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Waldorf (Rheinland-Pfalz)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: AhrweilerVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Bad Breisig
Höhe: 156 m ü. NHN
Fläche: 7,61 km²
Einwohner: 844 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53498
Vorwahl: 02636
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 081
Adresse der Verbandsverwaltung: Bachstraße 11
53498 Bad Breisig
Webpräsenz: www.gemeinde-waldorf.de
Ortsbürgermeister: Hans-Dieter Felten
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Waldorf ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Breisig an.

Geographie

Waldorf liegt im Vinxtbachtal und am Rande des Vulkanparks Brohltal zwischen Sinzig und Niederzissen, unterhalb des erloschenen Vulkans Bausenberg. Zu Waldorf gehören die Wohnplätze Adamsmühle, Marienhöhe und Ockenfelsmühle.[2]

Geschichte

Untersuchungen des Historikers Eugen Ewig ergaben, dass die Geschichte des Ortes bis 646 n. Chr. nachzuweisen ist. Der Ort war erstmals in einer Urkunde vom 1. Juni 960 nachweisbar, in der eine Schenkung des Merowingerkönigs Sigibert III. (630–656) zugunsten der Abtei St. Martin bei Metz beschrieben wurde. Der Ortsname wurde erstmals im Jahr 1033 als Walendorp (= Dorf der Walen) genannt.[3]

Um 1540 brannte das halbe Dorf Waldorf mitsamt der Kirche ab. Zu dieser Zeit lebten etwa 200 Personen in 42 Familien in dem Ort.[4] Von 1666 bis 1668 litt Waldorf unter der Pest.[5]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war Waldorf eine zum kurkölnischen Amt Andernach gehörende Unterherrschaft. Die „Herrschaft Waldorf“ bestand nur aus dem Dorf Waldorf und war eine Erbvogtei und Lehen der Abtei Stablo im Besitz der Freiherren Walpot von Bassenheim zu Bornheim.[6] Diese übten auch das Vorschlagsrecht für den Pfarrer an der Kirche St. Remaklus zu Waldorf aus.

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer besetzt. Unter der französischen Verwaltung gehörte Waldorf zur Mairie Niederbreisig im Kanton Andernach, der dem Rhein-Mosel-Departement zugeordnet war. Nach den auf dem Wiener Kongress geschlossenen Verträgen kam die Region, damit auch Waldorf, 1815 zum Königreich Preußen. Waldorf gehörte von 1816 an zur Bürgermeisterei Niederbreisig im Kreis Ahrweiler, der Teil des Regierungsbezirks Coblenz und von 1822 an der Rheinprovinz war.

Bei dem großen Brand am 23. Dezember 1824 wurden 70 Häuser ein Raub der Flammen.[3]

Seit 1946 gehört die Gemeinde zum Land Rheinland-Pfalz und seit 1969 der Verbandsgemeinde Bad Breisig an.

1996 feierte die Gemeinde ihr 1350-jähriges Bestehen.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Waldorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][8]

Jahr Einwohner
1815 622
1835 742
1871 717
1905 712
1939 606
1950 633
Jahr Einwohner
1961 660
1970 684
1987 778
1997 841
2005 926
2014 844

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Waldorf besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei der Wahl im Jahre 2004 wurden die Ratsmitglieder in einer Mehrheitswahl gewählt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[9]

Wahl CDU FWG Gesamt
2014 4 8 12 Sitze
2009 4 8 12 Sitze
2004 per Mehrheitswahl 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Verbandsgemeinde Bad Breisig e.V.

Wappen

Die Wappenbeschreibung gemäß der Angabe des Landeshauptarchivs Koblenz vom 16. Dezember 1987: „Schild durch einen blauen Wellenstabbalken geteilt, oben in Gold ein schwarzer, rotbewehrter, schreitender Wolf, einen schräg links gestellten roten Bischofsstab tragen; unten gespalten, vorne in Silber ein schwarzes, durchgehendes Kreuz; hinten von Silber und Rot zwölffach geständert.“

Die obere Hälfte symbolisiert die Attribute des Hl. Remaklus. Der teilende Wellenbalken versinnbildlicht den Vinxtbach, die alte Territorial- und Sprachgrenze zwischen Unter- und Obergermanien. Der untere Teil weist auf die „alten“ Herrschaftsverhältnisse hin: das schwarzes Kreuz auf silbernen Grund symbolisiert die Landesherrschaft des Kurfürstentums Köln, das rot-silber zwölffach geständertes Kreuz weist auf die Freiherren Walpot von Bassenheim hin.

Kultur

Mit dem TheaterTotal gastiert alljährlich das überregional bedeutende Theaterprojekt aus Bochum in der Vinxtbachhalle. TheaterTotal ist ein Off-Theaterprojekt jugendlicher Schauspieler, das keine eigene Spielstätte und kein festes Ensemble hat.[10]

Veranstaltungen

  • Spectaculum historiae, Dorffest mit Bezügen zu den geschichtlichen Stationen des Ortes
  • St.-Remaklus-Kirmes, am ersten Septemberwochenende eines jeden Jahres ausgetragen vom Katholischen Junggesellenverein Waldorf 1738 e. V.

Sehenswertes

  • St. Remaklus, Kirchenbau aus dem 14. Jahrhundert
  • Streuobstlehrpfad
  • Heimatmuseum

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Waldorf

Weblinks

 Commons: Waldorf  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile , Seite 6 (PDF; 2,2 MB)
  3. 3,0 3,1 Wilfried Dünchel: Waldorf ist fast 1350 Jahre alt, in Heimatjahrbuch 1995 Kreis Ahrweiler, S. 63 (Online )
  4. Wilfried Dünchel: Waldorf versank 1824 in Schutt und Asche, in: Heimatjahrbuch 2000 Kreis Ahrweiler, S. 108 (Online )
  5. Carl Bertram Hommen: Das Waldorfer Familienbuch von 1687 berichtet..., in: Heimatjahrbuch 1974 Kreis Ahrweiler, S. 94 (Online )
  6. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 55, 87.
  7. Angaben der Gemeinde
  8. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Website des Projekts

Kategorien: Ort im Landkreis Ahrweiler | Waldorf (Rheinland-Pfalz) | Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Waldorf (Rheinland-Pfalz) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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