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Victorbur


Victorbur
Höhe: 2 m ü. NN
Einwohner: 4044 (1. Jul. 2012)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 26624
Vorwahl: 04942

Lagekarte der Gemeinde Südbrookmerland

Victorbur (Plattdeutsch: Vitterbuur) ist seit der Gemeindegebietsreform vom 1. Juli 1972 ein Ortsteil und der Verwaltungssitz der Gemeinde Südbrookmerland[2] im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Er besteht aus den Dörfern Süd-Victorbur, Ost-Victorbur und West-Victorbur, sowie dem östlichen Teil von Victorbur-Upende. Der Ortsteil hat etwa 4000 Einwohner und ist damit nach Moordorf mit rund 6500 Einwohnern der bevölkerungsreichste der Gemeinde. Ortsvorsteher ist Schweer Goldenstein (SPD).[3]

Lage und Gebiet

Victorbur war ursprünglich eine Reihensiedlung, die durch die Ausweisung neuer Baugebiete inzwischen stark zersiedelt ist. Das Dorf liegt etwa sieben Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Aurich. Insgesamt bedeckt die Gemarkung eine Fläche von 12,11 Quadratkilometern, die sich auf Höhen zwischen etwa einem Meter über Normalnull im Westen und 2,8 Metern im Osten befinden.[4]

Geschichte

Victorbur ist eine Siedlung, die nach dem Aufstreckrecht (Ostfriesisches Platt: Upstreekrecht) entstand. Möglicherweise waren die ersten Siedler ehemalige Bewohner von Küstengebieten, aus denen sie nach Sturmfluten ins Landesinnere auswichen. Dort legten sie zunächst Wege durch das Moor an. Anschließend begannen sie von Grundstücken rechts und links des Weges mit der Erschließung des Gebietes. Ein Siedler konnte in der Breite seines Grundstücks das Moor bearbeiten, nutzen, abgraben, bis er auf die Parzelle eines anderen Bauern, einen Weg, ein Gewässer oder eine ähnliche Grenze stieß. An der Stelle der heutigen Kirche entstanden wohl im 11. und 12. Jahrhundert zwei Vorgängerbauten aus Holz. Bis 1250 errichteten die Bewohner der Ortschaften Theene, Uthwerdum und Victorbur die heute noch erhaltene Backsteinkirche und weihten diese Victor von Xanten, dem Schutzpatron des Ortes. In den Brookmer Willküren (1271) wird der Ort Victoris hove genannt. Der Kirchenbezirk gehörte zu den vier befriedeten Rechtsräumen des Brokmer- und Auricherlandes, innerhalb deren jede Übeltat mit einer dreifach hohen Buße belegt war.

Entwicklung des Ortsnamens

Erstmals wird das Dorf im Jahre 1251 als St. Victoris-Hofe genannt. Die Bezeichnung geht zurück auf die dem heiligen Victor von Xanten geweihte Kirche. Das später hinzugefügte -bur steht für eine Bauerschaft. Der Ortsname steht damit für die Bauerschaft, die sich der Verehrung des Heiligen Victor verschrieben hat.[4]

Sehenswürdigkeiten

Der Ort verdankt der Kirche, die dem heiligen Victor geweiht ist, ihren Namen. Die St.-Victor-Kirche befindet sich im Westen von Victorbur auf einer Warft. Der mit 57 Metern recht lange, 11 Meter breite, einschiffige Backsteinbau ist eine chorlose Apsidensaalkirche. Sie wurde erkennbar in mehreren Bauabschnitten ab 1220 bis 1240 errichtet. Sehenswert ist der Altar von 1684 und die Kanzel von 1697, die der Meister der Holzschneidekunst Hinrich Cröpelin aus Esens schuf. Auch der Orgelprospekt wurde in Esens geschaffen. Er wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts vom Orgelbaumeister Johann Gottfried Rohlfs gebaut.

Wirtschaft und Infrastruktur

Victorbur verfügt über ein recht neues Ortszentrum mit Marktplatz, Geschäften, Banken, Freiwilliger Feuerwehr und Rathaus. Unweit davon liegt die Grundschule Victorbur. Als Besonderheit gehörten zu dieser Schule bis vor einigen Jahren noch die drei Klassenräume in der ehemaligen Schule Ost-Victorbur. Bis zuletzt haben Lehrer und Kinder die dortige Torfheizung selbst bedient.

Einzelnachweise

  1. Gemeinde Südbrookmerland: Einwohnerzahlen , abgerufen am 17. Dezember 2012
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 260.
  3. Gemeinde Südbrookmerland: Ortsvorsteher , abgerufen am 15. Dezember 2012
  4. 4,0 4,1 Jürgen Hoogstraat, Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Victorbur, Gemeinde Südbrookmerland, Landkreis Aurich (PDF; 582 kB), abgerufen am 22. April 2013.

Kategorien: Ehemalige Gemeinde (Landkreis Aurich) | Ort im Landkreis Aurich | Südbrookmerland

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Victorbur (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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