Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands - LinkFang.de





Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands


Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e. V.
(VHD)
Zweck: organisatorische Förderung der Geschichtswissenschaft, Vertretung der deutschen Historiker vor der Öffentlichkeit, insbesondere der internationalen Geschichtswissenschaft
Vorsitz: Martin Schulze Wessel
Gründungsdatum: 1895 bzw. 1948
Mitgliederzahl: 3070
Sitz: Frankfurt am Main
Website: www.historikerverband.de

Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (kurz VHD), oft auch Deutscher Historikerverband genannt, ist mit rund 2900 Mitgliedern der größte deutsche Verband hauptberuflicher Geschichtswissenschaftler.

Organisation

Der VHD befasst sich laut Satzung mit der „organisatorischen Förderung der Geschichtswissenschaft und vornehmlich der Vertretung der deutschen Historiker vor der Öffentlichkeit, insbesondere der internationalen Geschichtswissenschaft“. Seine wichtigste Aufgabe ist die Organisation der Deutschen Historikertage in Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands, die alle zwei Jahre in Kooperation mit einer deutschen Universität stattfinden und regelmäßig mehrere Tausend Teilnehmer verzeichnen. Die letzten Historikertage fanden 2002 in Halle, 2004 in Kiel, 2006 in Konstanz, 2008 in Dresden, 2010 in Berlin, 2012 in Mainz und 2014 in Göttingen statt. Der 51. Deutscher Historikertag wird 2016 in Hamburg ausgerichtet.[1] Darüber hinaus vertritt der VHD die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik, insbesondere gegenüber den Vertretern der Kultus- und Wissenschaftspolitik. Der Verband umfasst verschiedene Arbeitskreise und Fachgruppen in mehreren Teildisziplinen.

An der Spitze des Verbands steht ein zwanzigköpfiger Ausschuss, zu dem der Vorstand gehört, der sich aus Vorsitzendem, stellvertretendem Vorsitzenden, Schriftführer und Schatzmeister zusammensetzt. Vorsitzender des VHD ist seit dem Mainzer Historikertag 2012 der Münchener Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel.

Am 1. Oktober 2009 wurde zur weiteren Professionalisierung des Verbandes eine Geschäftsstelle auf dem Campus Westend an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main eingerichtet, welche die Mittlerin zwischen Vorstand und Ausschuss des Verbandes bildet.

Der Verband vertritt die Historiker Deutschlands im Comité International des Sciences Historiques (CISH).[2]

Geschichte

Die „Erste Versammlung Deutscher Historiker“ von Wissenschaftlern und Schulpraktikern fand Ostern 1893 in München statt, um einhellig gegen den neuen preußischen Geschichtslehrplan von 1892 zu opponieren, der das Schulfach auf Betreiben Wilhelms II. im nationalen und antisozialistischen Sinne einzuspannen suchte. 1895 folgte die Gründung des „Verbandes Deutscher Historiker“ in Frankfurt am Main, angeregt u. a. durch Ludwig Quidde. Schulfragen spielten darin nur noch eine untergeordnete Rolle, weshalb die Lehrer 1913 den Verband Deutscher Geschichtslehrer gründeten. In der Zeit des Nationalsozialismus leitete zunächst noch Karl Brandi von 1932 bis 1937, danach das fördernde SS-Mitglied Walter Platzhoff den Historikerverband.

Unter Leitung Gerhard Ritters initiierte ein „Gründungsausschuss“ mit Hermann Heimpel, Hermann Aubin und Herbert Grundmann Ende 1948 die Wiederbelebung des Historikerverbands mit verändertem Namen. Dieser hielt bis Mitte der 1950er-Jahre einen gesamtdeutschen Anspruch aufrecht, ehe sich 1958 in der DDR die Deutsche Historiker-Gesellschaft konstituierte. Im September 1990 endete die drei Jahrzehnte andauernde Doppelexistenz der institutionalisierten Geschichtswissenschaft in Deutschland mit dem Bochumer „Vereinigungs-Historikertag“.

Vorsitzende

Auszeichnungen

Der Verband verleiht als Nachwuchspreis den Hedwig-Hintze-Preis, benannt nach der Neuzeithistorikerin Hedwig Hintze, die als Jüdin 1939 emigrieren musste und unter nicht eindeutig geklärten Umständen im niederländischen Exil ums Leben kam. Ausgezeichnet werden hervorragende Dissertationen aus dem Gesamtbereich der Geschichtswissenschaft für jüngst Promovierte. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.[3]

Der VHD verleiht außerdem seit April 2011 den mit jeweils 6000 Euro dotierten Carl-Erdmann-Preis für zwei herausragende Habilitationen aus dem Gesamtbereich der Geschichtswissenschaft. Benannt wurde der Preis nach dem Mediävisten Carl Erdmann, einem entschiedenen Gegner des Nationalsozialismus.[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. VHD: 51. Deutscher Historikertag 2016. Abgerufen am 5. August 2015.
  2. CISH: Comités nationaux - National Committees. Abgerufen am 5. August 2015.
  3. VHD: Hedwig-Hintze-Preis. Abgerufen am 5. August 2015.
  4. VHD: Carl-Erdmann-Preis. Abgerufen am 5. August 2015

Kategorien: Geschichtswissenschaft | Berufsverband (Geistes- und Sozialwissenschaft) | Gegründet 1895 | Verein (Frankfurt am Main) | Berufsverband (Deutschland)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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