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Vickers Viking


Dieser Artikel behandelt das Passagierflugzeug von 1945, für das gleichnamige Flugboot von 1919 siehe Vickers Viking (Flugboot).
Vickers VC.1 Viking
Typ: Verkehrsflugzeug
Entwurfsland: Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Hersteller: Vickers-Armstrongs (Aircraft) Ltd.
Erstflug: 22. Juni 1945
Indienststellung: 1946
Stückzahl: 163

Die Vickers VC.1 Viking der Vickers-Armstrongs (Aircraft) Ltd. war das erste nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien neu gebaute Passagierflugzeug. 1944 begannen die Ingenieure bei Vickers mit der Konstruktion des Musters auf der Grundlage des vom Ministry of Supply herausgegebenen Pflichtenheftes, welches eine Transportausführung des Wellington-Bombers forderte. Von diesem Muster wurde für die Viking der gesamte Außenflügel mit den beiden Triebwerken sowie das Fahrwerk unverändert übernommen.

Die als Unikat gebaute Version 618 Nene-Viking, die mit zwei Nene-Strahltriebwerken ausgerüstete G-AJPH, war 1948 das weltweit erste Verkehrsflugzeug mit Strahlantrieb.

Erprobung

Der erste von drei Prototypen mit der Registrierung G-AGOK führte am 22. Juni 1945 in Wisley seinen Erstflug aus. Die beiden anderen Prototypen G-AGOL und G-AGOM, welche sich vom ersten Prototyp durch eine nach vorne gezogene Seitensteuerflosse unterschieden, folgten noch im gleichen Jahr. Die mit dem dritten Prototyp durchgeführten Abnahmeflüge führten am 24. April 1946 zur Erteilung des Lufttüchtigkeitszeugnisses.

Serienfertigung

Viking IA

Die Serienproduktion begann mit der Viking IA, von der 19 Maschinen gebaut wurden. Elf dieser Flugzeuge gingen an die neu gegründete British European Airways (BEA), die mit insgesamt 49 Viking-Flugzeugen aller Versionen größter Betreiber des Musters wurde. Bis zur Indienststellung des Turboprop-Musters Vickers Viscount blieb die Viking das Standardverkehrsflugzeug der BEA. Fünf weitere Viking IA kaufte die British West Indian Airways. Am 1. September 1946 erfolgte die Indienststellung der Viking bei der BEA auf den Routen London–Kopenhagen und London–Oslo. Mit einer Reisegeschwindigkeit von fast 340 km/h war die Viking um nahezu 50 km/h schneller als die DC-3, welche zuvor diese Routen bediente.

Viking I

Die nächste Bauserie war die Viking I, von der 31 Exemplare gebaut wurden. Bei dieser Version wurden die in der sogenannten geodätischen Bauweise (Mischbeplankung Metall/Sperrholz) ausgeführten Außenflügel der Viking IA durch solche in konventioneller Bauweise (Ganzmetallbeplankung) ersetzt. Diese Flugzeuge wurden zum größten Teil an die BEA und ihre Tochtergesellschaften geliefert.

Viking IB

Die wichtigste Version war jedoch die Viking IB, von der bis Ende 1947 insgesamt 113 Exemplare verkauft wurden. Erstabnehmer waren wiederum BEA sowie Airwork Ltd., Air India, Indian National Airways, Central African Airways, South African Airways, Det Danske Luftfartselskap (DDL), Aer Lingus und Iraqi Airways. Wie die Viking I wurde auch die Serie IB von zwei Hercules 634 mit je 1.690 PS (1.242 kW) Startleistung angetrieben, doch der Rumpf wurde um 0,71 m verlängert, wodurch sich die Sitzplatzkapazität von 21 auf 24 erhöhte.

Viking IB (618 Nene-Viking)

Eine Maschine der IB-Serie wurde im Bau konstruktiv geändert und mit zwei Rolls-Royce-Nene-Strahltriebwerken ausgestattet. Der am 6. April 1948 ausgeführte Erstflug dieser Maschine mit dem Kennzeichen G-AJPH, die ein Unikat blieb, machte diese 618 Nene-Viking genannte Version zum ersten ausschließlich mit Strahltriebwerken ausgestatteten Verkehrsflugzeug. Am 25. Juli 1948, dem 39. Jahrestag der Kanalüberquerung Louis Blériots, flog sie mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von 596,4 km/h in 34 Minuten von Heathrow nach Paris Villacoublay.[1][2] Die Maschine wurde nach Abschluss der Erprobung auf Kolbentriebwerke umgerüstet und von der Fluggesellschaft British Eagle eingesetzt.[3]

Viking 3/3A/3B

Zur Steigerung der Nutzlast wurden zahlreiche Viking umgebaut, so wurden aus den Serien I/IA/IB die Versionen 3/3A/3B mit einer um eine halbe Tonne gesteigerten Nutzlast. Diese Maschinen der bei BEA als Admiral-Class bezeichneten Flugzeuge konnten 36 Passagiere befördern.

Viking C.IA

Die Viking blieb bei der BEA bis 1954 im Passagierdienst, wobei mit dem Typ etwa 3 Millionen Passagiere befördert wurden. Danach wurde die Flotte an Charterfluggesellschaften und die Royal Air Force verkauft, wo das Muster als Viking C.IA als Transporter Verwendung fand. Die größte zivile Flotte früherer BEA-Maschinen betrieb Eagle Aviation Ltd. (später British Eagle Airways).

Verwendung in Deutschland

Ab 1956 flog die Viking auch in Deutschland. Die Deutsche Flugdienst (später Condor Flugdienst) setzte zwischen dem 21. März 1956 und April 1964 insgesamt vier 36-sitzige Viking IB (Seriennummern 167, 219, 243 und 250) im Charterfluggeschäft ein. Zwei Viking IB (Seriennummern 167 und 243) flogen auch als Frachtflugzeuge bei der Lufthansa. Bei der Düsseldorfer LTU standen zwischen 1956 und 1963 eine Viking IA und vier Viking IB (Seriennummern 9/109, 150, 217, 222, und 223) im Einsatz.

Produktionsende

Die Produktion der Viking endete 1948.

Für die Royal Air Force wurde die Viking C.2 gebaut, die der zivilen IA entsprach. Basierend auf der IB folgte die Valetta (Erstflug am 30. Juni 1947), die aber ein höheres Startgewicht von 16.556 kg aufwies. Mit einer maximalen Nutzlast von 4.000 kg betrug ihre Reichweite 850 km.

Ebenfalls für die Royal Air Force entstand aus der Viking IB das Muster Varsity mit Bugradfahrwerk und verlängertem Rumpfbug. Der Antrieb bestand aus zwei Bristol-Hercules-Motoren von je 1.950 PS (1.433 kW) Leistung. Die Varsity führte am 17. Juli 1949 ihren Erstflug aus, und sie war das letzte Muster aus der Viking-Serie, mit der 1954 die Produktion endete.[4]

Militärische Nutzung

Argentinien Argentinien
Australien Australien
Jordanien Jordanien
Pakistan Pakistan
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich

Zwischenfälle

Von 1946 bis 1965 wurden 57 Viking zerstört, 55 davon durch Unfälle. Dies ist mit rund 34 Prozent eine ganz ungewöhnlich hohe Quote für ein Nachkriegs-Verkehrsflugzeug. Bei 22 davon gab es insgesamt 342 Todesopfer.[5]

  • Am 15. Dezember 1953 stürzte eine Vickers Viking 1B der Misrair (SU-AFK) nach dem Start vom Flughafen Kairo-Almaza acht km östlich desselben ab. Die Maschine befand sich auf dem Weg nach Luxor. Alle sechs Insassen kamen ums Leben.[6]
  • Am 15. September 1954 stürzte eine Viking 1B der Misrair (SU-AFO) auf dem Flughafen Kairo-Almaza ab. Die Maschine befand sich auf einem Testflug nach einer größeren Inspektion. Beim Durchstarten mit einem simulierten Triebwerksausfall kam es zum Strömungsabriss und Absturz. Drei der vier Besatzungsmitglieder kamen um.[7]
  • Am 1. Mai 1957 verunglückte eine Viking 1B der Eagle Airways (G-AJBO) im Anflug auf den Flughafen Blackbushe, nachdem beim Start das linke Triebwerk ausgefallen war. Die Maschine schlug 1200 m vor der Landebahnschwelle auf. Von den 35 Insassen überlebte nur ein Passagier.[8]
  • Am 7. März 1958 stürzte eine Viking 1B der Misrair (SU-AGN) im Anflug auf den Flughafen Port Said in den Manzala-See. Die aus Athen kommende Maschine war aus Wettergründen von Kairo ausgewichen. Acht der 26 Personen an Bord kamen ums Leben.[9]

Technische Daten (Viking IB)

Kenngröße Daten
Spannweite 27,20 m
Länge 19,90 m
Höhe 5,60 m
max. Startgewicht 15.422 kg
ökon. Reisegeschwindigkeit 337 km/h
Gipfelhöhe 6.700 m
Reichweite 1.570 km
Besatzung 3
Passagiere 24–36
Antrieb 2 luftgekühlte 14-Zylinder-Sternmotoren Bristol Hercules 634, je 1.690 PS (1.242 kW)

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Vickers Viking  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bill Gunston: The Illustrated Encyclopedia Of Commercial Aircraft.
  2. Bild der 618 Nene-Viking auf FLICKR
  3. Aero, Ausgabe 9, Jahrgang 1989
  4. Bernard Martin: Viking Valetta Varsity, Air-Britain 1975, ISBN 0-85130-038-3
  5. Unfallstatistik Vickers Viking, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Januar 2016.
  6. Unfallbericht SU-AFK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016.
  7. Unfallbericht SU-AFO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016.
  8. Unfallbericht G-AJBO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016.
  9. Unfallbericht SU-AGN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016.
  10. Unfallbericht G-AHPM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016.

Literatur

  • C.F. Andrews, E.B. Morgan: Vickers Aircraft since 1908. Putnam, London 1988, ISBN 0-85177-815-1.
  • William Green, Gerald Pollinger: The Aircraft of the World. Macdonald, London 1955.
  • A.J. Jackson: British Civil Aircraft 1919–1972. Volume III. Putnam, London 1988, ISBN 0-85177-818-6.
  • Bernard Martin: The Viking, Valetta and Varsity. Air-Britain (Historians) Ltd., Tonbridge 1975, ISBN 0-85130-038-3.
  • H.A. Taylor: The Viking... Vickers Commercial One. In: Air Enthusiast. No. 21, April–Juli 1983, ISSN 0143-5450 , S. 38–48.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Vickers Viking (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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