Vermessungspunkt - LinkFang.de





Vermessungspunkt


Ein Vermessungspunkt oder kurz Messpunkt ist ein im Boden oder an einem Gebäude stabil markierter Punkt, der Geodäten als Ausgangs- oder Zielpunkt von Vermessungen dient.

Der Begriff ist jedoch nicht einheitlich definiert. Teilweise wird er enger im Sinne von Festpunkt verstanden: „Ein lage- und/oder höhenmäßig bestimmter und meist dauerhaft festgelegter Punkt, an den sich topografische Aufnahmen, Ingenieur- oder Grundstücksvermessungen anschließen.“[1]

Vermessungspunkte werden als Trigonometrischer Punkt (TP) mittels Triangulation ermittelt. Höhenfestpunkte werden durch geometrisches Nivellement bestimmt.

Vermessungspunkt im Sinne von Festpunkt

Vermessungspunkte werden nach Festpunkten des Lage-, Höhen- und Schwerefestpunktfeldes unterschieden. Für Lagefestpunkte (LFP) werden Koordinaten in einem Lagebezugssystem berechnet und sie sind meist als Aufstellungspunkt für ein Vermessungsstativ mit Theodolit geeignet. Höhenfestpunkte (HFP) dienen der Festlegung von Höhen über dem Meeresspiegel während für Schwerefestpunkte (SFP) Angaben zur Erdanziehungskraft gemessen und berechnet werden.

Mit der zunehmenden Bedeutung der GPS-Vermessung werden diese, früher getrennten Festpunktfelder, durch geeignete Vermarkungen mehr und mehr zu dreidimensionalen Festpunkten. Eine Sichtverbindung über lange Distanzen ist heute nicht mehr erforderlich.

Überblick zu den seit etwa 1820 in Deutschland entstandenen Vermessungspunkten

  • geodätische Lagefestpunkte der Landesvermessung – mit stabiler ober- und unterirdischer Vermarkung und typischen Lagegenauigkeiten von 1–5 cm
    • insbesondere Punkte einer Triangulation (Festlegung, eine Platte und TP-Pfeiler), Messpfeiler mit Tafelsignal,
  • geodätische Höhenfestpunkte der Landesvermessung – mit stabiler oberirdischer Vermarkung oder unterirdischer Festlegung (UF) und typischen Höhengenauigkeiten von ± 0,1 bis 1 mm
  • Festpunkte eines sonstigen Vermessungsnetzes – mit stabiler Vermarkung und Genauigkeiten zwischen 0,1 mm und etwa 10 cm (je nach Netzgröße und Verwendungszweck),
    • zum Beispiel technische Kontrollnetze, Mess-Konsolen, Firstpunkte im Bergwerk oder Tunnel
  • Punkte, die über längere Zeit mit GPS vermessen wurden, oder Messkonsolen.

Sonstige stabil vermarkte Vermessungspunkte

Im Sprachgebrauch der meisten Geodäten zählen zu den Vermessungspunkten auch

  • Gut bestimmte, kontrollierte „Detailpunkte“, die auf Gebäuden oder an Grenzen klar definiert und stabilisiert sind – zum Beispiel Hausecken, Mauer- und Grenzpunkte
  • Gut bestimmte, unverrückbare Punkte in der Natur – zum Beispiel Marken auf Fels oder an großen Blöcken bei Geodynamik-Messungen an Berghängen oder Gletschern
  • Bodenmarken in festem Straßenbelag oder auf Gehwegen – meist Bolzen oder Nägel mit der Aufschrift „Vermessungspunkt“ oder „Messpunkt“
  • Schraubmarken oder stabil eingeschlagene Pflöcke, möglichst mit Hinweispflock oder Schutzgerüst
  • Geodätische Referenzpunkte zur Überprüfung von GPS-Empfängern
  • sonstige dauerhaft vermarkte Punkte

Punkte und Messgrößen in Datenbanken

Im Zeitalter der EDV werden die Vermessungspunkte bei fast allen Arbeiten in Datenbanken verspeichert. Außer Namen und Koordinaten wird möglichst auch die „Entstehungsgeschichte“ und der Zusammenhang der Punkte vermerkt, sodass die genaue Lage jedes Vermessungspunktes anhand neuer Messdaten jederzeit aktualisiert werden kann. Solche Messungen sind vor allem:

In Geo-Informationssystemen werden einzelne Elemente häufig mit Vermessungspunkten verknüpft, um beispielsweise eine Transformation von lokalen Koordinaten in ein übergeordnetes Bezugssystem durchzuführen. Die Information, zu welchen Punkten solche Links existieren, wird meist in der Geometrie des GIS-Elementes abgelegt.

Siehe auch: Aussichtspunkt, Exzenter, Geodäsie, Hochstand, Kirchturm, Netz erster Ordnung, Passpunkt, Senkblei, Struve-Bogen, Triangulation (Geodäsie), Vermessungsamt, Zentrieren

Literatur

  • H. Kahmen: Vermessungskunde, De Gruyter-Lehrbuch, Berlin 1997 (19. Aufl., 732 S.)
  • W. Torge: Geodäsie, De Gruyter-Lehrbuch, Berlin 2003 (2. Aufl., 370 S.)

Weblinks

 Commons: Vermessungspunkt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. http://www.geoinformatik.uni-rostock.de

Kategorien: Markscheidewesen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Vermessungspunkt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.