Vertragsfrieden - LinkFang.de





Vertragsfrieden


Ein Vertragsfrieden kommt durch einen vertraglich abgesicherten Friedensschluss zweier oder mehrere kriegsführender Parteien zustande. Der Vertragsfrieden hat im Kriegsvölkerrecht eine juristische Bedeutung im Sinne der Rechtssicherheit.

Hintergrund

Nach dem philosophischen Entwurf Zum ewigen Frieden von Immanuel Kant unterscheidet sich ein vertraglicher Friedensschluss von einer bloßen Waffenruhe, die zum Ziel hat den Krieg zu einem späteren Zeitpunkt fortzuführen. Hierzu schrieb Kant im ersten Abschnitt: „Es soll kein Friedensschluß für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffes zu einem künftigen Krieg gemacht worden.“[1]

Wilhelm Wundt unterscheidet klar zwischen dem Vertragsfrieden, als den wahren Frieden dem Friedensschluss als falschen Frieden. Nach seiner Auffassung stellt ein gerechter Friede, bei dem keine der beteiligten Parteien benachteiligt oder übervorteilt wird, die Grundlage für den Vertragsfrieden dar. Als von außen aufgezwungenen Friedensvertrag stellt er diesem den sogenannten „Diktatfrieden“ gegenüber, bei dem den Besiegten die Lasten auferlegt werden, während die Sieger nur Vorteile aus dem Vertragsschluss ziehen (beispielsweise Entschädigungszahlungen oder Gebietsabtretungen).[2]

Ein Friedensvertrag kann daher negative Auswirkungen haben. Wenn der Frieden nur auf Basis eines (drastischen) Vertrages zustande kommt, dann ist er oft nicht von Dauer; ein Beispiel dafür ist der Friedensvertrag von Versailles von 1919 am Ende des Ersten Weltkrieges. Rechtlich davon zu unterscheiden ist die Vertragsruhe, die durch eine Unterbrechung des Vertragsverhältnisses entsteht. Der Vertragsfrieden als Ganzes wird gefährdet, wenn eine der Parteien die Bewertung der vereinbarten Leistungen infrage stellt oder bricht, denn für Verträge gilt: pacta sunt servanda (Verträge müssen erfüllt werden).

Literatur

  • Diktatfriede und Vertragsfriede. In: Wilhelm Wundt, Christa Schneider: Wilhelm Wundt – Völkerpsychologie. Ein Reader. V & R Unipress, Göttingen 2008, ISBN 978-3-899-71500-2.

Einzelnachweise

  1. Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. F. Nicolovius, Königsberg 1795, OCLC 2339985 , S. 5.
  2. Diktatfriede und Vertragsfriede. In: Wilhelm Wundt, Christa Schneider: Wilhelm Wundt – Völkerpsychologie. Ein Reader. S. 166ff.
Beachten Sie unsere <a href="/wiki/Rechtshinweise">Rechtshinweise</a>

Kategorien: Kriegsvölkerrecht | Friedensvertrag

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Vertragsfrieden (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.