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Ventotene


Ventotene
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Latina (LT)
:
Höhe: 18 m s.l.m.
Fläche: 1,89 km²
Einwohner: 739 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 391 Einw./km²
Postleitzahl: 04020
Vorwahl: 0771
ISTAT-Nummer: 059033
Volksbezeichnung: Ventotenesi
Schutzpatron: San Candida
Website: Ventotene

Ventotene ist eine der Pontinischen Inseln im Tyrrhenischen Meer mit 739 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015 ). Sie gehört zur Provinz Latina in der italienischen Region Latium. Ihr antiker Name lautete Pandataria oder Pandateria.

Geographie

Die Insel hat eine Fläche von ungefähr 153 Hektar und ist vulkanischen Ursprungs. Zur politischen Gemeinde Ventotene gehört auch die kleine vorgelagerte, heute unbewohnte Insel Santo Stefano.

Das Gemeindegebiet Ventotene ist einschließlich der Wasserflächen seit 1997 ein Naturschutzgebiet.

Geschichte

Die Insel diente unter den römischen Kaisern häufig als Verbannungsort, insbesondere für weibliche Familienangehörige wie Julia, Tochter des Kaisers Augustus (2 v. Chr.), Agrippina (29 n. Chr.), Enkelin des Kaisers, und Octavia. Auch die Gattin des Flavius Clemens, Domitilla, soll nach Pandataria verbannt und dort zu Tode gemartert worden sein.

Nach der Antike wurde die Insel erst wieder in der Regierungszeit der Bourbonen in Neapel besiedelt.

Ventotene war eine jener Inseln (s. auch Lipari, Tremiti, Ponza), die das faschistische Regime als Verbannungsort für politische Gegner ausgewählt hatte (confino). Die Kolonie in Ventotene wurde 1926 eröffnet und im Jahre 1939 geschlossen, nachdem sie Tausende Antifaschisten aufgenommen hatte. Im Jahre 1940 wurde dort ein Internierungslager (campo di concentramento) errichtet. Die ersten Internierten waren ehemalige confinati, deren Status von den Behörden einfach geändert worden war, um sie als Internierte auf der Insel zurückhalten zu können und nicht entlassen zu müssen. Der Winter 1941–1942 setzte den Insassen besonders zu; sie litten Kälte und Hunger. Im Juni 1943 befanden sich in Ventotene 640 „confinati“ und 230 Internierte. Im August 1943 wurden alle Internierten verlegt oder entlassen. Zu den prominenten Internierten in Ventotene gehören führende Sozialisten und Kommunisten und andere Antifaschisten wie Sandro Pertini, Francesco Fancello, Altiero Spinelli, Pietro Secchia und Mauro Scoccimarro, Alberto Jacometti, Mario Maovaz. [2]

Seit den 1960er-Jahren entwickelte sich der Tourismus, der heute die Haupteinnahmequelle der Insel ist. Der italienische Staat hat die Insel Ventotene mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.

Die Insel wurde durch das 1941 verfasste Manifest von Ventotene „Für ein freies und einiges Europa“ bekannt. In der Tradition dieses Manifests findet jährlich das Internationale Ventotene-Seminar der Jungen Europäischen Föderalisten Italien auf der Insel statt.

Bevölkerung

1871 1901 1921 1951 1971 1991 2001[3]
2.049 1.986 1.302 1.270 508 671 633

Politik

Giuseppe Assenso wurde im April 2005 zum Bürgermeister gewählt.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten der Insel zählen die Kirche Santa Candida, die Überreste der antiken Villa di Giulia sowie die umliegenden Tauchgebiete.

Verkehr

Es besteht eine tägliche Fährverbindung mit Formia. In den Sommermonaten steuern zusätzlich Fähren aus Neapel, Terracina und Ponza die Insel an.

Literatur

Belletristik:

  • Beate Schaefer: Bacchantische Nacht. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-8218-0883-7
  • Claudio Paglieri: La cacciatrice di teste Editione Pemme, Casale Monferrato 2010 - Deutsch: Keine Pizza für Commissario Luciani, aufbau taschenbuch, Berlin, 2010, ISBN 978-3-7466-2607-9

Quellen

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Carlo Spartaco Capogreco, I campi del duce. L’internamento civile nell’Italia fascista (1940-1943), Torino 2004 (Einaudi), S. 203-204
  3. ISTAT

Weblinks

 Commons: Ventotene  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ventotene (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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