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Wannseebahn


Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Eisenbahnstrecke Wannseebahn. Für die S-Bahntriebwagen ET 165.8 (Bauart Wannseebahn) siehe DR-Baureihe ET 165.
Wannseebahn
Bahnhof Nikolassee
Streckennummer:6032 Nord-Süd-Tunnel–Schöneberg
6033 Schöneberg–Wannsee
6024 Wannsee–Potsdam
6184 Gütergleis Zehlendorf–Wannsee
Kursbuchstrecke (DB):200.1
Streckenlänge:27,8 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:750 V =
Höchstgeschwindigkeit:100 km/h
von Berlin Friedrichstraße
4,5 Berlin Anhalter Bahnhof
nach Berlin Südkreuz
Nord-Süd-Fernbahn
Berlin Potsdamer Bahnhof / Wannseebahnhof
Berlin Potsdamer Gbf
6,1 Berlin Yorckstraße (Großgörschenstraße)
Berlin Großgörschenstraße (bis 1939)
6,8 Berlin Julius-Leber-Brücke
7,6
3,5
Berlin-Schöneberg Ringbahn
von der Ringbahn (Gütergleis)
4,6 Berlin-Friedenau
5,7 Berlin Feuerbachstraße
Berlin-Steglitz Gbf
6,9 Berlin Rathaus Steglitz
8,2 Berlin Botanischer Garten
9,2 Berlin-Lichterfelde West
nach Schönow/Zehlendorf
10,8 Berlin Sundgauer Straße
12,0 Berlin-Zehlendorf
nach Berlin-Düppel
14,0 Berlin Mexikoplatz
15,3 Berlin-Schlachtensee
17,3 Berlin-Nikolassee (Wannseebahn)
von Berlin Westkreuz
18,6
24,1
Berlin-Wannsee
nach Stahnsdorf
nach Bad Belzig
Landesgrenze Berlin / Brandenburg
von Berlin-Düppel
28,7 Potsdam Griebnitzsee
31,2 Potsdam-Babelsberg
33,1 Potsdam Hbf
nach Magdeburg

Rechts das Streckenband der Ferngleise (bis Zehlendorf
und ab Griebnitzsee Teil der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg).
Die Kilometrierung von Schöneberg bis Wannsee bezieht sich
auf den früheren Wannseebahnhof.

Die Wannseebahn ist eine Berliner Vorortbahnstrecke vom Potsdamer Platz über die Ringbahnstation Schöneberg bis zum Bahnhof Berlin-Wannsee am Wannsee, nach dem sie benannt wurde, sowie darüber hinaus bis nach Potsdam. Sie wird von den Linien S1 und S7 der Berliner S-Bahn bedient.

Geschichte

Die Alte Wannseebahn

Siehe auch: Geschichte der Berliner S-Bahn

Die Alte Wannseebahn wurde 1874 erbaut. Ziel war es, eine separate Vorortverbindung zwischen Berlin und Potsdam vor allem für den Ausflugsverkehr zu schaffen. Hierzu entstand eine neue Strecke zwischen den Bahnhöfen Zehlendorf über Wannsee zum damals neu eingerichteten Bahnhof Neubabelsberg, dem heutigen Bahnhof Griebnitzsee. Die Wannseebahn zweigte in Zehlendorf von der aus Berlin kommenden „Stammbahn“ ab, um sich in Neubabelsberg wieder mit ihr zu treffen. Nachdem die Stammbahn seit 1872 auch die neue Villenkolonie Lichterfelde-West mit Berlin verband, sollten nun die weiteren neu entstehenden Wohngebiete Schlachtensee und Wannsee mit einer eigenen Vorortbahn erschlossen werden.

Zwischen Wannsee und Kohlhasenbrück wurden 1879 separate Ferngleise der Wetzlarer Bahn neben den Vorortgleisen der Wannseebahn gebaut. Auch zwischen Berlin und Zehlendorf sowie Kohlhasenbrück und Potsdam sollte die Vorortbahn ein eigenes Gleispaar erhalten. Aus finanziellen Gründen wurde dies jedoch zunächst zurückgestellt.[1]

Die offizielle Eröffnung der Erweiterung erfolgte am 1. Juni 1874. Anders als für den zwei Jahre vorher eröffneten Bahnhof Lichterfelde-West, bei dem der Erbauer der Villenkolonie Johann Anton Wilhelm von Carstenn die Finanzierung vollständig übernahm, wurden die neuen Bahnhöfe von der Bahngesellschaft und dem preußischen Staat geplant und erbaut.

Die Neue Wannseebahn

Im Jahr 1887 wurden die Finanzmittel für ein eigenes Vorortgleispaar zwischen Berlin und Zehlendorf, ein Jahr später für den Abschnitt zwischen Kohlhasenbrück und Potsdam bereitgestellt.[1] Am 1. Oktober 1891 wurde die Neue Wannseebahn eröffnet, die erste von Ferngleisen abgekoppelte separate Vorortstrecke in Deutschland mit eigenem Vororttarif. Damit gab es zwischen dem Potsdamer Bahnhof (heute: Bahnhof Potsdamer Platz) und Zehlendorf sowie zwischen Wannsee und Potsdam getrennte Gleise für Fern- und den Vorortverkehr.

Westlich des Potsdamer Fernbahnhofs wurde ein eigener Vorortbahnhof für die Wannseebahn errichtet. Zwischen Landwehrkanal und Yorckstraße entstanden ausgedehnte Gleisanlagen zum Abstellen der Wagen und ein Lokschuppen für 26 Maschinen und eine Reparaturwerkstatt.[1]

Vom 13. Juli 1900 bis zum 1. Juli 1902 kam es zwischen Berlin und Zehlendorf zu einem ersten elektrischen Versuchsbetrieb mit 750 Volt Gleichstrom und von oben bestrichener Stromschiene, im Mischbetrieb mit den Dampfzügen nach Potsdam.

Eine besondere Zuggruppe, die später „Bankierzüge“ genannt wurde, führte man 1903 ein. Diese verkehrten von Berlin bis Zehlendorf ohne Halt und hielten erst ab dort an den nachfolgenden Stationen. Diese Züge führten auf der Wannseebahn im ersten Abschnitt bis Zehlendorf zu Behinderungen. Deswegen wurden die Züge ab 1907 bis Zehlendorf auf die Ferngleise geleitet und dort über die Überleitungsgleise auf die Vorortstrecke. Zwischen 1911 und 1912 wurde das alte Überführungsgleis von Wannsee nach Zehlendorf durch eine kreuzungsfreie Überführung ersetzt.

Am 1. März 1933 wurde der Kreuzungsbahnhof Schöneberg (ursprünglich unter dem Namen Ebersstraße) eröffnet, der das Umsteigen in die Ringbahn erleichterte. Dies war vorher nur mit langem Fußweg über den sogenannten „Hammelgang“ zwischen den Bahnhöfen Großgörschenstraße und Kolonnenstraße unter der Langenscheidtbrücke hindurch möglich.

Die Wannseebahn wurde bis 1933 mit Dampfzügen befahren. Ab dem 15. Mai 1933 wurde die 18,61 Kilometer lange Strecke auf elektrischen Betrieb umgestellt. Dabei wurden auch gleichzeitig einige neue Bahnhöfe errichtet (Sundgauer Straße, Feuerbachstraße). Auch die Fernbahngleise der Stammbahn erhielten zwischen dem Berlin/Potsdamer Fernbahnhof und Zehlendorf auf 12,06 Kilometer Länge von unten bestrichene Stromschienen, sodass die „Bankierszüge“ nun mit speziell hierfür entwickelten, 120 km/h schnellen Fahrzeugen der DR-Baureihe ET 125 ebenfalls auf elektrischen Betrieb umgestellt werden konnten. Anlässlich der Elektrifizierung der Wannseebahn wurden 51 Viertelzüge (fast 13 Vollzüge) der Bauart Wannsee beschafft, weiterhin wurde das neue S-Bahnbetriebswerk Wannsee eingerichtet.

Nachdem 1939 der Nord-Süd-Tunnel fertiggestellt wurde, konnte die S-Bahn erstmals am 6. Oktober von Wannsee über den Tunnelbahnhof Friedrichstraße bis Oranienburg fahren. Der Betrieb der Bankierszüge, die weiterhin im oberirdischen Potsdamer Fernbahnhof wendeten, erfolgte noch bis 1944.

Die Nachkriegszeit

Im Zweiten Weltkrieg wurde Anfang Mai 1945 kurz vor Ende der Schlacht um Berlin der Nord-Süd-Tunnel aufgrund einer Sprengung der Tunneldecke unter dem Landwehrkanal geflutet. Auch an der Spreeunterfahrung gab es Schäden. Die Züge der Wannseebahn mussten zunächst bis Sommer 1946 im oberirdischen Potsdamer Ring- und Vorortbahnhof wenden, anschließend wurden sie zum unterirdischen Anhalter Bahnhof geführt.

Erst nach der vollständigen Reparatur der Tunnelstrecken wurde der durchgehende Betrieb im Tunnel im November 1947 wieder aufgenommen; die Wannseebahnzüge fuhren erneut nach Oranienburg. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 musste der Verkehr auf den Abschnitt Wannsee–Frohnau gekürzt werden, wobei an den Ost-Berliner Tunnelbahnhöfen (mit Ausnahme des Bahnhofs Friedrichstraße als Grenzübergang) nicht gehalten wurde.

Nach einem Streik der West-Berliner Beschäftigten der Deutschen Reichsbahn 1980 wurde der Fahrgastbetrieb der Wannseebahn nicht wieder aufgenommen. Sie diente aber weiterhin für Betriebsfahrten zwischen dem Nord-Süd-Tunnel und der Betriebswerkstatt Wannsee, um Züge von den Strecken Lichtenrade/Lichterfelde-SüdHeiligensee überführen zu können.

Nach der Übernahme des West-Berliner S-Bahnnetzes durch den Berliner Senat am 9. Januar 1984 wurde entschieden, die Wannseebahn wieder in Betrieb zu nehmen. Hierfür waren umfangreiche Arbeiten insbesondere an den Bahnhöfen erforderlich. Erst am 1. Februar 1985 konnte die Strecke wiedereröffnet werden. Die Bedienung erfolgte über die Linie S1, die zwischen Anhalter Bahnhof und Wannsee verkehrte.

Entwicklung seit 1989

Nach dem Fall der Berliner Mauer ist die Strecke seit 1992 Bestandteil der Linie S1 von Wannsee bis Oranienburg. Im gleichen Jahr wurde auch der S-Bahnverkehr zwischen Wannsee und Potsdam wieder aufgenommen, dieser wird heute von der Linie S7 bedient.

Zwischen 1999 und 2003 wurde die Strecke zwischen Anhalter Bahnhof und Wannsee in mehreren Bauabschnitten grundlegend saniert. Durch Installation neuer Signaltechnik und eines Elektronischen Stellwerks ist nun ein 5-Minuten-Takt auf diesem Streckenabschnitt möglich.[2]

Heute ist die Wannseebahn wieder eine wichtige Verbindung aus den südwestlichen Wohngebieten nach Berlin-Mitte sowie in das Parlaments- und Regierungsviertel. Die Nachfrage ist stetig gestiegen, sodass neben dem 10-Minuten-Grundtakt seit einigen Jahren auf dem südlichen Teil der Linie S1 zusätzliche Verstärkerzüge in der Hauptverkehrszeit eingesetzt werden, die derzeit aufgrund der Betriebseinschränkungen bei der Berliner S-Bahn jedoch nicht gefahren werden.

Die weitgehend eingleisige Strecke zwischen Berlin-Wannsee und Potsdam Hauptbahnhof ist verspätungsanfällig. Daher soll ein rund 700 Meter langer Streckenabschnitt vom Potsdamer Hauptbahnhof in Richtung Babelsberg zweigleisig ausgebaut werden, das bestehende Kehrgleis am Potsdamer Hauptbahnhof muss von der Ost- auf die Westseite verlegt werden. Eine Fertigstellung der Maßnahme wird bis 2019 angestrebt, bei Gesamtkosten von rund 6,6 Millionen Euro.[3]

Literatur

  • Die neue Vorortbahn Berlin–Potsdam (Wannseebahn) und der Umbau des Potsdamer Bahnhofs in Berlin. In: Centralblatt der Bauverwaltung, 11. Jahrgang 1891, Nr. 39 (vom 26. September 1891), S. 378 f.
  • Michael Braun, Udo Dittfurth: Die elektrische Wannseebahn. Zeitreisen mit der Berliner S-Bahn durch Schöneberg, Steglitz und Zehlendorf. Hrsg.: Berliner S-Bahn-Museum. Verlag GVE, Berlin 2004, ISBN 3-89218-085-7.

Weblinks

 Commons: Wannseebahn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Manfred Berger: Sachsen, Preußen, Mecklenburg und Thüringen. (= Historische Bahnhofsbauten, Band 1.) Transpress-Verlag, Berlin 1980, S. 192–194.
  2. 20 Jahre Mauerfall - Abschluss der Sanierung der S1. S-Bahn Berlin GmbH, 8. Februar 2010, abgerufen am 2. August 2012.
  3. Potsdam: S-Bahn soll schneller werden. Land finanziert Planungen für die Bahn. Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 5. Mai 2014, abgerufen am 11. Mai 2014.

Kategorien: S-Bahn Berlin | Bahnstrecke in Berlin | Bahnstrecke in Brandenburg | Verkehr (Potsdam) | Spurweite 1435 mm

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