

Wassen mit mittlerer Meienreussbrücke

Karte

Wassen ist eine politische Gemeinde im Reusstal des Kantons Uri in der Schweiz.

Geographie

Wassen liegt auf 930 m ü. M. über dem linken Ufer der Reuss im oberen Teil des Urner Reusstals am Eingang zum Meiental und gehört somit zu den Urner Alpen. Die Meienreuss mündet bei Wassen in die Reuss.

Zur Gemeinde gehören im Reusstal das Dorf und einige kleine Häusergruppen. Im Meiental gibt es zahlreiche kleine Siedlungen und Häusergruppen. Die grössten sind Dörfli (1'280 m hoch), Färnigen (1'459 m ), Husen (1179 m) und Kapelle. Sie sind zwischen 3 und 7,5 km vom Dorf entfernt an der Passstrasse zum Sustenpass.

Nur 26 ha oder 0,3 % der Gemeinde sind Siedlungsfläche. Bedeutender ist zwar die Landwirtschaftsfläche mit 732 ha oder einem Anteil von 7,6 %. Doch der Grossteil des Gemeindeareals ist von Wald und Gehölz bedeckt (1726 ha oder 17,8 %) oder unproduktives Gebiet (Gewässer und Gebirge; 6546 ha oder 67 %).

Wassen grenzt im Norden an die Obwaldner Exklave Engelberg, an Attinghausen und an Erstfeld, im Osten an Gurtnellen, im Süden an Göschenen und im Westen an die Berner Oberländer Gemeinde Gadmen.

Wappen

Blasonierung

In weiss ein rotgezungter Bär mit geschultertem gelben Rundholz

Das Wappen hat seinen Ursprung im St. Gallus Patrozinium der Wassner Pfarrkirche. Der Legende nach wurde der heilige Gallus beim Bau seiner Zelle von einem Bären unterstützt. Bereits im 19. Jahrhundert zierten der heilige Gallus und der Bär das Pfarreisiegel der Kirche. Man geht davon aus, dass das Wappen in der heutigen Form Anfang 20. Jahrhundert entstanden ist.[3]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1349
1870 1312
1880 2726
1888 935
1920 1111
1930 815
1941 944
1960 879
1980 671
2000 465
2005 466

Die Einwohnerzahl der Gemeinde (bis 1875 gehörte Göschenen noch zu Wassen) blieb zwischen 1850 und 1870 stabil. Bedingt durch den Bau des Gotthardtunnels erreichte sie 1880 einen Allzeitrekord von 2726 Bewohnern (zusammen mit dem ausgegliederten Göschenen 5718 Personen; 1870–1880: +336 %). Nach der Eröffnung des Gotthardtunnels war sie höher als zuvor, da ein Teil der Bauarbeiter im Land blieb (1888: Göschenen und Wassen 1638 Einwohner, Wassen allein 935). Danach wuchs sie bis ins Jahr 1920 weiter stark an (1888–1920: +19 %). In den 1920er Jahren erfolgte eine gewaltige Auswanderungswelle (1920–1930: −296 Personen oder −27 %). Es kam zu einer kurzen teilweisen Erholung in den 1930er-Jahren (1930–1941: +16 %). Seither folgt ein stetiger Bevölkerungsrückgang. Bis 1960 hielt der sich noch in Grenzen (1941–1960: −7 %). Zwischen 1960 und 2000 sank die Einwohnerzahl um 414 Personen auf fast die Hälfte (1960–2000: −47,1 %). Seither ist die Zahl der Bewohner stabil geblieben.

Sprachen

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache Deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 94 % Deutsch, 2 % Serbokroatisch und 1 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen

Die Bevölkerung war früher vollumfänglich Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen dies immer noch erkennen. 409 Personen waren katholisch (88 %). Daneben gab es 5 % evangelisch-reformierte Christen, 1 % Muslime und 2 % Konfessionslose. 12 Personen (3 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität

Von den Ende 2005 466 Bewohnern waren 434 (93 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen aus Portugal, Deutschland, Italien und dem früheren Jugoslawien. Bei der Volkszählung 2000 waren 433 Personen (93 %) Schweizer Bürger; davon besassen neun Personen die doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an älteren Leuten. Während der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren knapp 19 % der Ortsbevölkerung ausmacht, sind ein Drittel der Bewohner Senioren (60 Jahre und älter). Viele Junge sind wegen fehlender Arbeits- und Unterhaltungsmöglichkeiten ins Urner Unterland abgewandert und dort geblieben.

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 27 42 19 48 84 90 103 52
Anteil 5,81 % 9,03 % 4,09 % 10,32 % 18,06 % 19,35 % 22,15 % 11,18 %

Sehenswürdigkeiten

  • Die katholische Kirche[4].

Politik

Legislative

Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie tritt meistens zweimal jährlich zusammen.

Exekutive

Der siebenköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist nebenamtlich tätig. Derzeitige Gemeindepräsident ist Marco Calcagni (Stand 2010).

Wirtschaft

Im Jahr 2005 gab es 18 Landwirtschaftsbetriebe, die 43 Stellen boten. Industrie und Gewerbe beschäftigten in 7 Arbeitsstätten 34, der Dienstleistungsbereich in 18 Betrieben 121 Personen (Beschäftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die Volkszählung 2000 ergab 20 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 50 Beschäftigten. Die Betriebszählung 2001 kam auf 5 Industrie- und Gewerbebetriebe mit 38 und 24 Dienstleistungsunternehmen mit 119 Beschäftigten. Von den im Jahr 2000 214 erwerbstätigen Personen Wassens arbeiteten 127 (59 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 198 Personen Arbeitsplätze an, von denen 127 (64 %) durch Einheimische besetzt waren.

Die 87 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in anderen Gemeinden des Kantons Uri. Darunter 29 Personen in Altdorf, 14 in Göschenen, 6 in Silenen und je 5 in Erstfeld und Andermatt. Bedeutendster Arbeitsort ausserhalb des Kantons war die Stadt Luzern.

Es gab aber auch 71 Zupendler. Diese kamen hauptsächlich aus Gurtnellen (14 Personen), Erstfeld und Göschenen (je 12), Schattdorf (11), Altdorf und Andermatt (je 5).

Verkehr

Wassen wurde durch den Bau der Gotthardbahn (1872–1882) weltberühmt. Die Kirche, welche während der Zugfahrt mehrfach aus verschiedenen Perspektiven zu sehen ist, wurde zum Wahrzeichen der Strecke. Mittels zweier Kehrtunnel (Wattinger Tunnel und Leggisteintunnel) wechselt die Gleisführung zweimal die Richtung in einer Doppelschleife, in deren Zentrum Wassen liegt. Dadurch passiert man Wassen und die Kirche dreimal und überquert ebenso oft die Meienreuss, einen Nebenfluss der Reuss. Die Reuss selbst wird flussaufwärts von Wassen zweifach überquert um den Wattinger Kehrtunnel auf dem gegenüberliegenden Ufer zu erreichen.

Durch die Doppelschleife wird die Strecke von der Unteren Meienreussbrücke zum Portal des Naxbergtunnels (Luftlinie ungefähr 2 Kilometer) auf etwa 8 Kilometer verlängert, um die Steigung der Bahnlinie in dem gebirgigen Terrain auf 26 ‰ begrenzen zu können. Von der Kirche aus hat man einen wunderschönen Panoramablick auf das obere Reusstal.

Im Bahnhof Wassen halten keine Züge mehr; der Ort wird im öffentlichen Verkehr über die im Ortszentrum haltende Buslinie Flüelen–Göschenen der Auto AG Uri im Stundentakt bedient.

Wassen ist Ausgangspunkt der Strasse durch das Meiental über den Sustenpass ins Berner Oberland.

Literatur

  • Thomas Brunner: Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band 4: Oberes Reusstal und Urseren. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2008 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 114). ISBN 978-3-906131-89-4. S. 178–236.

Weblinks

 Commons: Wassen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. https://www.pxweb.bfs.admin.ch/Selection.aspx?px_language=de&px_db=px-x-0102020000_201&px_tableid=px-x-0102020000_201\px-x-0102020000_201.px&px_type=PX
  3. Gemeindewappen von Wassen UR
  4. Thomas Brunner: Wassen und seine Kirche. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 808, Serie 81). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2007, ISBN 978-3-85782-808-9.

Kategorien: Ort im Kanton Uri | Schweizer Gemeinde

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wassen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.