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Vogelspinnenartige


Vogelspinnenartige

Systematik
Überstamm: Urmünder (Protostomia)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige
Wissenschaftlicher Name
Mygalomorphae
Pocock, 1892

Vogelspinnenartige (Mygalomorphae) sind eine Unterordnung von Spinnentieren aus der Ordnung der Webspinnen. Eine ältere Bezeichnung ist „Orthognatha“. Umgangssprachlich werden manchmal alle Vertreter der Unterordnung als „Vogelspinnen“ bezeichnet, was aber zu Verwechslungen mit der systematischen Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) führt. Die Vogelspinnenartigen umfassen 16 Familien mit 336 Gattungen und insgesamt 2870 Arten.[1] (Stand: Februar 2016)

Merkmale

Die Tiere sind häufig relativ groß und leben vorwiegend in warmen Klimata. Die Mundwerkzeuge (Cheliceren) arbeiten fast parallel zueinander (orthognath), nicht zangenartig gegeneinander (labidognath). Die Augen liegen meist nahe beieinander auf einem flachen Hügel auf der Rückenpanzerung (Carapax). Die Hüften der Pedipalpen (in Fühler umgewandeltes Beinpaar der Spinnen) ähneln außer bei den Atypidae stark den Hüften der Beine. Sie haben meist zwei Paar Fächertracheen und vier, seltener drei Ostienpaare sowie zwei Paar Coxaldrüsen.

Vogelspinnenartige haben meist zwei Paar, seltener eine oder drei Paar Spinnwarzen. Das vordere und das mittlere Spinnwarzenpaar fehlen immer, es existiert weder ein Cribellum noch ein Calamistrum.

Die Eingänge der Samenspeicher (Spermathek oder Receptacula seminis) gehen direkt von der Vagina aus, den Weibchen fehlt eine regulierbare, die inneren Geschlechtsorgane blockierende Abdeckung (Epigyne) und damit auch die Möglichkeit, die zum Uterus externus führenden Befruchtungsgänge für den Samen zu verschließen, bzw. Paarung und Befruchtung der Eier zeitlich voneinander zu trennen, wie es bei den Weibchen entelegyner Webspinnen der Fall ist. Einfacher gebaut sind auch die Pedipalpen der Vogelspinnenartigen, sowie die bei den Männchen zum sekundären Geschlechtsorgan umgewandelten Bulben an deren Ende, welche bei dieser Unterordnung meist birnenförmig und stark gepanzert sind.

Bei den Vogelspinnenartigen erreichen beide Geschlechter in der Regel ein wesentlich höheres Alter als es von den echten Webspinnen bekannt ist, wobei die Weibchen die Männchen stets deutlich überdauern (Brachypelma smithi-Weibchen in Gefangenschaft etwa bis zu 25 Jahre, Weibchen einiger Atypus-Arten immerhin bis 10 Jahre). Auch das wird als archaisches Merkmal dieser Spinnen aufgefasst.[2]

Ähnlich große Arten finden sich auch unter den folgenden Familien der echten Webspinnen:

Äußere Systematik

Webspinnen (Araneae) 
 Opisthothelae 

 Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)


     

 Echte Webspinnen (Araneomorphae)



     

 Gliederspinnen (Mesothelae)



Innere Systematik

Die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Vogelspinnenartigen zeigt das nachfolgende Kladogramm. Nicht im Kladogramm enthalten, ist die Familie Euctenizidae (7 Gattungen, 75 Arten), eine frühere Unterfamilie der Cyrtaucheniidae. Gattungs- und Artenanzahlen gemäß World Spider Catalog.[1] (Stand: Februar 2016)

 
 
 

 Microstigmatidae – 7 Gattungen, 16 Arten


     

 Mecicobothriidae – 4 Gattungen, 9 Arten



 

 Hexathelidae – 12 Gattungen, 113 Arten


 

 Dipluridae – 24 Gattungen, 188 Arten


 

 Braune Falltürspinnen (Nemesiidae) – 45 Gattungen, 393 Arten


 

 Barychelidae – 42 Gattungen, 295 Arten


 

 Paratropididae – 4 Gattungen, 11 Arten


     

 Vogelspinnen (Theraphosidae) – 131 Gattungen, 986 Arten








 
 

 Antrodiaetidae – 2 Gattungen, 35 Arten


     

 Tapezierspinnen (Atypidae) – 3 Gattungen, 51 Arten



 

 Cyrtaucheniidae – 11 Gattungen, 107 Arten


 

 Idiopidae – 22 Gattungen, 323 Arten


 

 Eigentliche Falltürspinnen (Ctenizidae) – 9 Gattungen, 130 Arten


 

 Actinopodidae – 3 Gattungen, 47 Arten


     

 Migidae – 10 Gattungen, 91 Arten








Weblinks

 Commons: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Coddington, J. A. and H. W. Levi. 1991. Systematics and evolution of spiders (Araneae). Annual Review of Ecology and Systematics 22:565–592.
  • Miller, J. A. and F. A. Coyle. 1996. Cladistic analysis of the Atypoides plus Antrodiaetus lineage of mygalomorph spiders (Araneae, Antrodiaetidae). Journal of Arachnology 24:201–213.
  • Hans Ekkehard Gruner (Hrsg.), M. Moritz, W. Dunger; 1993; Lehrbuch der speziellen Zoologie, Band I: Wirbellose Tiere, 4. Teil: Arthropoda (Ohne Insekta)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Currently valid spider genera and species im World Spider Catalog, Version 17.0. Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern. Abgerufen am 17. Februar 2016
  2. Marcus Schmitt: Wo die wilden Kerle wohnen: Vogelspinnenverwandtschaft (Atypus affinis, Araneae) im Ruthertal zwischen Werden und Kettwig (Essen). , Elektronische Aufsätze der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet 12 (2008): 1-9; S. 3. (PDF; 680 KB)

Kategorien: Vogelspinnenartige

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Vogelspinnenartige (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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