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Vöcklabruck


Dieser Artikel erläutert die Stadt, den politischen Bezirk siehe Bezirk Vöcklabruck.
Vöcklabruck
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 15,58 km²
 :
Höhe: 433 m ü. A.
Einwohner: 12.175 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 781 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4840
Vorwahl: 07672
Gemeindekennziffer: 4 17 46
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterstraße 9
4840 Vöcklabruck
Website: www.voecklabruck.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Walter Brunsteiner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(37 Mitglieder)
18
7
6
6
18 
Lage der Stadt Vöcklabruck im Bezirk Vöcklabruck
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Vöcklabruck ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks im südwestlichen Oberösterreich (Hausruckviertel). Es liegt im zentralen Alpenvorland auf etwa 433 Meter Seehöhe am Fluss Vöckla und ist Zentrum der Vöckla-Ager-Senke, des zweitwichtigsten Wirtschaftsraums in Oberösterreich. Außerdem ist Vöcklabruck eine wichtige Verwaltungs-, Einkaufs- und Schulstadt.

Wegen seiner Nähe zu den Seen des Salzkammerguts (Attersee, Mondsee, Traunsee etc.) wird Vöcklabruck – vor allem in der Tourismuswerbung – auch das „Tor zum Salzkammergut“ genannt.

Vöcklabruck hat 12.175 Einwohner (Stand 1. Jänner 2016 ), der gleichnamige Bezirk zum selben Zeitpunkt 134.183.

Geographie

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 17 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Altwartenburg (9)
  • Außerhafling (20)
  • Buchleiten (177)
  • Dörfl (1657)
  • Dürnau (1232)
  • Freileiten (376)
  • Innerhafling (7)
  • Kirchberg (27)
  • Neuwartenburg (4)
  • Oberhaus (31)
  • Oberthalheim (92)
  • Schöndorf (2063)
  • Vöcklabruck (5604)
  • Vornbuch (48)
  • Wagrain (455)
  • Wegscheid (19)
  • Ziegelwies (88)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Vöcklabruck und Wagrain.

Nachbargemeinden

Ungenach
Timelkam Pilsbach
Regau Attnang-Puchheim

Geschichte

Die Römer besetzten das Gebiet um 15 nach Chr., das seitdem Teil der Provinz Noricum war.

Als gegen Ende des 5. Jahrhunderts unter dem Ansturm der germanischen Stämme die römische Verwaltung endgültig zusammengebrochen war, begann 550 die bayrische Landnahme, in der die bis in unsere heutige Zeit nachwirkenden bevölkerungs- und siedlungsmäßigen Strukturen entstanden sind. Die Vöckla-Ager-Senke ist eines der ältesten bayerischen Siedlungsgebiete.

Mittelalter

Der Name der Stadt wurde 1134 als Pons Veckelahe erstmals urkundlich erwähnt. 1984 wurde deshalb 850-jähriges Jubiläum gefeiert. Für die Schöndorfer Kirche gibt es bereits aus dem Jahr 824 einen Beleg: Im Traditionsbuch des Klosters Mondsee ist eine Urkunde überliefert, die besagt, dass ein frommer Mann namens Mahtuni einen Teil seines Erbes, bestehend aus 40 Tagwerk Land, Wäldern und anderen Wertsachen im Attergau in dem Ort, der Puhilesphah (heute Pilsbach) hieß, diesem Kloster übertrug. Der Vertrag darüber wurde am 26. Dezember 824 in der Kirche zu Scugindorf, dem heutigen Schöndorf, erneuert.

In den Jahren 1134 bis 1143 ließ Pilgrim von Weng an der Brücke über die Vöckla am linken Ufer ein Hospiz errichten, das älteste in Oberösterreich und drittälteste im deutschen Sprachraum.

Der Kern der heutigen Stadt, der von zwei Wappentürmen, den Wahrzeichen Vöcklabrucks, abgeschlossene Stadtplatz war wahrscheinlich eine planmäßige Gründung der Babenberger im 12. Jahrhundert, die so ihren vom Grafen von Regau neu erhaltenen Grundbesitz befestigten.

Vermutlich ist Vöcklabruck nicht offiziell zur Stadt erhoben worden, sondern hat sich im Laufe des 14. Jahrhunderts langsam von der Marktgemeinde zur Stadt entwickelt. Da man weiß, dass es 1358, im Todesjahr von Herzog Albrecht II. bereits Stadt war, wird gewöhnlich dieses Jahr genannt. Albrecht und sein Sohn Rudolf IV. waren große Förderer der Stadt Vöcklabruck und sind deshalb - als Ritter stilisiert - auf dem Stadtwappen zu sehen.

Auch Kaiser Maximilian I., der mit dem Schlossherren des nahegelegenen Schlosses Wartenburg Wolfgang von Polheim befreundet war, förderte die Stadt und hielt sich mehrmals in ihr auf. Auf den Stadttürmen ließ er seine Wappen anbringen.

Neuzeit

Im 16. und 17. Jahrhundert waren die Geschicke der Stadt von den auf die Reformation folgenden Glaubenskriegen und mit ihnen in Verbindung stehenden Bauernaufständen geprägt. 1570 war der Großteil der Städter protestantisch, das Pfarramt, das dem Stift Sankt Florian unterstand, war katholisch, was zu ständigen Konflikten führte.

1620 verpfändete Kaiser Ferdinand II. das Land ob der Enns (Oberösterreich) an den bayerischen Herzog Maximilian I. als Gegenleistung für dessen Unterstützung in der Schlacht am Weißen Berge. Unter Maximilians Statthalter Adam Graf von Herberstorff setzte die Gegenreformation in voller Schärfe ein. Die Erhebung der Bauern gegen die erzwungene Rekatholisierung gipfelte im oberösterreichischen Bauernkrieg 1626. Auslöser für diesen Krieg war das Frankenburger Würfelspiel im Mai 1625, bei dem Herberstorff die Rädelsführer einer antikatholischen Erhebung paarweise um ihr Leben würfeln ließ.

Nach dem Ende der Pfandherrschaft 1628 und weiteren blutigen Kämpfen zwischen den Bauern und den kaiserlichen Truppen 1632 wird Vöcklabruck (gemeinsam mit der Gemeinde Engelhartszell) gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges noch einmal verpfändet, als Ferdinand II. Geld braucht, um eine Armee gegen Schweden aufzustellen. Die Stadt scheidet aus dem Verband der landesfürstlichen Städte aus, verarmt und kann sich kaum von den Folgen des Krieges erholen. Erst 1718 wird sie durch Kaiser Karl VI. wieder ausgelöst und bekommt ihren Status und ihre Privilegien zurück.

19. Jahrhundert

In den Napoleonischen Kriegen trägt Vöcklabruck wieder große Schäden davon. Nach dem Frieden von Schönbrunn 1809 kommt die Stadt an Frankreich, das sie an Bayern weitergibt. Mit dem Wiener Kongress kommt Vöcklabruck wieder zu Österreich - diesmal endgültig. Sie gehörte zum Hausruckkreis, 1868 wurde die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck installiert.[2]

1893 wird die Firma Hatschek gegründet. Aus einer Mischung von Asbest und Zement wird der Werkstoff Faserzement mit dem Firmennamen Eternit entwickelt, der ein weltweiter Erfolg wird.

Zweiter Weltkrieg

Vom 6. Juni 1941 bis zum 14. Mai 1942 bestand in Wagrain ein Außenlager des KZ Mauthausen. Es war auf jenem Gelände, auf dem sich heute je zur Hälfte der Busparkplatz des Schulzentrums und die Bezirkssporthalle befinden. Etwa 300 Häftlinge wurden im Straßen- und Brückenbau und auch zu anderen Arbeiten in Vöcklabruck und Attnang-Puchheim eingesetzt.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Stadt nur wenig zerstört wurde, entstanden - nicht zuletzt um Vertriebene aus dem Osten aufzunehmen - in Schöndorf und Dürnau neue Ortsteile, in denen heute mehr als die Hälfte der Bevölkerung Vöcklabrucks lebt.

Zeitgeschichte

Vom 15. bis 21. Juli 1985 wurden in Vöcklabruck die VIII. Internationalen Feuerwehrwettkämpfe des CTIF (Feuerwehrolympiade) veranstaltet. Im Programm waren Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe, Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe und Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe.[4]

Am 12. März 2006 wurde das entkernte Gebäude des alten oö. Landeskrankenhauses Vöcklabruck fachmännisch gesprengt.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Der Gemeinderat besteht aus 37 Mitgliedern. Die Sitze verteilen sich seit der letzten Kommunalwahl von 2015 auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt: ÖVP 18, SPÖ 6, GRÜNE 6, FPÖ 7

Bürgermeister der Stadt ist seit 1991 Herbert Brunsteiner von der ÖVP.

Wappen

Blasonierung:

In Blau auf grünem, gewelltem Schildfuß eine vom rechten Schildrand ausgehende, goldene, mit drei rot-weiß-roten Bindenschildchen versehene Steinbogenbrücke, die zu einem goldenen, vom linken Schildrand ausgehenden, zinnenbewehrten Tor mit hochgezogenem Fallgitter im schwarz geöffnetem Tor führt. Auf der Brücke zwei auf Pferden zum Stadttor reitende, blau geharnischte Ritter mit goldenen, geschlossenen, gekrönten und mit grünen Pfauenstößen besteckten Kübelhelmen, jeder ein an goldenen Stangen befestigtes Fähnlein in den österreichischen Farben und einen Bindenschild haltend; auf den goldenen Pferdedecken sind vier rot-weiß-rote Schildchen sichtbar.

Wann das Wappen verliehen wurde, ist nicht bekannt, der Gebrauch eines Stadtsiegels geht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Das Wappenbild symbolisiert die Stadt und die namensgebende Brücke über die Vöckla. Die beiden Reiter stellen Herzog Albrecht II. und seinen Sohn Herzog Rudolf IV. dar, die die Stadt gefördert und ihr Privilegien verliehen haben.

Verkehr

Schienenverkehr

Durch Vöcklabruck führt die zweigleisige, elektrifizierte Westbahn.

Der Bahnhof Vöcklabruck wurde im Zuge des Ausbaus des Streckenabschnittes Attnang-Puchheim–Salzburg von 1998 bis 2001 komplett umgebaut. Seit Dezember 2007 halten am Bahnhof Vöcklabruck täglich 30 Intercity-Züge. Im Stundentakt können wichtige Ziele wie etwa Salzburg, Linz oder Wien erreicht werden.

Straßenverkehr

Busverkehr

1992 wurde der Stadtbus in Vöcklabruck gegründet. Mittlerweile werden mit 6 Stadtbuslinien die wichtigsten Wohngebiete im Halbstunden- bzw. Stundentakt angebunden. Ergänzend dazu wird für die kleineren Siedlungsgebiete ein Anrufsammeltaxi angeboten.

Luftverkehr

Der internationale Flughafen Salzburg ist in ca. 50 Minuten mit dem PKW oder in ca. 60 Minuten mit der Bahn (mit Umsteigen) und der Flughafen Linz in ca. 60 Minuten mit dem PKW oder auch mit der Bahn (mit Umsteigen) in ca. 60 Minuten zu erreichen.

Bildung

  • Berufsförderungsinstitut
  • Berufsschule für kaufmännische Lehrberufe
  • Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium
  • Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule
  • Don Bosco Schule
  • Höhere Technische Bundeslehranstalt
  • Landesmusikschule
  • Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule
  • Oberstufenrealgymnasium
  • Pestalozzischule
  • Polytechnische Schule
  • Private Volksschule und Hauptschule der Franziskanerinnen
  • Neue Mittelschule
  • Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege
  • Schule für Malen und Gestalten
  • Städtischer Schülerhort
  • Volkshochschule der Arbeiterkammer
  • Volksschule 1 und 2
  • WIFI Vöcklabruck

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Vöcklabruck

Persönlichkeiten mit Bezug zu Vöcklabruck

Sport

Handball

In den Nachkriegsjahren spielte die Feld-Handball-Abteilung des SV Vöcklabruck eine bedeutende Rolle. Spieler im schwarz-weißen Dress waren damals: Hermann Kamper (Tor), Rupert Pichlmann, Max Asen, Rudi Slezina. Trotz ausgezeichneter Ergebnisse erlaubte der Verband der Mannschaft nicht den Aufstieg, da Spiele mit den Linzer Vereinen auf Grund der Nachkriegsverhältnisse nicht möglich waren. Herausragendes Ereignis in der Geschichte der Handballmannschaft war am 9. April 1950 (Ostersonntag) ein Freundschaftsspiel mit der Schweizer Handballmannschaft Thun, die für mehrere Tage Vöcklabruck besuchte, mit einem Umzug festlich begrüßt wurde und Ausflüge ins Salzkammergut mit den Gastgebern absolvierte.

Fußball

Der 1. FC Vöcklabruck stieg 2008 als Regionalliga-Meister in die Erste Liga, also die zweithöchste Spielklasse Österreichs, auf, nach nur einer Saison (2008/2009) aber gleich wieder ab. Danach stellte der Verein aufgrund von finanziellen Problemen und dem Entzug der Lizenz den Spielbetrieb ein. Mit dem Vöcklabrucker Sportclub (kurz VB SC) wurde ein Nachfolgeverein gegründet, der in der untersten oberösterreichischen Spielklasse neu begann.

Literatur

  • Franz Satzinger: Vöcklabruck Stadtgeschichte – Von den Anfängen bis 1850. Kilian Verlag, 2006 (eBook pdf 14 Teile, download voecklabruck.at →Geschichte ).
  • Alois Zellinger: Vöcklabruck in den Jahren 1933 bis 1945. Oberösterreichisches Landesarchiv, 2006, ISBN 3-900313-82-2.

historisch:

  • J. Stülz: Zur Geschichte der Pfarre und der Stadt Vöcklabruck. In: Oberösterreichisches Landesmuseum: Bericht über das Museum Francisco-Carolinum. Band 17, 1857, S. 1–190 (Google eBook, vollständige Ansicht ).

Weblinks

 Commons: Vöcklabruck  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Engelbert Lasinger, Oberösterreichisches Landesarchiv (Hrsg.): Akten und Handschriften der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck im OÖ. Landesarchiv. Inventar (Stand 2003). Linz 2003 (pdf ).
  3. Christian Hawle, Gerhard Kriechbaum, Margret Lehner: Täter und Opfer: Nationalsozialistische Gewalt und Widerstand im Bezirk Vöcklabruck 1938–1945. Bibliothek der Provinz Verlag, Freistadt 1995.
  4. Franz-Josef Sehr: CTIF-Weltmeisterschaften in Österreich. In: Florian Hessen 9/1985. Munkelt Verlag, Wiesbaden 1985, S. 1–2.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Vöcklabruck (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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