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Vorort (Geschichte)


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Vorort (Begriffsklärung)

Die Titulatur Vorort bezeichnete den zeitweiligen «Vorsitz» eines Kantons bzw. der Kantonshauptstadt innerhalb der Schweizerischen Eidgenossenschaft bis 1848. Einen Vorort bzw. mehrere davon besaß auch die Hanse.

Vorort in der alten Eidgenossenschaft bis 1798

In der Alten Eidgenossenschaft wurde bis 1798 derjenige Ort (Stand, Kanton), welcher eine Tagsatzung einberief und in dieser den Vorsitz führte, als Vorort bezeichnet. Im 15. Jahrhundert setzte sich die Stadt Zürich faktisch als Vorort der Eidgenossenschaft durch, was sich bis heute durch den ersten Platz Zürichs in der offiziellen Auflistung der Kantone widerspiegelt. Die Stellung Zürichs wurde insbesondere durch seinen Vorsitz in der jährlich stattfindenden Tagsatzung zur Abnahme der Jahresrechnung der Grafschaft Baden gefestigt. Nach der Reformation und der konfessionellen Spaltung der Eidgenossenschaft wurde Luzern zum Vorort der katholischen Kantone. 1798 wurde die Tagsatzung und damit auch die Titulatur des Vororts abgeschafft. Die zentralistisch organisierte Helvetische Republik hatte ihre Hauptstadt zuerst in Aarau, dann in Luzern und schliesslich in Bern.[1]

Schweizer Vororte 1803–1848

Nach der Neuordnung der Schweiz durch Napoleon wurde in der Mediationsverfassung 1803 die zentralistische Regierungsweise der Schweiz wieder zugunsten einer föderalistischeren Form aufgegeben. Anstelle der Hauptstadt Aarau sollten die Städte Zürich, Bern, Luzern, Freiburg im Üechtland, Solothurn und Basel jeweils für ein Jahr zum «Vorort der Schweiz» werden. Im Vorort fand die jährliche Tagsatzung der Kantone statt. Der jeweilige Bürgermeister oder Schultheiss des betreffenden Direktorialkantons führte den Vorsitz der Tagsatzung und erhielt den Titel «Landammann der Schweiz». Die Kanzlei als einzige ständige Institution der Schweiz zog jeweils mit allen Akten jährlich von Vorort zu Vorort. 1815 wurde die Auswahl der Vororte auf Zürich, Bern und Luzern eingeengt, die bis 1847 jeweils für zwei Jahre statt einem Sitz der eidgenössischen Kanzlei wurden. 1848 wurde Bern zum Sitz der schweizerischen Bundesbehörden und de facto zur Hauptstadt der Schweiz.

Vororte der deutschen Hanse

In der Hanse unterschied man einzelne Städtebündnisse, die sog. „Drittel“. Haupt-Vorort der gesamten Hanse war Lübeck. Innerhalb der Hanse unterschied man die lübisch-sächsischen, die westfälisch-preußischen und die gotländisch-livländischen Städte. Jedes „Drittel“ hatte einen Vorort. Zu Beginn waren dies Lübeck, Dortmund und Visby.

Offensichtlich war es vorteilhaft, die führende Stadt innerhalb eines Drittels zu sein, denn schon bald gab es innerhansische Auseinandersetzungen um die Aufteilung und Führung der Drittel. Köln löste Dortmund in der Führung des westfälisch-preußischen Drittels ab, Zwischen Visby und Riga wechselte die Führungsrolle im gotländisch-livländischen Drittel mehrfach. Die damalige Bedeutung Lübecks wird auch daran deutlich, dass die Führungsrolle der Stadt im mächtigsten lübisch-sächsischen Drittel niemals angegriffen wurde.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Andreas Fankhauser: Helvetische Republik im Historischen Lexikon der Schweiz

Kategorien: Schweizerische Politikgeschichte | Geschichte der Schweiz in der Frühen Neuzeit | Schweizerische Geschichte (19. Jahrhundert)

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