Vladimir Nazor - LinkFang.de





Vladimir Nazor


Vladimir Nazor (* 30. Mai 1876 in Postira, Insel Brač; † 19. Juni 1949 in Zagreb) war ein kroatischer Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer. Im Alter war er auch Partisan und Politiker.

Leben

Nazor war der Sohn eines Verwaltungsbeamten auf der dalmatinischen Insel Brač. Er besuchte dort zunächst die Volksschule und danach 1886 das Gymnasium in Split, wo er 1894 die Matura ablegte. Er studierte Naturwissenschaften in Graz und ein Semester in Zagreb. Nach dem Examen 1902 übte er eine Lehrtätigkeit als Referendar in Split, als Studienrat 1901–1903 in Zadar, 1903–1906 in Pazin, 1906–1908 in Kopar, 1908–1918 in Kastav und von 1918-1920 in Zagreb aus. Danach zog er sich als Leiter eines Kinderheimes nach Crikvenica zurück, unterbrochen für kurze Zeit (1926) in Sušak. Seine letzten aktiven Jahre weilte er von 1931 bis 1933 in Zagreb, ehe er sich pensionieren ließ. Nazor lebte sodann weiter in Zagreb, mit Ausnahme eines kurzen Aufenthaltes auf seiner Heimatinsel Brač. Seit 1940 war er Mitglied der Akademie. Bereits als betagter Mann schloss er sich Ende 1942 gemeinsam mit Ivan Goran Kovačić den Partisanen Titos an, wo er eine leitende Funktion erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tod war er Vorsitzender des Präsidiums des kroatischen Parlaments. Nazor wurde auf dem Mirogoj-Friedhof in Zagreb bestattet.

Werke

Nazor war einer der produktivsten kroatischen Schriftsteller. Sein Werk umfasst Gedichte, Balladen, Epen, Erzählungen, Romane und Essays. Viele seiner Stoffe entnahm er der nationalen Geschichte und der Mythologie, Legenden und Sagen. Als sein Hauptwerk gilt der umfangreiche Roman Pastir Loda (Der Hirte Loda), in dem er die Geschichte seiner Heimatinsel Brač erzählt, erlebt von Loda, einem Satyr, den es als einen der letzten seines Geschlechtes auf diese Insel verschlägt. Weiter bekannt ist die Erzählung Veli Jože; sie spielt in der Gegend um die inneristrische Stadt Motovun, und hat den Großen Jože, einen hilfsbereiten und gutmütigen Riesen zum Helden.

Nazor hat in seiner Entwicklung immer wieder Begeisterung und Enttäuschung erlebt. Dies befähigte ihn, immer wieder Neuland zu betreten, am augenfälligsten sein dramatischer Entschluss, zu den Partisanen zu gehen. Sowohl seine volksnahen Themen, als auch die Zugehörigkeit zu den Partisanen, machten ihn zu einem der angesehensten Autoren Jugoslawiens, der auch im heutigen Kroatien noch sehr geschätzt wird. Ihm zu Ehren wurden zahlreiche Organisationen und Straßen benannt, es wurden ihm Denkmäler errichtet und Medaillen und Briefmarken gewidmet.

Nazor hat auch zahlreiche Werke der Weltliteratur ins Kroatische übersetzt. Von seinen eigenen Werken existieren sehr wenige Übertragungen ins Deutsche, nämlich einige Erzählungen und der Roman "Der Hirte Loda", die alle bereits in den 1940er Jahren erschienen.

  • Slavenske legende. Zadar, 1900.
  • Pjesma o narodu hrvatskomu. Odjek Marulićevoj proslavi. Naklada Rikarda Katalinića Jeretova. Zadar, 1902.
  • Živana. Mythisches Epos in 9 Gesängen. Zadar, 1902.
  • Knjiga o kraljevima hrvatskijem. Zadar, 1904.
  • Krvava košulja. Uspomene iz doline Raše. Pula, 1905.
  • Krvavi dani. Roman. Zagreb, 1908.
  • Veli Jože. Istarska priča. Hrvatska knjižnica Matice slovenske. Ilustrirao Saša Šantel. Ljubljana, 1908.
  • Lirika. Izdanje Društva hrvatskih književnika. Zagreb, 1910.
  • Nove pjesme. Zagreb, 1913.
  • Istarske priče. Zagreb, 1913.
  • Mrtvo ostrvo. Zagreb, 1914.
  • Intima (1913–1914). Zagreb, 1915.
  • Pjesni ljuvene. Zagreb, 1915.
  • Utva zlatokrila. Romantisches Epos in 5 Gesängen. Uvod napisao A. Bazala. Zagreb, 1916.
  • Medvjed Brundo. Epos. Zagreb, 1918.
  • Stoimena. Priče. Zagreb, 1916.
  • Pabirci (1892–1917). Zagreb, 1917.
  • Gospa od Snijega. Zimna priča. 1918.
  • Lirika I, II, III. Izdanje Branko Vodnik. Zagreb, 1918.
  • Epika I. Izdanje Branko Vodnik. Zagreb, 1918.
  • Arkun. Priča iz slavenske prošlosti. Zagreb, 1920.
  • Niza od koralja. Zagreb, 1922.
  • Priče iz djetinjstva. Zagreb, 1924.
  • Pjesme o četiri arhanđela. Sušak. 1927.
  • Priče s ostrva, iz grada i sa planine. Zagreb, 1927.
  • Boškarina. Istarska priča. Gorica, 1928.
  • Istarski gradovi. Zagreb, 1930.
  • Deseterci (1923–1925). Zagreb, 1930.
  • Šarko. Pričanje jednog psa. Zagreb, 1930.
  • Pjesme u šikari, iz močvare i nad usjevima (1915–1920). Zagreb, 1931.
  • Pjesme o bratu Gavanu i seki Siromaštini (1930–1931). Zagreb, 1931.
  • Topuske elegije. Zagreb, 1933.
  • O hrvatskom jedanaestercu 1838-1900. Prilog proučavanju srpskohrvatske umjetne metrike. Zagreb, 1935.
  • Pastir Loda. Zgode i nezgode bračkog fauna. Dio I. Zagreb, 1938. (ins Deutsche übertragen, Alfred von Buttlar-Moscon: Der Hirte Loda, Zsolnay, Wien, 1949)
  • Dedek Kajbumščak. Novo pričanje o drevnom Krapinskom čovjeku. Zagreb, 1939.
  • Knjiga pjesama. Zagreb, 1942.
  • Zagrebačke novele. Zagreb, 1942.
  • Putopisi. Zagreb, 1942.
  • Na vrhu jezika i pera. Zagreb, 1942.
  • Eseji i članci. Zagreb, 1942.
  • Pjesme partizanke. 1944.
  • O mlitavcima (na zemlji i u paklu). Govor V. Nazora u Topuskom dne 5. II. 1944. na Kordunu. 1944.
  • Ilja Muramec dolazi. Govor V. Nazora održan u Glini 10. II. 1944. Skrad na Kordunu, 1944.
  • S partizanima 1943-1945. Beograd, 1945.
  • Govori i članci. Zagreb, 1945.
  • Ahasver. Opremio Vanja Radauš. Zagreb, 1945.
  • Partizanka Mara. Zagreb, 1946.
  • Kurir Loda. Zagreb, 1946.
  • Legende o drugu Titu. Zagreb, 1946.
  • U zavičaju. Zagreb, 1949.
  • Čitajući Kranjčevića. Zagreb, 1950.
  • Rob. (Nedorađena priča iz god. 1918). Zagreb, 1957.
  • Wasser. Erzählung, dt. 1940
  • An den Tränken der Cetina. Erzählungen, dt. 1944
  • Der weiße Hirsch. Kinderbuch, dt. 1978

Nachleben

Die kroatische Post veröffentlichte 1997 eine Briefmarke mit dem Motiv des Buches Veli Jože und 1999 eine Briefmarke anlässlich des 50. Todestages von Vladimir Nazor.

Auf der Fährstrecke von Zadar nach Brbinj (Dugi Otok) verkehrt eine Autofähre mit dem Namen Vladimir Nazor.

Weblinks


Kategorien: Literatur (Kroatisch) | Politiker (Jugoslawien) | Person (Sozialistische Republik Kroatien) | Mitglied der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste | Gestorben 1949 | Geboren 1876 | Person (Cisleithanien) | Mann | Autor | Vertreter des Atheismus | Literatur (20. Jahrhundert)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir Nazor (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.