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Waldheim


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Waldheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: MittelsachsenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Waldheim
Höhe: 266 m ü. NHN
Fläche: 41,62 km²
Einwohner: 9082 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 218 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04736
Vorwahl: 034327
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 570
Stadtgliederung: Kernstadt; 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Niedermarkt 1
04736 Waldheim
Webpräsenz: www.stadt-waldheim.de
Bürgermeister: Steffen Ernst (FDP)
}

Waldheim ist eine Kleinstadt im Landkreis Mittelsachsen. Sie war Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Waldheim.

Geografie

Die Stadt liegt in einem Talkessel der tief eingeschnittenen Zschopau, unterhalb der Talsperre Kriebstein.

Stadtgliederung

Ortsteile:

  • Waldheim – Stadtgebiet
  • Reinsdorf
    • Neumilkau
    • Vierhäuser
  • Massanei
  • Schönberg
  • Heiligenborn
    • Neuschönberg
    • Unterrauschenthal
    • Oberrauschenthal
    • Gilsberg
  • Gebersbach
  • Heyda
  • Knobelsdorf
  • Meinsberg
  • Neuhausen
    • Kaiserburg
  • Rudelsdorf

Nachbargemeinden

Angrenzende sind die Städte Roßwein, Hartha und Döbeln, Gemeinde Erlau, die Stadt Geringswalde und Gemeinde Kriebstein.

Geschichte

Im Jahr 1198 wurde der Name Waldheim erstmals erwähnt. 1271 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der Burg, die unter markmeißnischer Landesherrschaft stand. Im Jahre 1286 erhielt Waldheim das Stadtrecht. 1324 belehnte Markgraf Friedrich der Ernsthafte den Burggrafen Otto von Leisnig mit Waldheim und Zubehör. Seit 1364 war Waldheim im Besitz von Friedrich, Herr von Schönburg, der die Herrschaft Waldheim 1395 mit der Herrschaft Kriebstein vereinigte.[2] Im Jahr 1537 wurde die Reformation durch Elisabeth von Rochlitz eingeführt, zu deren Wittum die Herrschaft Kriebstein mit Waldheim gehörte. 1549 wurde das im Jahr 1405 gegründete Kloster aufgelöst. 1588 erwarb der sächsische Kurfürst Christian I. die Herrschaft Kriebstein mit Waldheim und integrierte sie ins Amt Rochlitz. Unter Kurfürst August dem Starken wurde das stark verfallene Schloss in ein Zucht-, Armen- und Waisenhaus umgewandelt. Das 1716 eröffnete Haus existiert bis in die Gegenwart als Justizvollzugsanstalt Waldheim. 1852 eröffnete die Bahnstrecke Riesa–Chemnitz, an der Waldheim einen Bahnhof erhielt.

Waldheim wurde seit 1856 durch das Gerichtsamt Waldheim und seit 1875 durch die Amtshauptmannschaft Döbeln verwaltet. 1952 kam die Stadt zum Kreis Döbeln im Bezirk Leipzig, der 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging. Zu DDR-Zeiten betrieb der VEB Typodruck Oschatz im Ortsteil Massanei ein Kinderferienlager.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Gebersbach[3] 1. Januar 1970 Zusammenschluss mit Knobelsdorf zu Gebersbach-Knobelsdorf
Gebersbach-Knobelsdorf[4] 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Ziegra zu Ziegra-Knobelsdorf
Gilsberg[5] vor 1875 Eingemeindung nach Heiligenborn
Heiligenborn[3] 24. August 1973
Heyda[3] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Knobelsdorf
Knobelsdorf[3] 1. Januar 1970 Zusammenschluss mit Gebersbach zu Gebersbach-Knobelsdorf
Meinsberg[3] 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Ziegra
Massanei[3] 1. Januar 1974
Neuhausen[3] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Meinsberg
Neumilkau (mit Vierhäusern)[5] vor 1875 Eingemeindung nach Reinsdorf
Neuschönberg[5] vor 1875 Eingemeindung nach Heiligenborn
Rauschenthal (Ober- und Unter-)[5] vor 1875 Eingemeindung nach Gilsberg
Reinsdorf[4] 1. Januar 1994
Richzenhain[6] 1. Juni 1905 Teileingemeindung, ein Teil nach Hartha umgegliedert
Rudelsdorf[3] 15. September 1961 Eingemeindung nach Gebersbach
Schönberg[3] 1. April 1968
Ziegra-Knobelsdorf 1. Januar 2013 Teileingemeindung, ein Teil nach Döbeln umgegliedert

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1834: 3.385
  • 1933: 12.507
  • 1946: 12.721 1
  • 1950: 12.588 2
  • 1960: 11.387
  • 1981: 10.811
  • 1984: 10.452
  • 1998: 9.576
  • 1999: 9.524
  • 2000: 9.432
  • 2001: 9.247
  • 2002: 9.217
  • 2003: 9.110
  • 2004: 9.081
  • 2007: 8.711
  • 2011: 8296
  • 2012: 9235
  • 2013: 9239
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

1 29. Oktober
2 31. August

Gedenkstätten

Politik

Kommunalwahlen in Waldheim 2014
 %
40
30
20
10
0
32,78
22,71
11,30
28,00
5,21
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Stadtrat

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte zu folgender Sitzverteilung[7]:

Wappen

Blasonierung: „Auf einem blauen Schild mit drei schmalen goldenen Umrahmungen einen goldenen Turm mit zwei Seitenausbauten und einem Mittelaufbau mit roten Dächern und drei goldenen Kreuzen.“

Städtepartnerschaften

Waldheim unterhält Städtepartnerschaften mit Landsberg am Lech in Oberbayern und Siófok (Ungarn).

Wirtschaft und Infrastruktur

Waldheim ist Sitz der Florena Cosmetic GmbH, eines traditionsreichen Herstellers für Körperpflegeprodukte. Florena ist seit 2002 eine Tochtergesellschaft der Beiersdorf AG, zu der auch Marken wie Nivea, Labello und Tesa gehören.

Verkehrsanbindung

Waldheim liegt an der Bahnstrecke Riesa–Chemnitz und wird von Elsterwerda und Chemnitz aus mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen bedient. Von 1893 bis zum 31. Mai 1997 existierte eine Bahnverbindung nach Rochlitz. Um die Jahrtausendwende gab es eine DB-Regional-Express-Direktverbindung zwischen Chemnitz und Berlin, welche über Waldheim führte. Ab dem 10. Dezember 2006 verkehrt über Waldheim dann der Vogtland-Express der Vogtlandbahn von Hof nach Berlin. Diese Verbindung wurde jedoch zum 1. Oktober 2012 auf Grund steigender Energie- und Infrastrukturkosten, welche nicht mehr durch die Fahrgeldeinnahmen gedeckt werden konnten, eingestellt und durch eine Buslinie ersetzt.[8]

Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus mit Fassade, Ratssaal und Rathausturm (1902 im Jugendstil errichtet), das knapp 4 m große Zifferblatt der Turmuhr ist das zweitgrößte in Deutschland
  • Marktplatz mit Wettinbrunnen (ebenfalls im Jugendstil) und nachgebildeter kursächsischer Postmeilensäule
  • Zschopaubrücke von Matthäus Daniel Pöppelmann
  • Kirche St. Nicolai von 1842
  • Schlosskirche St. Otto in der Justizvollzugsanstalt
  • Sächsisches Strafvollzugsmuseum in der Justizvollzugsanstalt
  • Jugendstilgebäude
  • Wachbergturm, 20,15 m hoher Aussichtsturm auf dem Wachberg. 1871 zum Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg gebaut[9]
  • Tafel zur Erinnerung an die Überquerung der Zschopau durch Napoleons Truppen am 6. Mai 1813
  • Eisenbahnviadukte der Bankrottmeile der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn (Heiligenborner Viadukt, Diedenhainer Viadukt)
  • Schaubergwerk „Kellerberg“
  • Napoleonstein

Staatliche Einrichtungen

Die Stadt war bekannt für das auch heute noch existierende Zuchthaus Waldheim. In diesem Gefängnis fanden im Jahre 1950 die Waldheimer Prozesse statt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Weblinks

 Commons: Waldheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Waldheim – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Geschichte der Stadt Waldheim
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. 4,0 4,1 Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  6. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  7. Wahlergebnis Stadtratswahlen 2014 , 1. Juli 2014
  8. Vogtland Express ab 1.10.2012 als Linienbus Vogtlandbahn.de, Abgerufen am 11. September 2014
  9. Wachbergturm Waldheim auf navigator-leipzig-mittelsachsen.de
  10. Urkunde der Aufnahme als Ehrenbürger

Kategorien: Waldheim | Ort im Landkreis Mittelsachsen | Gemeinde in Sachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Waldheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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