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Walter Euchner


Walter Euchner (* 31. Oktober 1933 in Stuttgart; † 25. August 2011 in Göttingen[1]) war ein deutscher Politikwissenschaftler.

Leben

Nach dem Abitur absolvierte Euchner ein Studium der Rechtswissenschaft, Soziologie, Geschichte und Politikwissenschaft in Tübingen, München, Heidelberg und Frankfurt am Main. Von 1960 bis 1963 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Universität Tübingen. 1963 wechselte er als Assistent des Politologen Iring Fetscher an die Universität Frankfurt am Main, wo er bis 1971 auch Lehraufträge erhielt. 1966 wurde er mit einer Studie über das Naturrecht bei John Locke zum Doktor der Philosophie promoviert. 1971 nahm Euchner einen Ruf als Professor auf den Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen an, den er bis zu seiner Emeritierung 1999 innehatte.

Euchner forschte zu Fragen der politischen Ideengeschichte, der deutschen Innenpolitik, der politischen Metaphorik sowie zu den sogenannten biopolitics, wobei er sich für Letzteres vor allem mit den sozialen und politischen Implikationen der selbstgesteuerte Evolution durch Gentechnologie, Künstliche Intelligenz und Robotik beschäftigte.[2]

Walter Euchner war mit der Hochschullehrerin Jutta Euchner (1933–2006) verheiratet.[3]

Werke

  • Naturrecht und Politik bei John Locke, Frankfurt am Main 1967; zweite Auflage 1979.
  • Positionen des modernen Marxismus, Stuttgart: Klett 1970.
  • Egoismus und Gemeinwohl: Studien zur Geschichte der bürgerlichen Philosophie, Frankfurt am Main 1973.
  • Der historische Aspekt sozialwissenschaftlicher Theorie und politische Bildung, Göttingen: Schwartz 1975.
  • Karl Marx, München: Beck 1983.
  • Die Staatsphilosophie des Thomas Hobbes, Hagen 1987.
  • Politische Opposition in Deutschland und im internationalen Vergleich, Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1993.
  • Das Scheitern diktatorischer Legitimationsmuster und die Zukunftsfähigkeit der Demokratie, Berlin: Duncker und Humblot 1995.
  • John Locke zur Einführung, Hamburg: Junius 1996; zweite, überarbeitete Auflage 2004.
  • Was ist eine Nation?, Hamburg 1996.
  • Geschichte der sozialen Ideen in Deutschland, Essen: Klartext-Verlag 2000.
  • Die Funktion der Verbildlichung in Politik und Wissenschaft, Berlin 2008.

Herausgeberschaften

  • Thomas Hobbes: Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines bürgerlichen und kirchlichen Staates, Neuwied: Luchterhand 1966. (Euchner nahm hierfür eine Übersetzung des Leviathan vor.)
  • John Locke: Zwei Abhandlungen über die Regierung, Frankfurt am Main: Europäische Verlags-Anstalt 1967.
  • Zusammen mit Alfred Schmidt: Kritik der politischen Ökonomie heute, Frankfurt am Main: Europäische Verlags-Anstalt 1968.
  • Bernard Mandeville: Die Bienenfabel, Frankfurt am Main 1968.
  • Klassiker des Sozialismus, München 1991.
  • Länder-Enquete-Kommissionen als Instrumente der Politikberatung, Baden-Baden: Nomos 1993.

Literatur

  • Das Scheitern diktatorischer Legitimationsmuster und die Zukunftsfähigkeit der Demokratie: Festschrift für Walter Euchner, Berlin 1995.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Traueranzeige
  2. Prof. Euchners Seite auf der Webpräsenz des Instituts für Politikwissenschaft der Georg-August-Universität Göttingen
  3. Widmung in Die Funktion der Verbildlichung in Politik und Wissenschaft, Berlin 2008.


Kategorien: Gestorben 2011 | Geboren 1933 | Hochschullehrer (Georg-August-Universität Göttingen) | Deutscher | Mann | Politikwissenschaftler

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Walter Euchner (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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