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Vaihingen (Stuttgart)


Vaihingen
Stadtbezirk der Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtbezirks-Wappen Stadtkarte
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Eingemeindung: Rohr      1. Oktober 1936
Vaihingen 1. April 1942
Höhe: 438–549 m ü. NHN
Bevölkerungsdichte: 2.154 Einwohner je km²
Postleitzahl: 70563, 70565, 70569
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bezirksrathauses:
Rathausplatz 1
70563 Stuttgart
Website: www.stuttgart.de
Bezirksvorsteher: Wolfgang Meinhardt
Stadtbezirk Einwohner
(Stand 2014)
Fläche
Nr. Stadtteil
Vaihingen 45.012 2089,3 ha
711 Vaihingen-Mitte 6.358 90,1 ha
712 Österfeld 1.589 67,5 ha
713 Höhenrand 2.642 46,4 ha
714 Wallgraben-West 521 63,4 ha
715 Rosental 3.384 221,8 ha
716 Heerstraße 5.198 96,7 ha
717 Lauchäcker 3.120 538,2 ha
718 Dachswald 4.470 166,9 ha
719 Pfaffenwald 3.256 258,2 ha
721 Büsnau 2.605 272,3 ha
731 Rohr 8.022 216,5 ha
741 Dürrlewang 3.847 51,2 ha
Verkehrsanbindung
Autobahn 8 81 831
Bundesstraße 14
S-Bahn S 1 S 2 S 3
Stadtbahn U1 U3 U8 U12
Quelle: Datenkompass Stuttgart

Vaihingen ([ˈfaɪ̯ɪŋən], früher auch Vaihingen auf den Fildern) ist ein äußerer Stadtbezirk von Stuttgart im hochgelegenen Südwesten der Landeshauptstadt. Der mit 21 km² größte Stadtbezirk hat einen großen Waldanteil. In den Campus im Pfaffenwald wurden zwischen 1970 und 1990 die meisten Institute der Universität Stuttgart und weitere Hochschulen umgesiedelt.

Geografie

Lage

Vaihingen liegt im Südwesten von Stuttgart auf der Filderebene und grenzt an die Stadtbezirke Stuttgart-West, Stuttgart-Süd und Möhringen. Der höchste Punkt Stuttgarts, die Bernhartshöhe, liegt mit 548 Metern über NN im Bernhartswald nördlich des Autobahnkreuzes am Rande des Bezirks Vaihingen.

Westlich der Autobahn A 831 entspringt der Nesenbach (früher in den Honigwiesen), der auf seinem Weg zum Neckar sein Tal eingeschnitten hat, in dem sich die Stadt Stuttgart entwickelte.

Stadtteile

Vaihingen ist der flächengrößte Stadtbezirk von Stuttgart und bestand bis Juni 2007 aus den vier Stadtteilen Büsnau (mit den Wohngebieten Lauchhau/Lauchäcker), Dürrlewang, Rohr und Vaihingen (mit teilweise weiteren besonders bezeichneten Wohngebieten, z. B. Dachswald).

Mit Wirkung vom 1. Juli 2007 wurde die Stadtgliederung des Stadtbezirkes Vaihingen verändert. Dazu war die Hauptsatzung durch Beschluss des Gemeinderats vom 22. März 2007 entsprechend geändert worden. Somit gibt es im Stadtbezirk Vaihingen nunmehr zwölf Stadtteile, indem der bisherige Stadtteil „Vaihingen“ weiter aufgeteilt wurde: Dachswald, Heerstraße, Höhenrand, Lauchäcker, Österfeld, Pfaffenwald, Rosental, Vaihingen-Mitte und Wallgraben-West.

Geschichte

Zum ersten Mal wird Vaihingen auf den Fildern um 1100 erwähnt, als es im Besitz des Grafen von Calw war. 1297 kam der Ort an das Spital in Esslingen am Neckar, dessen Wappen, das Katharinen-Rad er bis heute trägt. Vaihingen verblieb bei der Freien Reichsstadt Esslingen, bis diese Anfang des 19. Jahrhunderts dem Königreich Württemberg eingegliedert wurde. Seinerzeit zählte der Ort etwa 1.300 Einwohner und wurde dem neu geschaffenen Oberamt Esslingen, 1807 dem Amtsoberamt Stuttgart und bei dessen Auflösung 1938 dem Landkreis Böblingen zugeordnet.

Die Ortsmitte von Vaihingen war lange Zeit durch die ausgedehnten Firmenareale der Brauerei Schwabenbräu und der Vaihinger Fruchtsäfte geprägt, die erst in den Jahren nach 2000 neuer Bebauung wichen.[1]

Rohr

Bereits zwei Jahre vor der Auflösung des Amtsoberamts Stuttgart wurde die selbständige Gemeinde Rohr mit den Überresten der mittelalterlichen Wasserburg Rohr am 1. Oktober 1936 nach Vaihingen eingemeindet.

Das Wohngebiet Rohrer Höhe ist Teil von Rohr und ist die höchstgelegene Siedlung Stuttgarts.

Büsnau

Der Stadtteil Büsnau entstand in den Jahren 1933 bis 1939 beziehungsweise 1951 bis 1956 auf dem Gebiet der ehemaligen gleichnamigen Staatsdomäne. Dieses Gebiet im Wald kam später zu Vaihingen. Nach Osten grenzt Büsnau an den Pfaffenwald (zunächst den Wald, dahinter erst der Uni-Campus), das Gebiet in Nordosten heißt „Schatten“. Als Schattengrund wird ein tiefer Geländepunkt an den Landesstraßen genannt, er liegt an der bekannten ehemaligen Solitude-Rennstrecke. Direkt anschließend folgt der Bärensee und die anderen Parkseen.

Eingemeindung nach Stuttgart

Am 1. April 1942 wurde die Gemeinde Vaihingen zusammen mit den Orten Birkach, Fasanenhof, Möhringen, Plieningen, Solitude und Stammheim nach Stuttgart eingemeindet. Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurden die Stadtteile Vaihingen und Rohr mit dem Stadtteil Büsnau zum Stadtbezirk Vaihingen vereinigt.

Dürrlewang

Ab 1957 entstand auf der Gemarkung Rohr und teilweise auch auf der Gemarkung Möhringen ein neuer Stadtteil Dürrlewang, der nach Abschluss der Bebauung Mitte der 1960er Jahre zum vierten Stadtteil des Stadtbezirks Vaihingen erklärt wurde.

Bevölkerungsentwicklung

1980 1990 2000 2005 2007 2009 2011 2014
41.189 42.306 42.743 44.385 45.134 45.520 43.540 45.012

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen

  • Evangelische Stadtkirche St. Blasius, erbaut 1858 von Architekt Christian Friedrich Leins im neugotischen Stil als dreischiffige Kirche unter Verwendung des gotischen Chors, der Sakristei und des Turms
  • Evangelische Laurentiuskirche in Rohr mit gotischem Chorturm mit Fachwerkaufsatz von 1740; 1980 wurde das Kirchenschiff von 1927 (Architekt Martin Elsaesser) durch das Gemeindezentrum ersetzt.
  • Evangelische Stephanuskirche in Dürrlewang, in den 1960er Jahren durch den Architekten Wolf Irion erbaut, Innenrenovierung in den Jahren 1997/1998 durch den Architekten Horst Nanz zusammen mit seinem Partner Hammeley, in Zusammenarbeit mit dem Künstler Bernhard Huber
  • Evangelische Versöhnungskirche in Büsnau
  • Katholische Kirche Maria Königin des Friedens in Büsnau
  • Dreieinigkeitskirche in Vaihingen
  • Evangelisch-methodistische Kirche (Pauluskirche) in Vaihingen
  • Katholische Kirche Heilige Familie in Dürrlewang
  • Katholische Kirche Christus König in Vaihingen
  • Katholische Kirche Maximilian Kolbe in Vaihingen (West)
  • Neuapostolische Kirche in Stuttgart-Vaihingen
  • International Baptist Church of Stuttgart, englischsprachige Kirchengemeinde
  • Evangelische Freikirche Doxa Deo Stuttgart

Denkmäler

Seit 1969 erinnert auf dem Buchrainfriedhof Pascalstraße 70 ein Ehren- und Mahnmal der Bildhauerin Hanne Schorp-Pflumm an die Toten der Weltkriege und an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft.[2]

Politik

Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
29,4
25,1
13,8
6,3
5,7
6,1
3,1
5,0
2,6
2,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+4,7
+1,0
-2,3
-5,7
-4,4
-1,2
± 0,0
+5,0
+2,6
+2,1
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Dem Bezirksbeirat Vaihingen gehören auf Grund der Einwohnerzahl des Stadtbezirks 16 ordentliche und ebenso viele stellvertretende Mitglieder an. Seit der letzten Kommunalwahl 2014 gilt folgende Sitzverteilung:

  • CDU: 5
  • Bündnis 90/DIE GRÜNEN: 4
  • SPD: 2
  • SÖS-LINKE-PluS: 2
  • Freie Wähler: 1
  • FDP: 1
  • AfD: 1

Wappen

Das heutige Stadtbezirkswappen ist kein offizielles Wappen, sondern setzt sich aus dem ehemaligen Vaihinger Wappen in der oberen Hälfte und dem ehemaligen Rohrer Wappen in der unteren Hälfte zusammen.


Stadtbezirkswappen

Wappen von Vaihingen

Wappen von Rohr

Wappen von Büsnau(*)

Städtepartnerschaften

Vaihingen unterhält seit 1985 eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Melun (Île-de-France).

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Vaihingen liegt direkt am Autobahnkreuz Stuttgart (früher Autobahnkreuz Stuttgart-Vaihingen), das die Autobahnen A 8 (Karlsruhe–Stuttgart–UlmMünchen) und A 81 (WürzburgHeilbronn–Stuttgart–Singen) zusammenführt und von dem die A 831 in Richtung Stuttgart-Mitte abzweigt.

Der Stadtbezirk liegt an der Gäubahn. Zentraler Verkehrsknoten ist der Bahnhof Stuttgart-Vaihingen. Es verkehren die S-Bahn-Linien S1 (Kirchheim (Teck)–Stuttgart–Herrenberg), S2 (Schorndorf–Stuttgart–FlughafenFilderstadt) und S3 (Backnang–Stuttgart–Flughafen) über die Haltestellen Universität, Österfeld, Vaihingen und Rohr.
Der Bahnhof Vaihingen ist außerdem der Endpunkt der Stadtbahnlinien U1 (aus Fellbach), U3 (aus Plieningen) und U8 (aus Ostfildern). Weiter endet seit Mai 2016 die Linie U12 vom Hallschlag kommend im Stadtteil Dürrlewang.
Mehrere innerstädtische Buslinien erschließen den Stadtbezirk. Weiterhin verkehren Überland-Buslinien u. a. nach Sindelfingen und Tübingen.

Parallel zum Nesenbachviadukt, der die Schienenverbindung nach Stuttgart über das Nesenbachtal führt, verläuft auf einer modernen Straßenbrücke die Nord-Süd-Straße, die seit 1999 als Umfahrung der Innenstadt von Vaihingen dient.

Fair-Trade-Stadt

Im April 2012 wurde Vaihingen [3] mit dem Fair-Trade-Siegel ausgezeichnet (siehe Fair-Trade-Stadt).

Öffentliche Einrichtungen

In Vaihingen hat das Regierungspräsidium Stuttgart seinen Sitz. An der Robert-Leicht-Straße existiert ein Polizeiposten der Landespolizei. Die Stadtteile Vaihingen und Büsnau verfügen jeweils über eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart. Darüber hinaus existiert eine Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes im Stadtbezirk. Sie leistet durch ihre ehrenamtliche Arbeit einen Beitrag zum Zivil- und Katastrophenschutz, beispielsweise durch die Stellung einer der zwei Schnelleinsatzgruppen Stuttgarts.[4]

Bildung

Schulen

Im Stadtbezirk Vaihingen gibt es zwei Gymnasien, das Fanny-Leicht-Gymnasium und das Hegel-Gymnasium und eine Realschule (Robert-Koch-Realschule), vier Grund- und Hauptschulen (Pestalozzi-Schule Vaihingen, Österfeldschule Vaihingen, Steinbachschule Büsnau und Schönbuchschule Rohr), zwei selbständige Grundschulen (Pfaffenwaldschule und Dürrlewangschule) sowie die Verbundschule Stuttgart-Rohr (Förderschule und Schule für Erziehungshilfe), ferner die Bodelschwinghschule (Schule für Geistigbehinderte) und die Schule für Körperbehinderte, die im Grenzgebiet zum Stadtbezirk Möhringen liegt. An Privatschulen gibt es unter anderem die Michael-Bauer-Schule (Freie Waldorfschule und Förderschule), die Freie Evangelische Schule Stuttgart (christliche, allgemeinbildende Grund-, Werkreal- und Realschule und berufliches Gymnasium) sowie die berufliche Schule Michael-Bauer-Werkhof.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen

In Stuttgart-Vaihingen befinden sich neben großen Teile der Universität Stuttgart eine Reihe von international relevanten Forschungseinrichtungen, unter anderem mehrere Fraunhofer-Institute. Auf dem Campus leben und arbeiten ca. 20000 Studenten und mehrere tausend wissenschaftliche Mitarbeiter.[5]. Im Ortsteil Büsnau befinden sich zwei Max-Planck-Institute.

Unternehmen

Unweit des Universitätsgeländes befindet sich der Stuttgarter Engineering Park (STEP). Die L-Bank hat dort auf einer Fläche von etwa 11 Hektar einen Technologiepark entwickelt und eine Tochtergesellschaft gegründet, um die einzelnen Projekte zu planen, zu bauen und zu betreiben. Seit dem Jahr 2000 sind dort sieben Objekte mit insgesamt 90.000 Quadratmeter Bürofläche und entsprechenden Parkierungseinrichtungen erstellt und vermietet worden. Weitere 60.000 Quadratmeter Bürofläche sind noch möglich. Ein Infrastrukturgebäude am Gropiusplatz mit Dienstleistern, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurant, Fitnesscenter und Konferenzräumen bildet das Zentrum des Parks. Es besteht ein direkter S-Bahn-Anschluss (Österfeld).

Mit der debitel AG, die ihren Hauptsitz auf dem STEP-Areal hat und Lenovo sind zwei der größten Telekommunikations- und IT-Unternehmen im Stadtbezirk Vaihingen ansässig. In der Nähe der Anschlussstelle Stuttgart-Vaihingen befindet sich in einem mehrere Bürohäuser umfassenden Komplex der Hauptsitz des Bau- und Immobilienberaters Drees & Sommer.

Wirtschaftlich wichtig für den Stadtbezirk ist das Einkaufszentrum SchwabenGalerie mit 47.000 Quadratmeter Nutzfläche in der Ortsmitte am Rathaus. Es wurde 2004 nach zweijährigem Bau eröffnet und befindet sich auf dem ehemaligen Schwabenbräu-Brauereiareal.

Vaihingen unterhält gemeinsam mit Möhringen das Industriegebiet / Gewerbegebiet "Am Wallgraben" direkt am S-Bahnhof.

Militär

In den Patch Barracks am westlichen Ortsrand befindet sich mit dem United States European Command (EUCOM) das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa. 1936/38 wurde sie als Kurmärker-Kaserne für das 7. Panzerregiment der Wehrmacht erbaut.

Ehrenbürger

Die Jahreszahl am Anfang der Zeile gibt den Zeitpunkt der Verleihung der Ehrenbürgerwürde wieder.

  • 1906: Otto Krehl (1838–1925), Schultheiß
  • 1906: Robert Leicht (1849–1921), Bierbrauereibesitzer, Kommerzienrat
  • 1910: Robert Vollmöller (1849–1911), Fabrikant, Kommerzienrat
  • 1928: Fanny Leicht geb. Widmaier (1854–1939; Witwe von Robert Leicht)
  • 1929: Ernst Kachel (1865–1931), Schultheiß

Weblinks

 Wikisource: Vaihingen in der Beschreibung des Amtsoberamts Stuttgart von 1851 – Quellen und Volltexte

dito Rohr

 Commons: Stuttgart-Vaihingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Urlich Fellmeth: Die Ortsmitte von Stuttgart-Vaihingen. Ein Plädoyer für die Charakterlosigkeit. In: Schwäbische Heimat, Ausgabe 2/2002, S. 205 f.
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 90.
  3. Weblink: Fair-Trade-Stadt Vaihingen
  4. DRK Kreisverband Stuttgart, offizielle Internet-Plattform
  5. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.universitaeten-in-stuttgart-die-hochschulen-wachsen-deutlich.880b396b-0fd1-4fdb-b033-b08c3a9df5c9.html

Kategorien: Ehemalige Gemeinde (Stuttgart) | Stadtbezirk von Stuttgart

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